Baby-Zeichensprache | Mama-Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Da Kinder erst so mit ein bis anderthalb Jahren anfangen zu reden und es mitunter noch einige Zeit dauert, bis man sie auch versteht, dachte ich mir ich probiere Baby-Zeichensprache aus. Es gibt einige Zeichen, sechs fand ich sinnvoll und habe mit Little J‘s sechsmonatigem Erdenbestehen angefangen, sie ihm vorzumachen. Hat es geklappt? Ja, aber irgendwie anders als gedacht.

Wie Baby-Zeichensprache funktioniert

Erstmal ist Babyzeichensprache einfach Gebärdensprache. Die ist aber nicht ganz einheitlich in jedem Land und daher können die Zeichen je nach Quelle unterschiedlich aussehen. Ich habe die amerikanischen Zeichen gewählt, einfach, weil ich da eine gute Grafik zu gefunden habe. Die Theorie lautet, dass wenn man bei der Aktion und dem Wort für die Aktion diese Gebärde macht, dass das Kind diese Gebärde auch irgendwann nachmacht.

Das Problem dabei

Kinder haben nicht immer Bock auf Gebärden und sind feinmotorisch nicht in jedem Alter so fit, alle Gebärden zu können. Sprich am Ende sehen viele Gebärden einfach gleich aus. Bei uns war das blöderweise die Gebärde für „mehr (Essen)“ und „fertig (mit Essen)“. Wir erkennen „fertig“ eher daran, dass er den Kopf wegdreht oder das Essen wirft. Dafür klappt die Gebärde für „Milch“ (Stillen) super. Ist halt nur nicht so sinnvoll, weil ich derzeit nur noch einmal Stille und von selbst fordert er Stillen nicht ein. Die Gebärde „Essen“ wurde übrigens nie akzeptiert, stattdessen signalisiert er „Mehr“ wenn er Hunger hat. „Trinken“ klappt auch nur alle Monde mal. Meist schnappt er sich einfach den Trinkbecher, den wir immer in seiner Nähe haben, damit er sich selbst bedienen kann. Wir haben auch überlegt ihm die Gebärde „Müde“ beizubringen, aber dem Kind sieht jeder Fremde an, wenn er müde ist, dafür braucht es keine Gebärde. Jetzt probieren wir „AA“, die Hoffnung ist, dass wir ihm nicht mehr am Hintern schnüffeln müssen, um festzustellen, ob er gemacht hat. Vielleicht hilft uns das später auch beim Töpfchenlernen. Außerdem bringe ich ihm „Hi“ bei und „Haben“. Letztere klappt ganz gut.

Was ziehe ich daraus?

Es ist ein Prozess. Das wichtigste ist, nicht frustriert zu werden und das Ganze als Spiel zu sehen. Manchmal hat Little J einfach keine Lust und sitzt gefühlt auf seinen Händen und manchmal haben wir keine Lust, dann albere ich lieber mit ihm rum, als ihn daran zu erinnern, mir mit Gebärden zu zeigen, was er will. An anderen Tagen hat er super Freude daran und lacht, wenn ich seine Gebärde richtig deute und ihn lobe. In der Krippe werden keine Gebärden gemacht, mal schauen, ob er sie dann trotzdem noch macht. Ich denke aber nicht, dass dann alle Mühe umsonst war, schließlich hat es ihm und uns Spaß gemacht.

2 Kommentare zu „Baby-Zeichensprache | Mama-Gedanken

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