matschgrautage | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Mich nervt der Januar gerade ein wenig. 😉

matschgrautage
plätschern dahin
meine tagträume schweifen
und ich versinke in
ergrünungsfantasien

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nix | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wenn mir bis 20 Uhr nix einfällt, schreibe ich halt über das nix. So.

nix

nix. leer. alle. leere, gähnende. durch
meinen kopf kugeln sich staubballen.
die salontür schwingt und niemand
tritt ein. die gläser sind leer. der rum
schon ausgetrunken. auf dem klavier
spielt der wind tonlose musik. die
hure aus der ersten etage ist ins kloster
ausgewandert. der revolverheld hat
angst bekommen und das weite
gesucht. nix los hier. nunja, morgen
wieder. in der hinterletzten ecke des
obersten stübchens glitzert es.

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stiller | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

stiller

das glöckchen hat sich wieder
ausgeklingelt. die verwandschaft
abgenadelt. und wir tanzen zu
der ruhe im kreis. atmen.zwischen
den zeiten parkt die stille stiller
als in stille nacht. ohne knallen
bleibt sie vielleicht dieses jahr.

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rhinitis | Der Dienstag dichtet

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Nach müd kommt blöd. Nach krank anscheinend albern.

rhinitis

mein rüssel hat einen knoten. ich
bin wie die sphinx in ägypten ohne
sand. als fan van gogh wollte ich
mir ein ohr abschneiden und habe
zu mittig angesetzt. punkt. punkt.
strich. und fertig ist die verstopfte
nase. advent advent die rotze rennt.

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es ist nicht deine angst | Der Dienstag dichtet

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Ich habe einen Artikel in der Zeit gelesen, in der Gesundheitspersonal zum Zustand in den Intensivstationen befragt wurde. War dein ein bisschen sauer und habe das in Zeile fließen lassen.

es ist nicht deine angst

es ist nicht deine angst, die mich abfuckt.
sondern dein hass. der über weiße gänge
kriecht. blut besudelt ist dein roter zorn,
schwarz umrandet dein gewissen. ich
will dich schütteln, wie man kleine babys
nicht schütteln soll. will mit einer feder
und trockner tinte deine gehirnwindungen
überschreiben. der vorhang fällt. nicht nur
für dich. für andere. es ist nicht deine angst,
die mir angst macht, sondern die vehemenz
mit der du deine ohren tonlos machst.

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unter der bettdecke | Der Dienstag dichtet

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Ich habe durch die hormonellen Schwankungen durchs Stillen ab und an Schlafstörungen. Gestern war wieder so eine doofe Nacht.

unter der bettdecke
unter der bettdecke schlägt mein
herz. im takt mit meinem atem. ich
zähle mit. bis drei. schweife ab. mein
herz tanzt auf synaptischen bahnen.
meine drehungen geben den takt dazu.
dunkel ist sie. die zeit schleicht und
stolpert. prallt am wecker ab. ich höre.
draußen gibt es viel zu erleben. tik tok.
und die minuten versinken zwischen
federn. während mein kopf auf ihrer
oberfläche treibt. rechts. links. licht an.

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und sie steigt | Der Dienstag dichtet

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und sie steigt

und sie steigt. bei dir weht wind
im stübchen. die fenster hast du
absichtlich offen gelassen. die
klinken sind kaputt. sagst du. die
tür ist geschlossen. ein schild
besagt. ich glaube. wenn dich
jemand besuchen kommt gibt es
nur krümeligen kuchen, wässrigen
kaffee. ohne sahne. und sie steigt.

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zwischen zwei wimpernschlägen | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

zwischen zwei wimpernschlägen

zwischen zwei wimpernschlägen
verweilt dein atemzug. ich gehe
über brücken, durch wälder, tore
in tunneln. auf der anderen seite
wippe ich mit den füßen und warte
auf momente. zwischen zwei
wimpernschlägen wartet meine
sehnsucht.

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stunden überholen minuten | Der Dienstag dichtet

Da ich kaum Gedichte schreibe, erkläre ich den Dienstag zum Gedichtetag und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Heute endet meine Elternzeit und mien Freund übernimmt. Irgendwie war ich Gestern doch noch schwanger, oder? Wo ist die Zeit hin?

stunden überholen minuten
stunden überholen minuten. im
sekundentakt schlägt mein herz
langsamer und meine synapsen
stolpern über die uhrzeiger. heute
war gestern. ist morgen. ich habe
im kalender nachgelesen, was ich
keine zeit zu erleben hatte. und
der sturm weht die seiten fort.

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wenn das kissen | Der Dienstag dichtet

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Ich habe versucht ein Gefühl einzufangen.

wenn das kissen

wenn das kissen nicht mehr aus
zement ist. ich boxe in weiche
kiesel. zerbeiße mich in weich
gewordenem brot. doch. die
wellen schlagen hoch. ich koche
unter der erde. wenn ich wieder
auftauche, ist die welt ein noch.
lasse ich mich in federn fallen.
koste den geruch von süßer
marmelade und wiege meine
vernunft.

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