Das ist übergriffig! | Schwangere Gedanken

Hier findet ihr die vorangegangenen Teile: Schwangere Gedanken

Setzt euch hin und trinkt einen Tee, z.B. mit dem Namen die „Innere Ruhe“ oder „Harmonie“. Allerdings habe ich keine Ahnung, ob die helfen. Am besten ihr holt euch auch einen Keks und legt ihn vor euch.

Bereit? Gut!

Das ist übergriffig!

Kennt ihr den Sketch von Karoline Kebekus, in dem sie schwanger einen Spaziergang macht und angetascht wird. Nein? Ist ein Pflichtvideo für alle, die schon mal den Wunsch verspürt haben ungefragt einen Schwangerschaftsbauch zu berühren, der nicht ihr eigener ist.

„Kann ich mal anfassen?“ „Nein.“ „Wieso nicht?“

Weil ich das nicht möchte! Wieso wird von Schwangeren erwartet, dass sie es in Ordnung finden, wenn Fremde ihnen an den Bauch fassen? Ich finde das schon bei Freunden eher komplex. Man darf mich gerne Kaktus nennen, aber ich werde ungerne einfach so angefasst und schon gar nicht in der Körpermitte. Das war schon immer meine Safety Zone und gerade habe ich sie mit extra viel Stacheldraht umspannt, weil der Bauch ungewohnt ist und da reift Leben drinnen, dass es zu beschützen gilt. Sicherlich greifen dort irgendwelche natürlichen Instinkte. Nicht nur emotional ist es verständlich den Schwangerschaftsbauch schützen zu wollen, sondern auch logisch. So ein Schwangerschaftsbauch ist empfindlich. Die Haut dehnt sich, das darunter auch. Je nachdem wie fest man da „draufpatscht“, kann das sehr unangenehm werden.

„Aber ich habe sowas noch nie gefühlt.“

Schaff dir selbst ein Kind an! Es tut mir leid, aber man hat als Mensch nun mal nicht den Anspruch einmal im Leben einen Schwangerschaftsbauch zu berühren. Wenn man ein Mann ohne gebärfähige Partnerin oder als Frau eben selbst nicht gebärfähig (oder was auch sonst immer nicht zum Kinderkriegen passt) ist, dann ist das – so hart es auch klingen mag – Pech. Ich habe auch keinen Anspruch einmal im Leben in einer goldenen Badewanne zu liegen oder selbst ein Flugzeug zu steuern. Manche Dinge hat man im Leben, andere eben nicht. Nicht mein Problem.

Was ziehe ich daraus?

Nichts. Bei dem Thema wird es immer Idioten geben. Ich bin mittlerweile dazu übergangen, Leuten die ungefragt zulangen, auf die Pfoten zu hauen und mich damit zu vertrösten, dass es vor Corona schlimmer gewesen sein muss.

Wenn euch der Text emotional aufgewühlt hat oder ihr hungrig seid, nehmt euch jetzt den Keks und tunkt ihn in den letzten Rest vom Tee.

Gechillt? Gut! Habt einen schönen Tag.

21 Kommentare zu „Das ist übergriffig! | Schwangere Gedanken

      1. Ich kann es dir nicht sagen. Also ich würde nie auf die Idee kommen, da einfach hinzufassen, aber ich bin da auch nicht so affine dafür. Ich muss das nicht unbedingt machen 🙂
        Schüchterne haben es da sicherlich schwieriger. Ich zum Beispiel habe es oft schwer zu sagen, was mir nicht passt.

        Gefällt 1 Person

  1. Agrrr, zum Glück hatte ich dieses Problem damals nicht. Klar, die besten Freundinnen durften anfassen, aber die dürfen mich auch umarmen (also – zu pandemiefreien Zeiten …). Bei anderen Frauen den Bauch zu tatschen – auf den Gedanken würde ich gar nicht kommen. Klar, Dein Bauch gehört Dir, in jeder Hinsicht!
    Liebe Grüße
    Ines

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe Katha, es kann gar nicht genug Texte dazu geben, egal ob geradeheraus oder in Humor verpackt. Es ist leider so. Ich weiß nicht, ob es die Neugier ist oder das Gefühl, dass Schwangerschaft und Geburt die Menschen zusammenschweißt. Mach dich darauf gefasst, dass wildfremde Leute meinen werden, es sei ganz normal, sich über den Geburtsvorgang im Detail auszutauschen und dass im Supermarkt das weinende Kind mit „Das hat sicher Hunger, geben Sie ihm denn nichts zu essen?“ oder sonstigen Mutmaßungen kommentiert wird. Wohl dem, der da eine schlagfertige Antwort parat hat! Alles Gute für die weitere Schwangerschaft! Eva

    Gefällt 1 Person

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