Ich habe zu viele YouTube-Videos gesehen | Schwangere Gedanken

Hier findet ihr die vorangegangenen Teile: Schwangere Gedanken

Setzt euch hin und trinkt einen Tee, z.B. mit dem Namen die „Innere Ruhe“ oder „Harmonie“. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob die helfen. Am besten ihr holt euch auch einen Keks und legt ihn vor euch.

Bereit? Gut!

Ich habe zu viele YouTube-Videos gesehen

Ich war interessiert daran, wie es anderen Schwangeren so geht, wie sie sich auf die Geburt vorbereiten etc.. In Corona-Zeiten hat man weniger Austausch, außerdem kann ich bei YouTube vorspulen, wenn mir die Erzählung zu detailreich wird. Eigentlich ein bombensicherer Plan, der leider einer Facette des menschlichen Naturells widerspricht: Der Neugierde.

Die Überemotionalen

Bei meinem Plan habe ich nicht bedacht, dass Menschen die YouTube-Videos machen, das tun, weil sie so enthusiastisch sind und sie das Bedürfnis haben sich mitzuteilen oder um Kohle zu machen. Beides ist ein Garant für sehr viele Emotionen. Ich bin froh über meine Schwangerschaft und freue mich auf das Baby, aber es ist nicht mein Lebensinhalt und eine riesige Sache mache ich schon gar nicht daraus. Ich habe kein Schwangerschaftstagebuch, habe plump bei WhatsApp den interessierten Parteien das Geschlecht mitgeteilt und die meisten Anschaffungen, die wir tätigen, sind mehr nach dem „praktisch“ als dem „oh wie süß“ oder „hach, das muss ich für mein Baby haben“ orientiert. Das ist bei YouTubern natürlich anders. Da wird alles überzelebriert. Von der „Gender Reveal Party“ bis hin zum ersten Baby-Shoppen über die super spannenden Frauenarztbesuche mit Fotoupdate (sry aber Föten und Embryos sind nicht sonderlich hübsch und sehen ganz bestimmt nicht „aus wie der Papa“). Die erste Stunde YouTube war ich sehr überfordert, dann habe ich die realistischeren Videos gesehen.

Die, die wissen, wie es geht

Auf YouTube sind vor allem Profis unterwegs, die genau wissen, wie es geht und wenn man ein oder zwei Kinder bekommen hat, ist man mehr Experte als jede Hebamme. Gut, nicht jeder ist so, trotzdem findet man auf YouTube gehäuft Leute, die sich sicher sind, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben. Würde ich all diesen Menschen trauen, würde ich niemals ein Tragetuch oder eine schnallbare Trage nehmen, denn alles ist falsch. Auf die eine Art sitzt das Baby verkrampft, die andere ist schlecht für den eigenen Rücken und außerdem kann das Baby ja ersticken. Am besten man fasst das Baby gar nicht an. Ich werde einfach darauf vertrauen, dass ich es selbst herausfinde.

Verformte und verfärbte Bäuche

 „So sah mein Körper wirklich aus“, „Die reale Seite der Schwangerschaft“, „Was sonst niemand zeigt“. Glaubt man dieser Art von YouTuber sind alle anderen Fake und Schwangerschaft ruiniert den weiblichen Körper VOLLKOMMEN. Viele solcher Videos gehen nicht darauf ein, dass jeder Körper anders ist. Einige haben besseres andere schlechteres Bindegewebe, es scheint auch abhängig zu sein wieviel man in der Schwangerschaft zunimmt und ob man bereits nebenbei die Haut speziell pflegt. Das krasse Gegenteil sind dann die Models, die nur mit zwanzig Filtern und Makeup ihre Bäuche und Nach-Schwangerschafts-Körper in die Kamera halten. Die moderate Mitte gibt es auf YouTube, aber sie schreit einen weniger an und ist daher schwerer zu finden.

Die Sturzgeburt

Ich habe keine Ahnung, warum ich auf das Video geklickt habe. Ich hatte schon einige Videos der Dame gesehen und fand, dass sie nach drei Kindern sich gut und gerne Expertin beim Thema Geburt nennen kann. Außerdem ist sie sehr realistisch in ihren Erzählungen und überdramatisiert nicht. Das hat sie bei ihrer letzten Geburt auch nicht, aber himmelherrgott…nach Ausnahmefall-Geburten sollte man als Schwangere nicht suchen. Was alles passieren kann, reicht auch als Stichpunkt auf einem Zettel, damit man weiß, worauf man zu achten hat. Plakative Beschreibungen sind wie ein Unfall, bei dem man nicht wegsehen kann.

Was ich daraus ziehe:

Pfoten weg! Wirklich! Cookies löschen und vergessen, dass es Leute gibt, die YouTube-Videos rund um das Thema Schwangerschaft/Geburt machen. Lieber zu Freunden gehen, denen man vertraut und dort Fragen. In Zeiten von Corona gibt es zum Glück immer noch Smartphones.

Wenn euch der Text emotional aufgewühlt hat oder ihr hungrig seid, nehmt euch jetzt den Keks und tunkt ihn in den letzten Rest vom Tee.

Gechillt? Gut! Habt einen schönen Tag.

3 Kommentare zu „Ich habe zu viele YouTube-Videos gesehen | Schwangere Gedanken

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