Der After-Baby-Body-Unfug | Mama Gedanken

Da es mir in meiner Reihe „Schwangere Gedanken“ so viel Spaß gemacht hat, mich über Klischees und Erwartungen an Schwangere aufzuregen, habe ich mir überlegt fortzufahren, denn auch an Mütter gibt es eine Reihe von unsinnigen Erwartungen.
Hier findet ihr alle Texte zu dem Thema: *Klick*

So, ihr kennt das: Macht euch einen Tee, holt euch einen Keks und los geht’s.

Der After-Baby-Body-Unfug

Wenn man endlich genug Babybauchbilder gemacht hat und das kleine Wesen auf der Welt ist, ist eines der Hauptthemen (im Internet) der After-Baby-Body und der ist grundsätzlich falsch, wie es scheint. Zuviel Dehnungsstreifen, zu viel Haut, die Kilos purzeln nicht schnell genug oder noch schlimmer, man sieht danach genauso aus wie vorher…

Die Angst vor Veränderung

Während der Schwangerschaft verändern die Hormone und das wachsende Baby den weiblichen Körper und das ist wirklich beängstigend. Ich habe in einem anderen Text: HIER schonmal darüber geschrieben. Ich habe mir nichts anderes gewünscht, als dass ich genauso nach der Geburt aussehe, wie vor der Schwangerschaft – keine Dehnungsstreifen, lose Haut oder Krampfadern. Dafür habe ich viel getan, meine Gene anscheinend auch, weil mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Außer einer sehr schwachen Linea Negra sieht man nichts mehr von der Schwangerschaft. Bereits 6 Tage nach der Geburt hatte ich mein Ausgangsgewicht und da mein Bauch nicht groß war, fällt die lose Haut auch nur mir auf. Ich könnte happy sein, aber da ist ein Problem: Ich habe das Gefühl, das niemandem sagen zu dürfen.

Verdrehtes Bodyshaming

Und da komme ich zum Problem. Wenn Stars und Models Tage nach der Geburt bereits Bikinifotos von sich veröffentlichen, ist der Shitstorm nicht weit. Verschwörer vermuten Photoshop oder dass die Schwangerschaft fake war. Keine Ahnung, ob das Neid ist oder Sensationslust, es ist auf jeden Fall eine skurrile Art des Bodyshamings, ähnlich wie der Vorwurf, man habe einen zu kleinen Babybauch. Da ich nicht berühmt bin, interessiert sich zum Glück niemand für meinen After-Baby-Body, aber auch im Privaten habe ich das Gefühl das Thema meiden zu müssen, um andere, die nicht das genetische Glück haben, nicht zu deprimieren.

Erstaunlicher Körper

Gewicht ist immer ein sensibles Thema und ich weiß, wie groß die Angst ist, nach der Geburt plötzlich in einem anderen Körper zu stecken. Auf der anderen Seite hat der Körper von Müttern da mal eben so neues Leben produziert und wachsen lassen. Das ist an sich schon erstaunlich. An manchen Tagen glaube ich es selbst kaum und habe das Gefühl, das Baby in meinem Arm wurde doch vom Storch gebracht. Warum haben wir also den Anspruch, dass unser Körper nach dem er so ein Wunder vollbracht hat, einfach wieder zur Normalität zurückkehrt, statt immer noch so erstaunt zu sein, was er da gerade geleistet hat? In dem Punkt hat gefühlt die ganze Gesellschaft eine Körperwahrnehmungsstörung.

Was ziehe ich daraus?

Vielleicht sollte ich ein wenig traurig sein, dass ich nichts mehr von der Schwangerschaft sehe und gleichzeitig dankbar, dass mein sowieso schon eigenartiges Verhältnis zu meinem Körper nicht weiter belastet wird. Sollte ich mehr darüber reden? Vielleicht. Andererseits habe ich das Gefühl, dass das so ein Thema ist, bei dem man besser zuhören sollte.

4 Kommentare zu „Der After-Baby-Body-Unfug | Mama Gedanken

  1. du kannst echt stolz auf dich sein, dass du so diszipliniert durch die Schwangerschaft gegangen bist (wie du schreibst, hast du dafür viel getan, toll). Ich finde das enorm stark und bewundernswert und wer anders denkt ist vermutlich nur neidisch. Ich jedenfalls war’s. Ich habe ordentlich zugelegt und bis heute nicht zum Vorschwangerschaftsgewicht zurückgefunden. Du bist ein verdienter Glückspilz zumindest in diesem Punkt (ansonsten kenne ich dich ja nicht)…

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    1. Mit Disziplin hatte die geringe Gewichtszunahme nicht nur zu tun. Dadurch, dass mein Bauch so klein war, hat das Baby einfach enorm auf die Organe gedrückt. Mit viel Essen war also nichts. Der Nachteil ist jetzt, dass ich mein Gewicht kaum halten kann und wahrscheinlich früher abstillen muss. Das wichtigste ist halt doch, dass es dem Kind und einem selbst gesundheitlich gut geht. Darüber sollten wir eigentlich viel glücklichee sein.

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      1. ja, das stimmt. Ob Stillen sich auf das Gewicht auswirkt, weiß ich nicht. Ich habe sehr lange gestillt, aber abgenommen habe ich nicht. So richtig Mühe zum Abnehmen habe ich mir aber auch nicht gegeben, weil im Fett Gift eingelagert sein soll und dieses dann wohl in die Milch geht. Könnte ja stimmen dachte ich mir und wollte die Kleinen ja nicht vergiften.

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      2. Man braucht halt etwa 600 Kalorien mehr.
        Bei 200g Gewichtsabnahme muss man sich laut meinem Arzt noch keine Gedanken machen. Das Problem ist, dass man auch nicht ins Untergewicht rutschen sollte.

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