in anderen gärten | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin
Lindas x Stories
La parole a été donnée à l’homme
Gedankenweberei
Myna Kaltschnee
Wortverdreher
Lebensbetrunken

Wenn ich nur an Moria denke, wird mir schlecht und wenn ich dazu noch Kommentare von gewissen Leuten oder Politikern lese, überlege ich alles, was Medien oder soziale Medien ist, ab jetzt zu meiden. Das hilft nur auch nicht, deswegen ein Gedicht:

in anderen gärten

wenn ich ihren hass rieche. ihre feigen
worte atmen höre. ich will mich auf
meine zehenspitzen stellen und in
andere gärten sehen. statt lilien sehe
ich elendsblüten. büsche aus armut.
kranken, toten, trauer, verzweiflung.
meine hände greifen ins leere und so
drehe ich mich um. vertrocknet riecht
die erde. das wasser verbrannt. neben
disteln aus neid, angst, missgunst steht
ein baum mit fehlendem mitgefühl und
ignoranz.
welche mauern reißt man leichter ein.
die aus synapsen oder die aus stein?

24 Kommentare zu „in anderen gärten | Der Dienstag dichtet

  1. Liebe Katha,
    ich danke dir für dieses Gedicht, deine Emotionen kann ich sehr gut nachvollziehen… Die Disteln aus Neid, Angst und Missgunst kann ich meisten spüren, sie tun förmlich weh. Da kann man das Sprichwort mit dem Vor-der-eigenen-Tür-kehren gut umändern: einige sollten wirklich erstmal ihre eigenen Gärten in Ordnung bringen, bevor sie auf andere spucken… In den aktuellen Debatten kommt es mir leider so vor, dass sich die Mauern aus Stein eher einreißen lassen als die aus Synapsen.

    Nachdenkliche Grüße
    Alina

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    1. Ich fürchte auch, dass die aus Stein einfacher einzureißen ist. Dabei sollte es doch nicht so schwer sein, kein Neid für die Ärmsten zu empfinden, aber in kleinerem Rahmen erlebt man das auch in der Diskussion ums Grundeinkommen.
      Danke.

      Gefällt 2 Personen

  2. Du hast das Trauerspiel sehr schön in Worte gefasst. Und das Alles getragen von einer Großen (???)Koalition mit dem großen C vorneweg mit denen, die sich mal gleiche Rechte für alle auf die roten Fahnen geschrieben haben.
    Wie können wir es nur länger verantworten, dass diese Parteien, denen WIR unser Mandat gegeben haben, weiter so verlogen handeln?
    Selbst 10.000 Flüchtlinge wären auf unsere Gesamtbevölkerung gesehen nur 1/8300stel, also auf 8300 Deutsche 1 zusätzlicher Flüchtling. Da kann sich jeder selbst ausrechnen, wie viel mehr das für den Ort wäre, wo er lebt und welche große Angst wir dann haben müssten, dass sie uns alles wegnähmen!

    Gefällt 2 Personen

    1. Die Parteien haben Angst Wähler zu verlieren, weil die Arschlöcher leider lauter sind, als die Vernünftigen – sowohl in der Politik, als auch bei Social Media und der Straße. Es ist echt ekelhaft.

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  3. In was für wunderschöne Worte du dieses ernste Thema gekleidet hast. Witzig (wenn man das Wort in diesem Kontext verwenden kann), dass es uns heute beide beschäftigt hat.

    Mir gefällt vor allem deine Schlussfrage. Sie bringt mich zum Grübeln und ich mag es, wenn mich Texte zum Nachdenken anregen.

    Liebe Grüße
    Myna

    Gefällt 1 Person

  4. Sehr emotional. Mir tun die Menschen dort sehr leid. Was für eine ätzende Situation – nicht dableiben können, nicht wegkönnen, nichts anfangen können, nichts beenden können. Einfach gar nichts können. Und so vergeht Jahr um Jahr… und wir machen einfach weiter. Ätzend.

    Gefällt 1 Person

  5. Ja, ich glaube auch, dass die Mauern aus Stein leichter einzureißen sind.
    Und ja, wenn man bedenkt, dass die Menschen mit der Anlage zu Mitgefühl und sozialem Verhalten auf die Welt kommen, dann ist der Befund, wie häufig es fehlt doch sehr bedenklich.
    Liebe Grüße
    Judith

    Gefällt 1 Person

    1. Mitgefühl ist ein spannendes Thema. Wenn man bei allem mitfühlen würde, was so passiert würde man wahrscheinlich depressiv werden. Nur krass, dass einige sich auch aus Angst vor dem verschließen, was direkt vor ihrer Haustür passiert.

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  6. Danke, liebe Katharina.
    Ja, das ist spannend – und leider wird mitfühlen oft mit mitleiden verwechselt. Ich glaube, dass es wichtig ist, den Unterschied für sich selbst klar zu bekommen – und zwar genau als Psychohygiene.
    Liebe Grüße
    Judith

    Gefällt 1 Person

    1. Das ist klar. Man kann nicht das Leid der Welt in sich aufsaugen, aber manchmal reicht auch nur Verständnis…und bei einigen Leuten würde es mir sogar reichen, wenn sie einfach die Klappe halten (in Bezug auf die Kommentare bei Twitter etc., die man so liest).

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