mein schiff | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Durch Corona und den Knirps war ich in letzter Zeit wenig in der freien Natur, am Meer oder mal „draußen“. Ich habe klassisches Fernweh und kann unseren Trip an die Ostsee in 3 Wochen kaum erwarten.

mein meer

auf weiter blauer flur wachsen weiße
schaumblumen. gezwitscher klingt
wie sirenengesänge. ich sehne. wie
der wind die grünen segel streichelt.
es knistert in den tiefen und weiten.
höre ein rufen. verlange ich mitte. sie
flüstert zu mir. die ruhe. wenn sie nie
wieder spricht? ich will meine sieben
sachen packen, mir den seemannsbeutel
über die schultern werfen. morgen legt
es ab. ich winke mit einem fernen tuch.

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süße momente | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich durchforste derzeit alte Gedichte und habe dabei dieses von 2010 entdeckt:

Süße Momente
Honig tropft vom Mond in die milchigen
Augen des Morgens. Langsam wischt die
Sonne das lästige Grau hinfort. Wir wickeln
Bonbons aus Morgenröte direkt in unsere
Zuckermünder. Während die Kaffeesonne
ihren destilen Platz erklimmt, zerfließt der
Tag in Tun. Hungrige Alltagsmomente
klingen und klirren in die Ruhe hinein.
Raben preisen laute Glücksgefühle.
Nur das leise Rascheln verrät noch die
Naschhaftigkeit deiner Worte und ein
süßlicher Geschmack erzählt von der
klaren Einfachheit dieses Moments.

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mutant | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Pünktlich zum Ende des Wochenbetts ist bei mir Gürtelrose ausgebrochen. Mein kompletter linken Arm ist von Blasen bedeckt und die Nerven sind gestört. Yay. Immerhin hab ich kein Fieber mehr und Gottseidank hat mein Baby Nestschutz. Ich versuche heute eure Beiträge zu lesen, muss aber mal schauen, wie es mir geht.

mutant
schmerzgekribbel
fehlfeuernde nervenbahnen
in meinem arm
rotbepustelt friste ich mein
mutantendasein

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towelday | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Happy Towelday!

weich. ich kuschele mich nackt und
verletzlich in deine zipfel. reibe meine
haut trocken. du umschlingst mich.
gibst mir wärme. liegst du auf der
kommode, schützt du sie vor in der
luft zirkulierendem harn. liegst du
auf meiner schulter schützt du meine
kleidung. schmiegst dich an und
fängst ergebnisse der antiperistaltik.
an der tür hängst du, liegst auf dem
tisch, an meinem fußende. sagst. du
bist für mich da. deine frottierende
gesamtheit. und ich sage heute danke.

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nur der sandmann lächelt | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Das Gedicht braucht keine Erklärungen, oder?

nur der sandmann lächelt

nur der sandmann lächelt. meine
augen sind nach innen geklappt.
beobachten meine hinrströme,
gedankenwellen. ich surfe an der
großhirnrinde und ergieße mich
in meinen ermüdeten körper. nur
der sandmann lächelt. wie er dort
steht und den sand auf meine füße
fallen lässt. es rieselt und raschelt.
wenn ich meine bettdecke anhebe,
falle ich. nur der sandmann lächelt
und freut sich über freie tage. gähn.

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hände | Der Dienstag dichtet

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Es ist manchmal nicht so leicht Hilfe anzunehmen.

hände

an der ausgestreckten hand
vorbeigehen. ich übersehe
kleine finger. stolpere über
seinen daumennagel und
ihre zeigefinger. knöchel
umkreise ich, um mich hinter
venen zu verstecken. ab und
an sehe ich den horizont. und
schüttle hände aus wolken.

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schleicht sich | Der Dienstag dichtet

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schleicht sich

schleicht sich auf leisen pfoten in
meinen alltag. schnurrt sich durch
den wochentag. haare auf meinem
terminplaner. ich verwandle das
neue in alte milch. manchmal harre
ich aus und beobachte das ewig
gestrige. anders. stelle ich fest.
und streichle über sich in kleinen
futternäpfen formende routinen.

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weil mein herz ein strand ist | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Organisatorisches: Wir haben 2 neue Dienstagsdichterinnen. Am Ende der Liste findet ihr ihre Links.

Eines der schlimmsten Gefühle meines Lebens habe ich letzte Woche erfahren müssen: die Angst ums Kind. Mittlerweile ist alles gut und wird stetig besser, aber dieses Gefühl bleibt dumpf zurück.

weil mein herz ein strand ist

weil mein herz ein strand ist. winzige
und riesige wellen rollen, schlagen.
schaumig, sandig. über mich. körnchen
um körnchen verschwinden der sand.
halt. muscheln kommen und gehen. ich
habe keine hände, mit denen ich halten
könnte. keine stimme, mit der ich rufen
könnte. stunde um stunde. minutenlang.
sekunden. schnell. werde ich kleiner. mein
mund voller palmen, ersticke ich an der zeit.

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auf couchfarbenen wolken | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Nach ein paar turbulenten Tagen hatte ich den perfekten Moment der Ruhe. Ich genieße ihn noch und lese eure Gedichte Morgen in Ruhe.

auf couchfarbenen wolken

auf couchfarbenen wolken
nast ein gesicht über meine
offengelegte haut. hinterlässt
fluide gewordene atemzüge. in
meine poren. ich spüre dich
innen und außen. herz, haare,
niere, augen sind eins mit mir.
ohne eins zu sein. hier, jetzt,
vor vier tagen, morgen. immer.

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warten | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte geschrieben habe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

warten

warten. auf den frühling, sommer,
besseres wetter, dass die eisbahn
wieder öffnet, auf godot. heute
tanzen wir mit den füßen auf der
unsichtbaren ziellinie und warten
auf den startschuss. jetzt ist heute
ist vergangenheit. ich warte in den
tag hinein. und atme zukunft aus.

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