Zivilisationsurlaub

ff

Ich mach bis Sonntag Zivilisationsurlaub. Aus aktuellem Anlass ein alter Text:

5 Tage Metal-Festival oder wie man Urlaub von der Zivilisation macht

Der tägliche Umgang mit unseren Mitmenschen ist geprägt von gewissen Umgangsformen. Damit meine ich nicht „Bitte“ und „Danke“ zu sagen, sondern ein gepflegtes Äußeres, Bier erst nach dem Feierabend und das Verbergen von körpereigenen Gasen in Gesellschaft. Auf Metal-Festivals kann man das alles gepflegt über Bord werfen.

Tag 1: Der erste Tag eines Festivals zählt kaum als Zivilisationsurlaub. Man ist noch einigermaßen sauber. Frauen tragen Make up, Männer sind rasiert. Das erste Bier gibt es erst nach dem Aufbau, bei Männern oft begleitet mit dem Verlust der Oberbekleidung. Abends finden die ersten Konzerte statt, doch im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das Ankommen und Kennenlernen der Zeltnachbarn. Diese werden im Laufe des Festivals zu den besten Freunden oder, wenn sie eine schlechte Musikanlage oder einen schlechten Geschmack haben, zu den ärgsten Feinden. Außerdem gewöhnt man sich langsam wieder daran, wie laut so ein Rülps klingen kann.Weiterlesen »

Collagen – Eine Hassliebe

Pappe schneide ich meistens falsch zu oder mit der Schere mich. Meine FIMO-Kreationen enden bei mir sehr oft an der Zimmerwand und meine Origami-Versuche zusammengeknüllt im Mülleimer. Aber Collagen – die stelle ich gerne her – meistens.

Collagen

Im Prinzip besteht die Technik der Collage daraus, aus unterschiedlichen Einzelteilen etwas ganzheitliches Neues zu schaffen und das dann irgendwo aufzukleben. Genau genommen handelt es sich um künstlerisches Plagiieren auf sehr hohem Niveau. Schließlich verwendet man die Erzeugnisse anderer und fügt sie für seine eigenen Zwecke zusammen. In der Kunst nennt man das Collage, in der Wissenschaft manchmal Doktorarbeit.

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Im Tutorial-Dschungel

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Bremsen reparieren, Haare schneiden, PC zusammenbauen, Haute Cuisine – wer motiviert ist oder kein Geld hat, macht es selbst. Was früher das Fachbuch war, ist heute das Internet und oftmals YouTube-Videos. Das hat so seine Vor- und Nachteile und definitiv auch Gefahren.

Als während einer Weiterbildung die Bremsen meines Fahrrads plötzlich begannen auf der einen Seite zu schleifen, war ich auf dem Höhepunkt des Kein-Geld-Habens. Also beschloss ich, das selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich ist so ein Fahrrad weniger kompliziert als ein PC und an denen bastle ich schon seit der Pubertät rum. Erstmal habe ich es mit Foren probiert, aber die schiere Menge an Information und Widersprüchen ließ mich bereits nach wenigen Minuten verzweifeln. Dazu kamen etliche Fachbegriffe und sehr umständlich beschriebene Anweisungen ohne Bilder.

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Auf der Suche nach dem Puk

Am Freitag habe ich mein zweites Eishockey-Spiel besucht – Derby Kasseler Huskies vs Frankfurter Löwen. Über mein erstes Spiel habe ich einen Text geschrieben.

Huskies

Nach 18 Jahren in Kassel habe ich es endlich zu einem Huskys Spiel geschafft. Gewappnet mit dicker Kleidung, geliehenem Fanschal und zuvor angeeignetem Wikipedia-Wissen habe ich mich auf den Weg gemacht, unbekanntes Eis zu erforschen.

Als Kasseler nicht bei einem Huskies -Spiel gewesen zu sein, ist kein Verbrechen, verstößt aber gegen meinen Anspruch etwas lokalpatriotisch zu sein. Die zentralen Museen und Sehenswürdigkeiten kenne ich, die documenta habe ich jedes Mal besucht und vor drei Jahren war ich auf meinem ersten KSV-Spiel. Nun also ein Huskies-Spiel und dazu noch zum Auftakt der Saison.Weiterlesen »