„Das Buch – Prolog“ | Writing Friday KW16

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* Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite. *

Wie gewünscht habe ich das Buch aus der Luis-Geschichte nochmal aufgegriffen. Ihr könnte die Geschichte HIER nachlesen, ansonsten hier eine kleine Zusammenfassung:

Luis beginnt in ein mysteriöses Buch zu schreiben. Wann immer er aufhört, passiert etwas Schlimmes. Kurz bevor ihm alle Ideen ausgehen, kommt ein Freund vorbei und gibt ihm den Tipp einfach nur ein Wort pro Seite zu schreiben. Das funktioniert tatsächlich und die Seiten des Buches werden wieder weiß. Luis Freund vergräbt das Buch im Garten.

Hier ist ein Prolog zum Thema:
Schreibe das Ende einer Geschichte, dabei lautet der letzte Satz: „Doch damit war es noch lange nicht beendet.“

Verzauberte Bücher gab es viele auf der Welt. Die meisten Menschen bekamen nie eines in die Hände und die, die eines in die Hände bekamen, überlebten das nicht oder schworen sich nie davon zu erzählen. Nur Magier konnten verzauberte Bücher gefahrenlos einsetzen – vorausgesetzt sie hatten in der Schule aufgepasst.

Die meisten verzauberten Bücher waren verzaubert, weil sie ihren Inhalt schützen wollten oder weil ihr Inhalt so mächtig war, dass sich das Buch selbst verzauberte. Es gab viele verschiedene Zauber, mit denen ein solches Buch belegt sein konnte. Von Tinte an den Händen, die nie mehr abging bis hin zu der Leser landet in einer anderen Dimension. Einige besonders grausame Bücher fraßen den geneigten Leser gleich nach dem Aufschlagen des Buchcovers. Von geöffneten Büchern ging meist keine Gefahr aus. Nur einige seltene Exemplare lockten ihre Opfer mit heimlicher Unauffälligkeit in die Falle, nur um ihr Leben zu ruinieren.

So auch jenes Buch, das Luis in einem Antiquariat gefunden hatte. Leere Seiten bis auf die erste, auf der eine verblasste Warnung stand. Man nannte es „Des Narren Meisterstück“.

Es war vor vielen hundert Jahren entstanden, als ein gewitzter Magierschüler sich missverstanden fühlte. Er war einer jener Menschen, die Großes hätten vollbringen können. Doch statt kühne Magie auszuprobieren, zwang ihn sein Meister die einfachsten Sachen zu tun, auch Alltägliches, wie die Bibliothek fegen oder Amulette polieren. Statt auf seinen Frust einzugehen, erklärte der Lehrmeister, dass man Geduld für Magie brauchte. Das war die Wahrheit und hätte er seinem Schüler erklärt, was es mit all den Aufgaben auf sich hatte, hätte dieser es wahrscheinlich verstanden. Es kam aber wie es auch in Ehen kommen musste, in denen die Partner aufhörten miteinander zu reden, der Schüler wollte die Trennung ohne etwas dafür bezahlen zu müssen.

Also schmiedete er den perfiden Plan, seine Meisterprüfung im Fach „Verzauberte Bücher“ für sich zu nutzen. Statt ein einfaches verzaubertes Buch zu erstellen, das zum Beispiel Tintenklekse spuckte, erschuf er ein gefräßiges Buch. Jeder, der begann auf seinen leeren Seiten zu schreiben, musste solange Geschichten schreiben bis es voll war. Da er aber im Unterricht nicht sonderlich aufgepasst hatte, reichte es nur ein Wort pro Seite zu schreiben, um den Zauber zu lösen.

Es kam wie es kommen musste. Der Magierschüler musste seinen Zauber vorführen und tappte in die eigene Falle. Da er neben seiner Boshaftigkeit nicht viel Platz für Fantasie hatte, traf ihn nach kurzer Zeit der Blitz.

Seitdem verhalf das Buch vielen Menschen zum Unglück und nur wenige überlebten seinen Besitz. Luis hatte Glück und als sein Kumpel das Buch im Garten vergrub, hatte er das Gefühl, dass ihm ein Stein vom Herzen fiel. Doch damit war es noch lange nicht beendet.

7 Gedanken zu “„Das Buch – Prolog“ | Writing Friday KW16

  1. Interessanter Prolog. Ich habe mich gefreut, mehr über das verzauberte Buch zu erfahren. Bin mir ja nicht sicher, ob das vergrabene Buch wirklich Ruhe gibt. Oder ob nicht irgendjemand es wieder ausbuddelt und die Sache von Neuem losgeht.
    Wünsche dir schöne Ostern!

    Liebste Grüße
    Emma

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