nix | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wenn mir bis 20 Uhr nix einfällt, schreibe ich halt über das nix. So.

nix

nix. leer. alle. leere, gähnende. durch
meinen kopf kugeln sich staubballen.
die salontür schwingt und niemand
tritt ein. die gläser sind leer. der rum
schon ausgetrunken. auf dem klavier
spielt der wind tonlose musik. die
hure aus der ersten etage ist ins kloster
ausgewandert. der revolverheld hat
angst bekommen und das weite
gesucht. nix los hier. nunja, morgen
wieder. in der hinterletzten ecke des
obersten stübchens glitzert es.

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Inktober 52 – 41 bis 51

Statt dem klassischen Inktober nehme ich dieses Jahr am Inktober 52 teil. Ich zeichne also jede Woche ein Bild zu einem vorgegebenen Thema (Themen stehen im Titel).

Ich habe es tatsächlich gescchafft. Jede Woche ein Bild! Nur im Oktober habe ich etwas hinterhergehinkt, aber schnell aufgeholt. War gar nicht so einfach mit Baby und allem, aber ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe. Morgen gibt es dann Bild 52, weil es sich so schön als Silvester-Gruß eignet.

stiller | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

stiller

das glöckchen hat sich wieder
ausgeklingelt. die verwandschaft
abgenadelt. und wir tanzen zu
der ruhe im kreis. atmen.zwischen
den zeiten parkt die stille stiller
als in stille nacht. ohne knallen
bleibt sie vielleicht dieses jahr.

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Weihnachtslichter

Diese Geschichte ist Teil des Adventskalenders von Buchperlenblog. *Link*
Und da heute Heiligabend ist, wünsche ich euch schöne Feiertage, wie auch immer sie bei euch aussehen. Ich hoffe, ihr seid nicht alleine, und wenn doch ist bestimmt jemand in Gedanken bei euch.

Gerda riss die Folie von dem Fertiggericht ab. Weil Heiligabend war, gab es Gans mit Rotkohl und Klößen. Das Fleisch sah ganz gut aus, der Rotkohl leider weniger und die Klöße waren zu einem Klumpen verschmolzen. Was erwartete sie, von einem Aldi-Fertiggericht? Immerhin war es billig gewesen. Mit ihrer mickrigen Rente musste sie jeden Cent drehen.

Sie betrachtete, wie sich der Teller in der Mikrowelle drehte. In fünf Minuten würde das Festessen warm sein und in sieben Minuten begann die Weihnachtsgala im Fernsehen. Gerda seufzte und sah ins Wohnzimmer auf den zweiten Sessel, in dem ihr Mann bis vor vier Monaten gesessen hatte. Noch letztes Jahr waren sie wie immer erst gemeinsam zu dem Weihnachtsumzug gegangen, dann in die Kirche, hatten im Anschluss gemeinsam die Klöße und den Rotkohl zubereitet, die Gans aus dem Ofen genommen und gemeinsam die Weihnachtsgala gesehen. Karl regte sich so wundervoll über die Frisuren der Herren auf. „Diese Schnösel“, sagte er, „sehen aus, als wüssten sie nicht, wie man einen Kamm benutzt.“ Gerda musste bei dem Gedanken lachen. Dann stiegen ihr Tränen in die Augen.

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rhinitis | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Nach müd kommt blöd. Nach krank anscheinend albern.

rhinitis

mein rüssel hat einen knoten. ich
bin wie die sphinx in ägypten ohne
sand. als fan van gogh wollte ich
mir ein ohr abschneiden und habe
zu mittig angesetzt. punkt. punkt.
strich. und fertig ist die verstopfte
nase. advent advent die rotze rennt.

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schnee | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Beschreibe Schnee ohne die Wörter: weiß, nass und kalt.

kristalline strukturen. kleine ecken
und kanten. leichtfüßig fliegst du
durch die lüfte. umkreist meinen
kopf bis du auf meiner nase landest.
ich spüre dich, deibe form verlieren.
schmelzen. auf mir verliert sich
deine leichtigkeit. in der schwere
meines lebens. mein atem ist deine
todeszone, meine füße brechen dir
die glieder. und doch fliegst du tag
ein. tag aus so leicht umher. ich hoffe
wenigstens ein paar jahre noch.

es ist nicht deine angst | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe einen Artikel in der Zeit gelesen, in der Gesundheitspersonal zum Zustand in den Intensivstationen befragt wurde. War dein ein bisschen sauer und habe das in Zeile fließen lassen.

es ist nicht deine angst

es ist nicht deine angst, die mich abfuckt.
sondern dein hass. der über weiße gänge
kriecht. blut besudelt ist dein roter zorn,
schwarz umrandet dein gewissen. ich
will dich schütteln, wie man kleine babys
nicht schütteln soll. will mit einer feder
und trockner tinte deine gehirnwindungen
überschreiben. der vorhang fällt. nicht nur
für dich. für andere. es ist nicht deine angst,
die mir angst macht, sondern die vehemenz
mit der du deine ohren tonlos machst.

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Ran an den Löffel | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Bevor ich ein Kind hatte, dachte ich, dass so ein Baby einfach irgendwann Brei kriegt und dann, wenn Zähnchen da sind, auch was Festes. Tatsächlich gibt es aber auch rund ums Essen viele Methoden und Theorien. Die neuste ist BLW. Da das gut klang, dachte ich. Machen wir! Da hatte ich aber die Rechnung noch ohne das Baby gemacht.

Wann fängt man an

Eine wichtige Frage, die man sich als Eltern stellt ist, ab wann das Baby feste Nahrung bekommen darf. Ich habe plump gegoogelt und herausgefunden, dass die WHO ab 6 Monaten empfiehlt und dachte. dass das passt. Und dann war da Little J, mein Baby, dass jedes Mal, wenn er mich Essen gesehen hat, nach dem Essen griff und von Mahl zu Mahl unruhiger wurde. Also nochmal gegoogelt: ab 4 Monaten ist ok, Little J war da 4,5 Monate, also hieß es: Go!

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Ho ho ho | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Ho ho ho

Luisa fröstelte es, als sie am Kloster vorbeiging. Eigentlich war es heute wärmer als die letzten Tage, doch das, was sie fühlte, war kein Frösteln vor Kälte, sondern eines aus Angst. Während das Kloster, wenn sie mittags daran vorbeiging, friedlich aussah, wirkte es in der Dunkelheit bedrohlich, wie ein Monster mit zwei Reihen spitzer Zähne. Vor allem die Südseite, die sie für wenige Meter entlang musste, jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken. Es gab nicht viel zu sehen. Eine Mauer, ein zugemauerter Eingang, eine Bank und darüber eine Art Guckloch. Wenn man bei Tag hindurchsah konnte man den derzeit weihnachtlich geschmückten Innenhof sehen, aber nachts schien etwas Böses dort hindurch zu blicken. Luisa wusste, dass das albern war und von ihrem hohen Horrorfilmkonsum stammte, trotzdem hatte sie sich nie getraut weniger als zwei Meter daran vorbeizugehen. Leider blieb ihr heute nichts Anderes übrig. Eine Baustelle verengte den Gehweg und wenn sie nun den Arm ausstreckte, konnte sie die Mauer berühren.

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