Eigentlich heiße ich Katharina, aber jeder nennt mich Katha. Ich spreche mit Katzen, schaue halbnackten Menschen beim Ringen zu und verkleide mich zu Halloween. Außerdem schreibe ich gerne Krams und doodle so vor mich hin. Hier findet ihr, was ich so kritzele.
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
kittschig
und dann hängen sie wieder, die bunten sterne. schön sind sie, ein wenig grell mancherorts. ich lasse mich inspirieren. decke verrottendes laub mit tannenzweigen zu, kunstschneebestäubt. ein paar figürchen neben dreckiges geschirr, ein paar auf die staubige fensterbank. über die risse in der außenwand klettern lachende nikoläuse. vor allem zur weihnachtszeit reparieren wir mit kitsch statt mit kitt. kittschig.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Die Geschichten in meinem Kopf
Manchmal, wenn ich irgendwo stehe und über eine Geschichte nachdenke, sie in meinem Kopf abspielen lassen, frage ich mich, was andere gerade so denken und ich kann es mir schlichtweg nicht vorstellen. Wie hat man nicht ständig Geschichten im Kopf?
Mein Kopf
Wenn mein Kopf nicht beschäftigt ist, greift er sofort nach Geschichten. Meist habe ich gerade eine einzelne dominant in meinem Kopf, die ich durchspiele, immer wieder oder manchmal auch nur meine Lieblingsmomente. Manchmal bin ich so investiert, dass ich die Geschichte nur schwer weglegen kann, aber leider muss man das ab und an, um nicht den Anker zur Realität zu verlieren. Geschichten helfen mir beim Einschlafen, sie trösten mich und lenken mich von Langeweile ab. Geschichten geben meinem Leben einen Sinn, nicht den einzigen Sinn, aber sie sind Teil des Sinngefüges.
Andere Köpfe
Ich mag auch Geschichten, die andere in ihrem Kopf hatten. Es ist ein bisschen wie Voyeurismus, weil ich mir vorstelle, dass die Geschichte bei dem oder der Autor*in auch im Kopf gewohnt und sie oder ihn durch den Alltag begleitet hat. Oft lasse ich mich inspirieren und nehme Teile der Geschichte und schreibe sie in meinem Kopf um, erweitere sie, oder ich nehme nur Aspekte und pflanze sie in eine eigenständige Geschichte. Geschichten inspirieren mich zu mehr Geschichten.
Viele Köpfe
Weil andere Geschichten so eine große Inspirationsquelle sind, schreibe ich meine Geschichten auch auf, denn mein größter Wunsch ist, dass auch meine Geschichten jemanden inspirieren. Ein wenig gruselig finde ich es schon, dass das, was so lange Zeit in meinem Kopf gewohnt hat, plötzlich in einen anderen Kopf einzieht, aber auch schön, so Verbindungen zu jemanden zu schaffen. Vielleicht wächst in dem Kopf der anderen Person daraus eine neue Geschichte und vielleicht zieht diese Geschichte, dann wieder bei jemand anderem ein, wie ein Geschichtennetzwerk. Ich finde die Vorstellung schön, auch wenn sie vielleicht ein wenig verrückt ist.
„Authors. We write to pretend we’re not crazy for talking to ourselves.“ – Richie Norton
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bald bin ich da
sanft fährt er mit langen kalten händen über nasen und ohren. liebkost gräser und blätter. sät weiße küsse auf den rauen asphalt. abends klopft er sachte an die fensterscheibe. bald bin ich da. schreibt er in kristallschrift auf das glas. noch ist seine nase warm, aber sein atem wabert wie nebel, seine stimme klirrend klar
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Gesundheitsmythen, die mich aufregen
Herbst bedeutet auch Beginn der Erkältungszeit, vor allem mit kleinen Kindern. Bei uns ging es zum Glück bisher mit leichten Erkältungen, bisschen Heiserkeit und Schnupfen, aber wie jedes Jahr fällt mir auf, wie viele Mythen es um Infekte gibt und wie sehr mich das aufregt, das Menschen diese Mythen immer wieder wiederholen. Also habe ich mal ein bisschen recherchiert.
Erkältung kommt von Kälte
Ist bei dem Namen naheliegend, aber Quatsch. Frieren macht nicht krank, dazu braucht es immer noch Krankheitserreger und Frieren schwächt auch nicht sofort die Immunabwehr. Es kann sich schwächen, aber das ist abhängig von der Länge, Häufigkeit des Frierens und Ausgangszustand des Immunsystems. Was auch der Fall ist, eine kalte Nase ist schlechter durchblutet, das heißt Erreger könnten schneller ins Gewebe eindringen. Ist aber auch keine wenn-dann-Beziehung.
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etwas, das nichts ist
etwas, das nichts ist, kann sich nicht ausbreiten. etwas, das nichts ist, kann keinen raum einnehmen. ich beobachte die leere, wie sie wabert, kreist, tanzt. eine abwesenheit, die sich verdichtet. in meinem magen, zwischen meinen beinen, zehen. an den haarspitzen kräuselt sie sich. in den fingerspitzen kribbelt sie. etwas, das nichts ist, kann sich nicht wie etwas anfühlen. und doch ist innere leere eines der ausfüllendsten gefühle.
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Wenn Tage Personen wären
Ich habe letztens schon über die Tage als Personen nachgedacht, fand die aber zu langweilig und habe zu den Monaten als Personen etwas geschrieben. Hier falls ihr es noch nicht glesen habt. Klick Losgelassen hat mich der Gedanke an die Tage aber nicht und ich habe auch die Tage als Personen beschrieben und mit einem Zusatz aufgepeppt: Was ist ihre Lieblingsspeise?
Montag der grummelige verschlafene Teenager Lieblingsessen: kalte Pizza vom Vortag
Dienstag der geschäftige Pragmatiker Lieblingsessen: belegtes Brot
Mittwoch der hoffnungslose Meckerkopp Lieblingsessen: egal was, es ist eh zu kalt/warm/salzig…
Donnerstag der hoffnungsvolle Hippie Lieblingsessen: buntes Gemüseallerlei mit Klecks Sour Cream
Freitag das vorfreudige Kind Lieblingsessen: Spaghetti mit Würstchen
Samstag die motivierte Partymaus Lieblingsessen: fancy Sushi und gestyltes Dessert
Sonntag die gechillte Couchpotatoe Lieblingsessen: Chips mit Guacamole
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Und welche Autor*innen hier kennen das? 😉
kunstleiden
eisig kalt. mein rücken schmerzt. der magen knurrt, der darm seufzt. meine hände sind am limit. aber mein kopf sagt weiter. finger tanzen über tasten, schaffen welten, beleben ideen und malen wortbilder. immer weiter. bis mein kopf leergeschrieben ist und michelangelo mir unter der sixtinischen decke hängend zulacht.
Weil wahrscheinlich kaum einer den Michelangelo Hinweis am Ende versteht, hier der Anfang des Gedichtes, das Michelangelo über seine Arbeit an der Decke der Sixtinischen Kapelle schrieb:
„Ich habe schon einen Kropf von dieser Tortur bekommen, hier zusammengekauert wie eine Katze in der Lombardei (oder irgendwo sonst, wo das stehende Wasser giftig ist). Mein Magen ist unter meinem Kinn gequetscht, mein Bart ist zeigt auf den Himmel, mein Gehirn ist in einem Sarg zerquetscht, meine Brust verdreht sich wie die einer Harpyie. Mein Pinsel, die ganze Zeit über mir, tropft Farbe so dass mein Gesicht einen feinen Boden für Exkremente bildet!…“
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Weghörfreiheit
Das Problem ist nicht, dass wir keine Meinungsfreiheit haben, sondern dass plötzlich alle denken, dass ihr Meinung interessant genug ist, um von allen gehört werden zu müssen. Das klingt erstmal hart, aber ich habe wirklich das Gefühl, dass Menschen, die glauben, ihre Meinung nicht äußern zu dürfen, diese besonders wichtig nehmen. Nur ist sie das halt oft nicht.
Kurzer Background
Wenn ich auf Social Media neutrale Personenbezeichnungen wähle, kommt IMMER mindestens ein Kommentar darüber, wie scheiße das ist und dass ich ein anderes Wort benutzen soll (Forschende ist ein absolutes Triggerwort). Das kommt in den meisten Fällen von Leuten, die sagen, dass es keine Meinungsfreiheit gibt. Eine Weile habe ich nett reagiert und darauf hingewiesen, dass ich schreiben darf, wie ich das möchte. Dann habe ich das aufgegeben, und begonnen zu trollen: „Immer diese Sprachpolizei!!11 Ich schreibe wie ich will!“ Mittlerweile blende ich aus und bei ganz unnetten Kommentaren blocke ich die Person.
Bitte nicht widersprechen!
Das interessante ist ja auch, dass die Beschränkung der Meinungsfreiheit oft mit dem Gegenwind verwechselt wird, den eine Meinungsäußerung manchmal nach sich zieht. Nachdem eine Person ihre Meinung kundgetan hat, heißt das nicht, dass es Zustimmung geben muss. Jede geäußerte Meinung kann und sollte hinterfragt und diskutiert werden, aber das wollen Meinungsfreiheitskämpfer selten. Sie wollen Zustimmung. Sie wollen Recht haben. Das mag in der eigenen Bubble funktionieren, nicht aber auf Social Media oder dort, wo eine Vielzahl Menschen mit unterschiedlichen Meinungen existieren.
Ich höre halt nicht zu
Meinungsfreiheit bedeutet übrigens auch nicht Beleidigungsfreiheit. Wer mich anraunzt, wird sofort geblockt. Wenn mich jemand auf der Straße beleidigt, bleibe ich doch auch nicht stehen und höre zu. Ich glaube, dass da jede Person weggehen würde. Dasselbe Prinzip wende ich online an. Auf meinen Social Media-Kanälen kann jede*r seine Meinung kundtun, aber Meinungsfreiheit bedeutet nicht Zuhörzwang. Ich nehme mir die Freiheit heraus, Meinungen zu ignorieren und das nach eigenem egoistischem Interesse. Ich muss nicht reagieren. Ich muss nicht zuhören. Ich muss nicht begründen, warum ich das tue.
Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für November beinhaltet die Worte „Seelenverkäufer, obskur, ergattern„.
Aurora und Helios
Simone schlenderte über den Flohmarkt und hoffte ein Schnäppchen zu ergattern. Ein Stand am Ende der Hauptgasse weckte ihr Interesse. Der Mann hinter dem Tisch wirkte wie ein Ruhefels in dem Flohmarktchaos. Vor ihm ausgebreitet lagen allerhand obskurer Dinge, die man so auf den Dachböden von Großeltern fand. Sie musterte die Gegenstände und fand ein kleines Flaschenschiff. Sie besaß bereits eines, dass ihr Großvater selbst gebaut hatte, als er ein junger Mann gewesen war. Die Helios. Mittlerweile war ihr Großvater gestorben und das Schiff stand etwas schief in der Flasche, aber sie hielt es in Ehren.
„Die Aurora“, sagte der Mann.
„Haben Sie das selbst gemacht?“, fragte Simone.
„Nein. Das war mein Vater, bevor er mit dem Seelenverkäufer aufs Meer geschippert und nie wiedergekommen ist.“
„Oh das tut mir leid.“
Der Mann lächelte. „Das ist Teil der Seefahrerei.“
„Warum verkaufen sie das Schiff? Es ist doch sicher ein Erinnerungsstück.“
„Ich glaube, sie ist einsam. Früher sah sie majestätisch aus, jetzt wirkt sie beinahe wie das Wrack, das die echte Aurora ist.“
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gruselig
krabbelt langsam meine wirbelsäule hinauf. ein atem haucht kalte faulige luft in meinen nacken. grabesstille streichelt über meine gänsepickelige haut. ein schrei in hallenden dunklen räumen. ein kichern in der ecke. ich ziehe mir die decke bis unter die nase und schwelge in dem süßen gefühl der kontrollierbaren angst.