weil freiheit | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
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Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Traumspruch

Ich wünsche euch schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr. Auch wenn mein Gedicht diese Woche negativ ist, meine Gefühle für die Dienstagdichter*innen sind es so gar nicht. Danke für ein Jahr voller fantastischer Poesie!

weil freiheit

weil freiheit. deine haut klebt an der
wand. ihre haare liegen über dem, was
mal ihr ohr war. sein körper liegt zur
seite gesunken. du riechst verbranntes
fleisch. weil tradition. sie sitzt unter
dem bett und maunzt. er unter einem
busch. morgen wird er nicht für dich
singen. weil es spaß macht. überall
liegen ihre plastikkörper. das holz ist
wie unsere wälder bereits verbrannt.
glas knirscht, als du mit deinem auto
drüber fährst. nur einzelne idioten.
weil freiheit. deine geht dort weiter,
wo die der anderen endet. weil

muster | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder findet ihr hier: *KLICK*

Ich habe für diese Runde versucht alle Bilder als Geschichte in einem Gedicht zu verweben.

muster

in der ursuppe schwimmend. wir malen
uns strukturen in das sein. wollen aus
mustern liebe lesen. alleine. zusammen
stehen wir im schneegestöber. meine
nase schmilzt muster in deine haut. dein
atem brennt meinen horizont. frei. ich
kann alleine sein. im schnee tanzen. bin
umgeben von flocken. oder am rand sitzen
bis mich der hunger holt. manche strukturen
und muster malt niemand. manchmal
bleiben horizonte unentdeckt.

Dieses Jahr | Writing Friday

writing-friday-2020

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Wofür bist du dieses Jahr besonders dankbar? Zähle mindestens drei Dinge auf und gehe näher auf sie ein.

Bei mir sind es keine Dinge, sondern vor allem Menschen für die ich dieses Jahr dankbar bin.

erstens
auch wenn es still ist, bin ich nicht allein. auch wenn wir
uns nur über bildraten sehen und über audiowellen hören,
weiß ich wer ihr seid.  wir sind uns nahe ohne in der nähe zu sein.

zweitens
ich kann mit dir zusammen und alleine sein, dabei bin ich nur
einsam, wenn du nicht da bist. dein geruch hängt dann wie 
ein versprechen in der luft und ich weiß, dass du zurückkommst.

drittens
wenn ich an dich denke bist du ein abstraktes muster, eine idee,
ein werden. ich spüre unsere gemeinsame zukunft. jetzt wohnst
du unter meinem herzen, irgendwann wohnst du direkt in ihm.

unsere grenzen | Kritzelnews

Ich durfte für das neue ZUGETEXTET-Magazin ein Gedicht beisteuern. Da ich das Magazin sehr gerne lese, freut mich das insbesondere. Weitere tolle Gedichte außerhalb des Magazins findet ihr auf dem Blog: https://www.zugetextet.com/

Damit durfte ich bereits in zwei Gedicht-Bänden/Anthologien dieses Jahr auftauchen, und nächstes Jahr in einer weiteren Gedichtanthologie gleich mit 3 meiner Gedichte. Läuft.

an meinen feind | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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Ich bin das diskutieren derzeit etwas leid und habe das Gefühl mit einem Prinzip zu reden, nicht mit Menschen. Hier also einfach mal wirrer Frustabbau.

an meinen feind
ich bin hier. ich bin nur hier. ich bin. und
in einigen momenten bin ich alle. wenn
du wüsstest, wie ich fühle, würdest du
vielleicht anders denken. sage ich. doch
ich weiß, dass du du bist. du bist. wenn
mein mitgefühl dein scheinbar kaltes
herz berührt. du liest es anders. hier.
manchmal, wenn ich versuche du zu
sein, will ich dich schlagen, will dir mein
mitgefühl einprügeln. es dir deine kehle
hinunterzwängen. zeigen, was wichtig ist.
ich bin hier. du bist da. ich bin. du bist.
wir ist. nicht. und du bleibst mein feind.

momente | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
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EDIT: Timer falsch gesetzt. Hier also ein montägliches Dienstagsgedicht. 😇 Hab es ge-retimed. Nicht wundern.

Manchmal schreibe ich Gedanken/poetische Zeilen einfach irgendwo auf. Früher oder später landen sie in einem Gedicht oder ich lösche sie. Hier mal ein Gedicht, das nur aus solchen Gedanken besteht, die in den letzten 2 Jahren entstanden sind. Erst gestern fiel mir auf, wie ähnlich sie sind.

momente

dein schnurrbarthaaratem fließt meinen
arm hinunter. wogen von fellmomenten
ergießen sich in mein feierabendtief.

meine augen verfangen sich in ihren
fließmomenten. wie ein netz spannt sich
ruhe über meine aquariumsmeditation.

mein einundausatem ergießt sich in die
muskelfasern, in bewegungsmomenten
auf der matte unter den ganzbeimirfüßen.

die winterliche kaltluft streichelt meine
morgenbeine. klangmomente steuern
schritt um schritt weg vom alltagstrott.

Lyrimo 29 und 30

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Die letzten beiden Gedichte vom Lyrimo. Mir hat der Monat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe viel rumprobiert und extrem viele tolle Gedichte gelesen. Das war eine wirklich inspirierende Zeit. Danke an die liebe Organisatorin. 🙂

Tag 29 – Blinde Begegnung
bis zur dunkelheit. wir sehen
uns nachts. die räume sind
unbeleuchtet. diastole.
systole. dein atem riecht
nach knoblauch. sind wir
dann fishermans friends? du
lachst höflich. sonnenklang.

Tag 30 – Kaffeesatz
der kaffee ist getrunken. die bohnen leer. nur noch der kaffeesatz erzählt von einer schönen zeit.

blumenmeer | Der Dienstag dichtet

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Vienna BliaBlaBlub

Gedanken von meinem morgendlichen Arbeitsweg.

Haiku: blumenmeer

durch ein blumenmeer
der wind trägt kältewellen
die kristallwand wächst

Lyrimo Tag 22 bis 28

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 22 – Quersumme

wenn ich uns beide addiere, sind wir keine summe mehr. unsere windschiefen geraden schneiden sich niemals und unsere binome können sich nicht verformeln. vielleicht sollte unsere querrsumme ein negatives vorzeichen bekommen.

Tag 23 – Schrödingers Box

wenn ich dich mit einem messer
öffne, sehe ich dein herz schlagen.
lunge, leber, niere, magen. blut,
muskeln. innerstes. innen. du
stirbst so offen. wenn ich dich
nicht öffne, weiß ich nichts. du
bist mehr als die summe deiner
organe. innen außen. und alles
zusammen.

Tag 24 – Ich sollte ein Buch schreiben

ich sollte gedanken an gedanken
knüpfen. wörter mit einander
verweben. sätze wie ein puzzle
zusammenbauen. sollte absätze
wie skulpturen formen und
kapitel wie ausstellungskonzepte
sorgfältig planen. stattdessen
sitze ich hier und schreibe nur
ein schnödes gedicht.

Tag 25 – Mundart

do rinn. meine klangwellen
fliegen in deine ohren. do
russ. und verlassen sie. bass
uff. sag ich. doch du verstehst
mich nicht. sprache ist krieg.

Tag 26 – Erasure von Schillers Bürgschaft

von den bergen. bäche, ufer,
strand. meere. ich kann die
stadt nicht erreichen. wie
rieselndes rauschen. stille.
und die sonne geht unter.

Tag 27 – klein und eckig

2 zieh nicht weiter. 4 ab ins
gefängnis. 6 eine karte. 3 du
gehst zurück auf start. 7 du
hörst auf zu spielen. die augen
zahlen, dein leben würfelt.

Tag 28 – Netzwerken

verbunden durch. gefangen
mit. wir sliden durch bytes
und seelenlose zeilen. aber
du bist mein freund. an
gestubbst. geliked durch.
und ich kenne dich nicht.

als es noch ging | Der Dienstag dichtet

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als es noch ging

als es noch ging. als ein niemand mehr
wert war, als ein jemand. damals,
früher. als. ist heute. deine gefühle
reiten auf einer zeitmaschine. denken
synapsenbahnen entlang. voraus und
zurück. stolperst du über deine eigenen
windungen. heute reist du in dasselbe
als, wie gestern und heute ist es anders.
du fragst dich. wie sie gefühlt haben. sie
selbst können es nicht erfassen. nur die
dunklen buchstaben auf der haut singen
ein lied davon. als es noch ging.