auf bergen | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

auf bergen

weht um meine nase. mit weitem blick
ins und übers tal. hier ein bröckchen, da
ein steinchen. ich klettere über große
und kleine zerwürfnisse. ein berg ist
ein berg und im tal plätschert ein fluss.
die ferne atmet, während du und ich
kleine samen auf vierhundert metern
höhe finden. einen steinwurf freiheit.

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der plan | Der Dienstag dichtet


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der plan
in druckbuchstaben geschrieben. bis
sich die häkchen kreuzen. bis sich die
kreuze windschief verhalten. punktlos.
in hirnmasse gepresst schlingert ein
plan durch die dendriten. bis. und dann
ist nacht. pläne ziehen wie wolken an
meinem fenster vorbei. listen tanzen wie
fahnen im wind. an einem luftballon
hängt das letzte kleine to-do. ich lasse
es ziehen.

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musenlos | Der Dienstag dichtet


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musenlos

wenn die muse erst zu später
stunde küsst. gehaucht ist er.
der kuss. beinahe am ohr vorbei.
kitzelt die gehirnwindungen. ein
paar worte fallen lustlos aufs
papier. schulterzucken. auch
das ist manchmal kunst.

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Und plötzlich ziehen am Horizont Wolken auf | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Mosaikstücken zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Mich hat diesmal das Zitat inspiriert und das Mosaikstück „Wolken“ hat das passende Bild geliefert und dann hatte ich einfach Freude am Experimentieren.

Das Zitat: (Ingeborg Bachmann – „die gestundete Zeit“)

„Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont“

Und plötzlich ziehen am Horizont Wolken auf

Und plötzlich ziehen am Horizont Wolken auf.

Kleine Schäfchenwolken, verwehte Wolken, solche, die man kaum sieht, weil sie beinahe
durchsichtig sind.

Hübsch sehen sie aus, gar nicht bedrohlich, auch
wenn sie das Blau durchbrechen, das die letzten Tage bestimmt hat.

Langsam kommen sie näher, ziehen größere Wolken mit sich.

Wolken, die zwei Ebenen besitzen, die kleine Türmchen bauen, sich
weiter über den Himmelverwehen lassen, als würden sie von den
vorhereilenden Wolken gezogen werden.

Ein wenig Unbehagen macht sich breit. Werden sie das wundervolle Blau verdecken?

Noch unauffällig linsen die tiefen Wolken über den Horizont,
vereinen sich mit den anderen aus den Ebenen darüber, planen, schmieden.

                                                                                              Das Blau hat nun viele Löcher und Risse.

Wolke auf Wolke.

Wie ein Stapelturm.

                                               Es riecht nach Regen.

                Nimbostratus.

Das Blau lugt durch die letzten Löcher, wie der neugierige Nachbar durch die Hecke.

                Dann verschwindet es.

                                                                                              Weiß.

Grau.

                Dann Regen.

                                                                                                                              Bis zum nächsten Sonnenschein.

nach dem urlaub | Der Dienstag dichtet


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nach dem urlaub

langsam kriecht der kalte atem
des alltags über meinen rücken.
trist wirkt er, ein wenig grauer,
ein wenig fad. die zeit läuft zäh.
und trotzdem schleicht sich der
gedanke ein: zuhause ist es doch
am schönsten.

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steinburg | Der Dienstag dichtet


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steinburg

raue, glatte, große, kleine, mit
moos, ohne, algen. wir bauen
eine burg aus stein und meer.
während etwas ewigkeit sanft
über unsere füße plätschert,
sammele ich dein lachen ein.

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kunst ist wichtig | Der Dienstag dichtet


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kunst ist wichtig

kunst ist wichtig! stand am himmel
geschrieben. wurde mit einem banner
in die wolken gewoben. festgezurrt
mit feinen fäden, die in den zweigen
hoher bäumen hängenblieben. wir
zogen daran und sehen uns nun an
den laufmaschen blutig.

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es schmilzt | Der Dienstag dichtet


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es schmilzt

erst gelb. langsam gleitet ein streusel die
schale hinunter. dann rot, blau, mehr gelb.
ein regenbogen projiziert auf glas. in der
eispfütze lösen sie sich auf. werden erst
farblos, dann flockig, dann teil des ganzen.
eine suppe aus vanilleeis, schokoeis mit
schokopfützchen, die mal splitter waren,
aus flüssiger sahne, weichgewordener
waffel und dem farbschatten der streusel.
ein paar tränen mischen sich dazu. von
dem kind, dem die sonne das eis gestohlen
hat. ob unsere erde auch bald so aussieht?
ob das kind dann noch genug tränen hat,
die geschmolzene erde zu beweinen?

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es kocht | Der Dienstag dichtet


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Mal eine Ode ans Kochen.

es kocht

brutzelt, blubbert, köchelt, dampft.
in kochtopf, pfanne, auflaufform,
wok. mikrowelle, backofen, herd.
es duftet. soße fließt in strömen,
umrandet, kartiert, umschmeichelt.
wenn es die lippen berührt, setzt
die befriedigung ein. aber das schönste
am kochen ist die ruhe nach dem
ausschalten der dunstabzugshaube.

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