Papa, der Held und Mama, die natürliche Hausfrau | Mama-Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Mein Freund und ich teilen uns die Elternzeit 50/50, weil es unsere Jobs erlauben, aber auch, weil es uns wichtig ist, dass jeder von uns unser Kind aufwachsen sehen kann. Ich empfinde das als normal, aber von anderen hören wir immer wieder Lob, vor allem für den aufopferungsvollen Papa.

Elternzeit = Mamazeit

Es heißt zwar Elternzeit, aber in überwiegender Mehrheit sind es die Mütter, die diese Zeit in Anspruch nehmen. Das ist natürlich wegen dem Stillen einfacher, aber leider ist es auch oft so, dass Frauen weniger als Männer verdienen. Da Elterngeld nun mal reduziertes Gehalt bedeutet, mit dem man einen Menschen (mit eklatantem Windelverbrauch und genauso oft wechselndem Kleiderschrank wie ein Supermodel) mehr versorgen muss, bleibt oft die Frau Zuhause. Das wird irgendwie als selbstverständlich angesehen. Ist ja auch schön, so mit Baby Zuhause. Dabei wird übersehen, dass ein Baby ein 24/7-Job ist und im ersten Jahr meist anstrengender als der eigentliche Beruf.

Papazeit

Diese Vorstellung, dass es selbstverständlich ist, sich ums Kind zu kümmern und ja auch irgendwie eine coole Auszeit ist, gilt aber nur für Mütter, wenn der Papa Zuhause bleibt, opfert er sich auf. Die Sätze „Toll, dass er dir das ermöglicht.“ und „Cool, dass er das so mitmacht.“ habe ich leider öfter gehört, als ich vermutet hätte. Ist denn die Elternzeit für Männer mehr Arbeit als für Frauen?

Die natürliche Hausfrau

Ich finde das Frauenbild, das dahinter steht, befremdlich und unzeitgemäß. Als wären Frauen dafür gemacht, Zuhause zu bleiben. Wenn man die Evolution des Menschen betrachtet, mag das durchaus zutreffen, da wir aber nicht mehr in Höhlen leben, ist diese Sichtweise fehl am Platz. Um Zuhause zu bleiben, braucht man keine spezielle Ausbildung, aber man braucht Liebe, Geduld, Ausdauer, etwas Organisationstalent und Flexibilität.

Was ich daraus ziehe?

Ich lasse mich von diesem Narrativ nicht einlullen und widerspreche, wenn es mir begegnet. Mein Freund will zuhause bleiben, weil er seinen Sohn aufwachsen sehen will, aber er weiß, dass das eine Menge Arbeit ist. Das hat er schließlich die ersten 7 Monate gesehen, wenn er Zuhause war. Am Ende haben wir derzeit beide einen 24/7-Job, einer von uns ist nur 5 Mal die Woche auf Dienstreise.

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