wenn ich etwas neues beginne| Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Mein Buchprojekt ist gerade in eine kleine Sackgasse gelaufen und ich sortiere mich neu. Dabei ist mir aufgefallen, wie schwer und zugleich leicht es ist, neue Dinge zu beginnen.

wenn ich etwas neues beginne

wenn ich etwas neues beginnt. wenn ich
etwas altes aufgebe. ich schlage ein neues
buch alt auf. wörterwinde schlagen mir
entgegen. ein orkan aus gelesen, gewusst,
und ungeschrieben. ich sortiere in der
buchstabensuppe die vokale aus. damit
nicht zuviele ahs und ohs darin stehen.
was, wenn ich die adjektive verwechsle?
ich atme seiten und meditiere über
kopfzeilen. einige überschriften werden
zu unterschriften. einige flattermomente
zu harten zahlen. in einer welt aus vielen
bin ich nur eins. heute ein altes. morgen
ein neues. übermorgen erwartet mich.

Lest auch bei:
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Berlin Autor
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Emma Escamila
Wortverdreher
Lebensbetrunken
Vienna BliaBlaBlub
Heidimarias kleine Welt
Traumspruch
Red Skies over Paradise
Your mind is your only limit
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott

meer lachen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wir waren mit Little J an der Ostsee.

meer lachen

der wind wogt in wellen an meine
meeresbeine. die füße bitzeln von
den schaumkronen. und ich stehe
hier in deinem plätschernden lachen.
während mir sand die wirbelsäule
hinunterrieselt. ein muschelglucksen.
keckern wie eine möwe. deine stimme
trägt wind, deine freude formt meer.

Weiterlesen „meer lachen | Der Dienstag dichtet“

trocken | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

trocken

trocken ist sie, meine abgestorbene
haut. ich sammle sie vom boden.
wie ein puzzle baue ich ein zweites
ich. nähe mit haaren. kreuzknoten.
das davor läuft mir nun nach. alte
lebenspläne sind eintattowiert. die
farbe läuft über steingewordene
zehennägel und gezogene zähne.
am ende des tages sollte ich das
vergangene verbrennen. und doch.
kann man sein früher umkreisen?

Weiterlesen „trocken | Der Dienstag dichtet“

Friedrich | Etüdensommerpausenintermezzo

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und es muss an einem echten Gewässer spielen.

Friedrich

Friedrich war achtzehn Jahre alt, als er das erste Mal ans Meer reiste. Seine Eltern hatten nicht viel Sinn für weite Reisen und so hatte „in den Urlaub fahren“ für ihn immer geheißen, den Bauernhof seines Onkels in Sommerloch zu besuchen. Immerhin lag dieser in Rheinland-Pfalz und nicht in Hessen, wo er wohnte. So konnte er, wenn man es nicht zu genau nahm und er das „Bundes“ verschluckte, immerhin behaupten, in den Ferien ein anderes Land besucht zu haben. Das minderte jedoch nicht seinen Neid den Klassenkameraden gegenüber. Wenn Thorsten erzählte, wie er am Fjelleruper Strand Muscheln gesammelt hatte oder Sonja, die am Similaungletscher Ötzi besucht hatte, stellte er sich vor, auch solche Reisen zu unternehmen, sobald er alt genug dazu war und das nötige Kleingeld hatte.

Weiterlesen „Friedrich | Etüdensommerpausenintermezzo“

uns steht | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

uns steht

uns steht die luft bis zum hals. der wind bläst in gedankenkreisen. auf luv und lee. mann über bord. der rote ring wurde wegrationalisiert. dort hängt eine feder.

uns steht das feuer bis zur nase. wir schmeißen plastik in die flammen. nasenklammern sind im angebot. aus technopolymer oder fructose.

uns steht die erde bis zu den augen. öl fließt aus den kanälen. tropft auf dinoförmige taschentücher.
jemand niest holz.

uns steht das wasser
gut. in den leben. meistens im weg.

Weiterlesen „uns steht | Der Dienstag dichtet“

zwischen reisen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

zwischen reisen

zwischen reisen. ich surfe auf dem
alltagsglitsch. jongliere in plastik
gehülltem brauen und gelben. im
takt der 90er trommel oder der
40er trägt mich der tagesbeat. ein
wenig platsch rechts und links. die
flecken der erinnerung fließen in
richtung weidenkorb. es duftet.
süßlich, herb, manchmal riecht
es nach arbeit. wir leben zwischen
couchmomenten, spielwiesen und
bettenburgen. eigentlich ist das
zwischen reisen auch eine reise.

Weiterlesen „zwischen reisen | Der Dienstag dichtet“

gesalzene luft | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich war mit den Füßen in der Ostsee. 💕

gesalzene luft

gesalzene luft. meine haut atmet.
in den wind hinein. meine haare
verfangen sich. in muscheln. es
rauscht. neben mir sehe ich kleine
fußabdrücke. mit fingern geformt.
eine sandburg aus freiheit. die
algen fesseln mich. meinen blick.
ich male meine erinnerung auf
klippen, damit sie mich nicht
vergessen. bis ich zurückkomme.

Weiterlesen „gesalzene luft | Der Dienstag dichtet“

durch augen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

durch augen

weil ihr mauern höher sind als
ihre augen. die pupille geweitet.
ist vor der hornhaut stopp. die
linse verschließt sich vor farben
und formen. stiehlt der linse ihren
regenbogen. binokular. wenn ihre
kurzsicht weitsichtig wäre. wenn
sie doch nur räume sehen würden.
statt nur weiße bilder an wänden.

Weiterlesen „durch augen | Der Dienstag dichtet“

käfig | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

käfig

bin mir ein käfig. gedanken
schwirren zwischen weichen
gitterstäben. auf dem bodem
liegt der kot der anderen. er
flüstert. ich auch. und. nie.
darf etwas gedacht werden?
wenn die patina des stahls
aus gesellschaft besteht. in
der ecke hängt eine kamera.
ich lächle und schreibe zellen.

Weiterlesen „käfig | Der Dienstag dichtet“

mein schiff | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Durch Corona und den Knirps war ich in letzter Zeit wenig in der freien Natur, am Meer oder mal „draußen“. Ich habe klassisches Fernweh und kann unseren Trip an die Ostsee in 3 Wochen kaum erwarten.

mein meer

auf weiter blauer flur wachsen weiße
schaumblumen. gezwitscher klingt
wie sirenengesänge. ich sehne. wie
der wind die grünen segel streichelt.
es knistert in den tiefen und weiten.
höre ein rufen. verlange ich mitte. sie
flüstert zu mir. die ruhe. wenn sie nie
wieder spricht? ich will meine sieben
sachen packen, mir den seemannsbeutel
über die schultern werfen. morgen legt
es ab. ich winke mit einem fernen tuch.

Weiterlesen „mein schiff | Der Dienstag dichtet“