Oh du | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
und als Special ein Berlinerick vom Rene

Ich bin manchmal etwas wie der Grinch, wenn es um Weihnachten geht. Ich hasse Weihnachten aber nicht. Ich finde nur gewisse Aspekte ganz fürchterlich, vor allem die, die eigentlich gar nichts mit Weihanchten zu tun haben sollten.

oh du

vielzackige weihnachtssterne verglühen feuerrot
am horizont. blutentleert kriechen die onkelhaften
weihnachtsmänner über den pissgelben schnee.
alle jahre wieder. einmal. immer länger und immer
mehr. ich surfe. große konsumwellen rollen über
bescheinten strände. muschelglöckchen und viele
tote fische. ich gehe spazieren. sand knirscht unter
den giftgrünen moonboots. die socken sind  klebrig.
schokoladenfarben. vereinzelt rollt ein kinderlachen
heran. morgen wird es weggespült. alles schwindet.
wenn blinkende lichter am himmelszelt die luft zum
atmen rauben. ich schaue in dunkelheit. vielleicht
landet nicht alles in den fangnetzen. vielleicht finden
sich reingebliebene augen. es riecht nach keksen.

 

22 Kommentare zu „Oh du | Der Dienstag dichtet

    1. Danke. 😊 Interessant. Du bist vor allem bei positiven Wörter hängengeblieben. Ich hatte beim Schreiben, dass Gefühl, sie werden von den Negativbildern überschatter.
      Hab auch noch einen schönen Tag.

      Liken

  1. Ich hatte das Gefühl, die positiven und negativen Worte halten sich die Waage, aber die positiven müssen aufpassen, dass sie nicht überrollt werden. Ich mag dieses wahnsinnige Innenstadtgeweihnachte nicht, alles ist viel zu früh, viel zu viel und macht die Vorfreude kaputt.

    Gefällt 2 Personen

  2. Ja, das Oh-Du-FRÖHLICHE bleibt einem immer öfter im Halse stecken, wenn man sich gewahr wird, wie weit wir uns von dem eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes entfernt haben: Abermillionen Tannen werden massakriert, die Mülltonnen quellen über von Einwickelpapier, roten Schleifchen und sinnlosen Verpackungen, mitsingen tut unter dem Baum kaum einer, weil sie die Texte nicht gelernt oder vergessen haben. Ist wie bei den Nationalhymnen, wo viele nur noch die Lippen bewegen. Fast erschlagen von den Konsumwellen und um den Atem gebracht von den Feuerwerken am Jahresende. In den Fangnetzen falsch verstandener Traditionen zappeln wir und schieben die Hoffnung auf den vielleicht einen oder anderen, der uns zu der Einfachheit in den Anfängen zurückführt, als alleine der Duft von gebackenen Keksen eine schöne Bescherung war.

    Liebe Katha, wieder einmal hast Du es geschafft, uns sehr nachdenklich zu machen!

    Gefällt 3 Personen

    1. Danke. 🙂 Ich muss zugeben, dass der christliche Teil des Weihnachtsfestes nicht so meines ist, aber ich habe schöne Erinnerungen daran und denke, dass egal woran man glaubt, Weihnachten eine gute Möglichkeit ist, nett zu sein, lecker zu essen und Menschen eine Freude zu bereiten.

      Gefällt 3 Personen

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