Lyrimo 29 und 30

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Die letzten beiden Gedichte vom Lyrimo. Mir hat der Monat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe viel rumprobiert und extrem viele tolle Gedichte gelesen. Das war eine wirklich inspirierende Zeit. Danke an die liebe Organisatorin. 🙂

Tag 29 Blinde Begegnung
bis zur dunkelheit. wir sehen
uns nachts. die räume sind
unbeleuchtet. diastole.
systole. dein atem riecht
nach knoblauch. sind wir
dann fishermans friends? du
lachst höflich. sonnenklang.

Tag 30 – Kaffeesatz
der kaffee ist getrunken. die bohnen leer. nur noch der kaffeesatz erzählt von einer schönen zeit.

blumenmeer | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Berlin Autor
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub

Gedanken von meinem morgendlichen Arbeitsweg.

Haiku: blumenmeer

durch ein blumenmeer
der wind trägt kältewellen
die kristallwand wächst

Acrylic Drops | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*

Die beiden aktuellen Bilder findet ihr hier: *KLICK*

Irgendwie habe ich ewig für das Bild gebraucht und bin immernoch nicht ganz zufrieden. Die schwarze Farbe gibt den Ganzen Ecken und Kanten, aber irgendwie fehlt noch der Wow-Effekt. Ich fürchte ich habe zu lange drauf geschaut und dann wollte das Licht nicht wie ich beim Fotografieren.
Links Stand Freitag. Rechts Stand jetzt.

Lyrimo Tag 22 bis 28

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 22 – Quersumme

wenn ich uns beide addiere, sind wir keine summe mehr. unsere windschiefen geraden schneiden sich niemals und unsere binome können sich nicht verformeln. vielleicht sollte unsere querrsumme ein negatives vorzeichen bekommen.

Tag 23 Schrödingers Box

wenn ich dich mit einem messer
öffne, sehe ich dein herz schlagen.
lunge, leber, niere, magen. blut,
muskeln. innerstes. innen. du
stirbst so offen. wenn ich dich
nicht öffne, weiß ich nichts. du
bist mehr als die summe deiner
organe. innen außen. und alles
zusammen.

Tag 24Ich sollte ein Buch schreiben

ich sollte gedanken an gedanken
knüpfen. wörter mit einander
verweben. sätze wie ein puzzle
zusammenbauen. sollte absätze
wie skulpturen formen und
kapitel wie ausstellungskonzepte
sorgfältig planen. stattdessen
sitze ich hier und schreibe nur
ein schnödes gedicht.

Tag 25Mundart

do rinn. meine klangwellen
fliegen in deine ohren. do
russ. und verlassen sie. bass
uff. sag ich. doch du verstehst
mich nicht. sprache ist krieg.

Tag 26Erasure von Schillers Bürgschaft

von den bergen. bäche, ufer,
strand. meere. ich kann die
stadt nicht erreichen. wie
rieselndes rauschen. stille.
und die sonne geht unter.

Tag 27klein und eckig

2 zieh nicht weiter. 4 ab ins
gefängnis. 6 eine karte. 3 du
gehst zurück auf start. 7 du
hörst auf zu spielen. die augen
zahlen, dein leben würfelt.

Tag 28Netzwerken

verbunden durch. gefangen
mit. wir sliden durch bytes
und seelenlose zeilen. aber
du bist mein freund. an
gestubbst. geliked durch.
und ich kenne dich nicht.

Die gefährliche Mission | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Die gefährliche Mission

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Wir hatten es geschafft. Endlich konnten wir nun…“ beginnt.

Wir hatten es geschafft. Endlich konnten wir diese Schneewüste hinter uns lassen. Tagelang hatten wir nur diese weißen Flächen gesehen und das Knarzen des Schnees unter unseren Füßen gehört.

„Riechst du ihn schon?“

„Was denn?“, fragte Anna mit einem Zittern in der Stimme. Die Kälte hatte ihr stark zugesetzt. Ihre Haut war spröde und ihre Lippen rau.

„Den Frühling natürlich“, rief ich lachend, als mich eine kalte Windböe erfasste und mir beinahe die Kapuze vom Kopf wehte.

„Du spinnst!“ Anna lachte, dann wurde sie wieder ernst und sah nach oben. „Erst einmal müssen wir die Berge erklimmen und ich fürchte, da oben wird es wieder kälter.“

Weiterlesen „Die gefährliche Mission | Writing Friday“

Gespräche mit Rüdiger – Tierethik | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 47 + 48 beinhaltet die Worte „Quelle, griesgrämig, stöbern.“, gesponsert von Café Weltenall.

Rüdiger beendet das Jahr der „normalen“ Etüden. Freut sich noch jemand wie bolle auf die Adventüden?

Gespräche mit Rüdiger – Tierethik

Rüdiger läuft an seinem Napf vorbei und setzt sich griesgrämig dreinschauend auf den Esstisch. Ich weiß, dass er weiß, dass er das nicht soll. Also gehe ich davon aus, dass es was Ernstes ist.

„Was ist passiert?“, frage ich besorgt.

Rüdiger schnaubt. „Menschen sind der Quell allen Übels.“

„Und warum das?“

„Singer hatte Recht. Ihr seid verdammt Speziezisten! Und bevor du fragst, was das ist: Ihr habt eine Haltung der Vorgenommenheit zugunsten der Interessen der Mitglieder eurer Spezies gegenüber denen von anderen.“

Weiterlesen „Gespräche mit Rüdiger – Tierethik | abc.etüden“

als es noch ging | Der Dienstag dichtet

banner_der-dienstag-dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Berlin Autor
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub

als es noch ging

als es noch ging. als ein niemand mehr
wert war, als ein jemand. damals,
früher. als. ist heute. deine gefühle
reiten auf einer zeitmaschine. denken
synapsenbahnen entlang. voraus und
zurück. stolperst du über deine eigenen
windungen. heute reist du in dasselbe
als, wie gestern und heute ist es anders.
du fragst dich. wie sie gefühlt haben. sie
selbst können es nicht erfassen. nur die
dunklen buchstaben auf der haut singen
ein lied davon. als es noch ging.

Lyrimo Tag 15 bis 21

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 15 – Phraseologismus
in der kraft liegt die ruhe. sagst
du. und ich erwidere. ohje, da
ist hoffnung und schmalz
verloren, denn schließlich
müssen wir alle am selben
boot ziehen. zum glück
brauchen wir keine arche.

Tag 16 – Medientransfer
wenn wir ausgedient haben, hängen
wir einfach so rum. oll, unbrauchbar,
nutzlos. da um da zu sein. wenn wir
ausgedient haben, chillen wir einfach
so rum. vielleicht können wir ja etwas
festhalten. anderes olles zum beispiel.

Tag 17 – Dienstag/Akristichon
dicht dichter
ich schreibe
ein gedicht. zeile
nach zeile, wort,
silbe, fragmente. punkt.
trennstrich, komma. ende,
aus. das
gedicht ist leer.

Tag 18 – Radwege
ritter der poolnudel, erhebt
euch! schwingt den langen
gummispeer und räumt die
radwege frei. auf die rösser
ihr mannen. wir werden sie
und ihre blechhöllen richten.

Tag 19 -Triolett
meine herbstkruste
hart und aus stein
so fest und robuste
meine herbstkruste
was ich nicht wusste
lässt niemand rein
meine herbstkruste
hart und aus stein

Tag 20 – Einsilbig
es ist da. schwarz, kalt. still
und leis. es lebt. ein und aus
und ein und. was fragst du
dich. frag ich mich. der hass.
ruft das tor und schluckt all
das, was noch gut ist. es
schmatzt. laut. das buch
schreibt über alt das neu.

Tag 21 – Pantun
ich träume, meine seele fliegt mit
von kirschblüten in rot und in weiß
von gärten, von bergen, ein schritt
auf weite felder aus wind und aus reis

im norden die kälte, im süden ist heiß
auf berge, zwischen stränden lauf ich
halte mit dem shinkansen an jedem gleis
zwei wochentickets für mich und für dich

für eine reise, nur wir zwei, du und ich
ein abenteuer, eine erfahrung, ein ritt
wir erleben, sind ausgelassen, fröhlich
ich träume, meine seele fliegt mit

Über Abtreibung oder Komische Gedanken in der Schwangerschaft | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Triggerwarnung: Wie der Titel schon sagt, schreibe ich über Abtreibung.

Thema: Schreibe eine Geschichte und flechte darin die folgenden Wörter mit ein: Salbei, Aufmerksamkeit, etwas daneben, Hormone, ein Versuch

Über Abtreibung oder Komische Gedanken in der Schwangerschaft

Setzt euch hin und trinkt einen Tee, zum Beispiel Kamille, Salbei oder irgendwas Beruhigendes. Es gibt Teesorten, die „Innere Ruhe“ oder „Harmonie“ heißen, allerdings habe ich keine Ahnung, ob die helfen. Am besten ihr holt euch auch einen Keks und legt ihn vor euch.

Bereit? Gut!

Dies ist ein Versuch ein komplexes Thema aufzugreifen, ohne in eine Diskussion einzusteigen. Wenn man es also genau nimmt, ist das nur meine Meinung, die auf persönlichem Empfinden fußt – daher auch die flapsige Art des Textes. Es soll niemand auf die Idee kommen, dass es sich hier um einen Artikel, eine wissenschaftliche Abhandlung oder, noch schlimmer, einen politisch motivierter Text handelt.

Wer sich bei dem Thema schnell auf die Füße getreten fühlt, sollte hier aufhören zu lesen, den Tee weitertrinken und dazu ein gutes Buch lesen. Hab gehört Goethe hilft bei sowas. Nun aber zum Thema Abtreibung, dem Partythema Nummer 1.

Weiterlesen „Über Abtreibung oder Komische Gedanken in der Schwangerschaft | Writing Friday“

dass | Der Dienstag dichtet

banner_der-dienstag-dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Berlin Autor
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub

Ich bin kürzlich über einen Text über den idealen Staat gestolpert. Das Gedicht ist ein Gedankenschnipsel dazu.

dass

dass nichts zwischen die wolken fällt,
was in den himmel gehört. dass alles
auf der erde haften bleibt, was unter
den teppich gekehrt werden soll.

dass nichts zwischen den zeilen
verschwindet, was bedeutend ist.
dass alles gewusst wird, was nicht
geglaubt und gemeint werden sollte.

dass nichts von wenigen besessen
wird, was allen gehört, dass alles in
allen händen liegt und wenn es nur
die hände vom gegenüber sind.