Ran an den Löffel | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Bevor ich ein Kind hatte, dachte ich, dass so ein Baby einfach irgendwann Brei kriegt und dann, wenn Zähnchen da sind, auch was Festes. Tatsächlich gibt es aber auch rund ums Essen viele Methoden und Theorien. Die neuste ist BLW. Da das gut klang, dachte ich. Machen wir! Da hatte ich aber die Rechnung noch ohne das Baby gemacht.

Wann fängt man an

Eine wichtige Frage, die man sich als Eltern stellt ist, ab wann das Baby feste Nahrung bekommen darf. Ich habe plump gegoogelt und herausgefunden, dass die WHO ab 6 Monaten empfiehlt und dachte. dass das passt. Und dann war da Little J, mein Baby, dass jedes Mal, wenn er mich Essen gesehen hat, nach dem Essen griff und von Mahl zu Mahl unruhiger wurde. Also nochmal gegoogelt: ab 4 Monaten ist ok, Little J war da 4,5 Monate, also hieß es: Go!

Wie fängt man an

Laut vieler Eltern spucken Babys die ersten Lebensmittel aus. Einige weigern sich sogar. Abgesehen von dieser Hürde muss man sich heutzutage auch entscheiden, ob man nun zu Fraktion Brei oder Brei-frei gehört. Letzteres ist neuster Trend und mutet religiös daher. BLW ist das Stichwort: Baby soll selbst entscheiden, wann es was ist. Man bietet ihm einzelne Lebensmittel an und es darf selbstständig zulangen und die Welt des Geschmackes erforschen. Fand ich eine super Sache! Da feste Lebensmittel für 4,5 Monate zu früh waren, dachte ich, wir machen so ein Mittelding aus Brei und Baby darf den Löffel selbst führen.

Das Baby bestimmt

Wir haben also mit Brei begonnen. Das lief gut, vor allem weil er jeden Brei, dem ich ihm gemacht habe (ich habe die gängisten Gemüsesorten durchprobiert) gegessen hat. Den Löffel durfte er anfangs selbst führen. Schnell hat er aber gemerkt, dass das langsamer geht, als wenn die Eltern einen Füttern und so wurde die Babyvogel-Haltung eingenommen: Hände unten und Mund sperrangelweit auf. Er hat sich schlichtweg geweigert den Löffel nochmal in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig hat er aber gemeckert, weil er essen wollte. Jetzt füttern wir halt und machen kein tolles BLW. Sobald er Bock hat, darf er aber gerne selbst zulangen, dazu ist es aber praktisch, wenn er Lebensmittel sicherer nehmen kann, damit er auch in der Geschwindigkeit Essen kann, in der er Hunger hat.

Was ziehe ich daraus?

So fancy Methoden sind toll und nett gedacht, aber die Frage ist halt auch, ob das Baby diese Methoden so toll findet. Little J hat beschlossen, dass ihm das zu doof ist. Ich lasse ihn also durchaus bestimmen und zwar dass BLW noch nichts für ihn ist.

13 Kommentare zu „Ran an den Löffel | Mama Gedanken

  1. Na mehr „baby lead“ geht doch nicht, oder?
    Er hat entschieden, was für ihn passt.
    Was ist das, wenn nicht baby lead?
    Meine Jungs haben beide lange nur Milch gewollt.
    Das Mädchen war ja schon drei als es kam und wollte und kannte nur Pommes und kaltem Kaffee mit Zucker, da musste doch etwas Moderation her.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ach du meine Güte. Bei sowas muss ich immer schwer schlucken. 😪
      Meiner steht total auf Essen. Mittlerweile nagt er auch an Brot rum, dh wir werden jetzt weiter rumexperimentieren auf was er Bock hat. Babys wissen, was sie wann wollen. Mit Zwang macht man da sicher nur dich und das Kind unglücklich.

      Gefällt 1 Person

  2. Mit BLW ist es wie mit veganer Ernährung – super, wenn es für einen selbst funktioniert, aber der Fanatismus außen rum wirkt abschreckend auf mich. Meine Kinder durften Brei und alles andere, was sie wollten und sie nehmen sich was sie wollen. Dass die Experimentierfreude der Kleinkindzeit irgendwann einem „Ih, Grünzeug!“ weicht, ist ein anderes Thema :-(. Wenn ich aber sehe, wie BLW-Fans ihr vermeintlich „normales“ Essen, dann doch aus Angst vor bösem Verschlucken (denn das gehört dazu, wie ich von einer „erfolgreichen“ BLW-Familie weiß) in Plastiknetze stecken, die man dafür kaufen kann, halte ich diese Welt manchmal einfach nur für verrückt. Ihr macht das super. Solange Little J sagt, was er will, wird er schon bekommen, was er braucht. Das sind ja nur wir Erwachsenen, die verlernt haben, auf unseren Bauch zu hören.

    Gefällt 1 Person

    1. So Trends haben echt manchmal die Tendenz religiös verstanden zu werden. Das mit den Netzen kenn ich nur als Zahnungshilfe. Ohje. 😅 Das sind dann aber wohl auch tendenziell so Helikoptereltern, wie es klingt.

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