die letzten sommertage | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

die letzten sommertage

noch kleben die letzten sommertage
wie leder an meinem hintern und das
jammerkonzert der regentage läuft
als ohrwurm durch meine gehörgänge.
aber ich rieche es schon. tage, die mit
einer tasse tee enden, in kuschelsocken,
orangene fratzen und flackerndes licht.
leise rascheln die blätter und der wind
summt ein sanftes kühleres lied.

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Sandkastenentschleunigungsgedanken | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Sandkastenentschleunigungsgedanken

Ein Kind zu haben ist irgendwie gleichzeitig Beschleunigung und Entschleunigung. Man hat viel mehr Termine und Pflichten und gleichzeitig vergeht die Zeit im Sandkasten sehr langsam. In einem dieser Momente, wo ich dem Kind einfach nur beim Spielen zugeschaut habe (bzw dabei, dass er sich nicht selbst umbringt), habe ich mich gefragt, ob das wirklich dieses „Entschleunigen“ ist, wovon man so allgemein redet und ob es gutes und schlechtes Entschleunigen gibt und ob Entschleunigen nicht oft auch einfach Langeweile ist.

Wie definieren andere Entschleunigen?

Ich habe mal nach einer Definition gesucht und in der Karrierebibel eine gefunden und da ich den Gegensatz irgendwie lustig finde, zitiere ich die hier mal:

„Entschleunigung ist die gezielte Verlangsamung des Lebens, einer Entwicklung oder einer Tätigkeit. Es ist die direkte Gegenbewegung zum stressigen Alltag, in dem für nichts Zeit bleibt und alles schnell erledigt sein muss.“

Gezielt heißt, dass es bewusst sein soll- Demnach wäre meine Zeit im Sandkasten also kein Entschleunigen. Das wäre dann wohl eher der Yoga-Kurs oder das Meditieren, andererseits, nur weil ich die Zeit nicht selbst wähle, heißt dass ja nicht, dass mir die Entschleunigung nicht bewusst ist. Vielleicht ist es also doch entschleunigend im Sand zu buddeln. Auf jeden Fall hat man im Sandkasten meist keinen Stress und keinen Zeitdruck. Bevor der Sandkuchen in den Ofen kommt, ist das nächstbeste Kind durchgelaufen.

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eine tote maus | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

eine tote maus

wie kleine murmeln rollen tränen meine
wangen hinunter. eine tote maus auf der
straße. traurige musik. mit dem fuß auf
einen legostein getreten. und dann ist
wüste in meinem gesicht. tausende tote.
hungernde kinder. krankheiten. so viel
leid. würden aus den sandkörnchen in
meinem gesicht murmeln werden. eine
tote maus ist leichter zu ertragen.

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Wie man bei Hitze einen kühlen Kopf behält | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

So, jetzt ist die Hitze doch da. Ich habe ja schon in meiner kleinen Verteidigung des regnerischen Sommer geschrieben, dass ich Hitze nicht so mag, aber weglaufen kann man nicht. Hier also, was ich mache, wenn mich die Hitze nervt (nicht 100% ernst gemeint).

Wie man bei Hitze einen kühlen Kopf behält:

  • Shirt oder Haare nass machen
  • Schattenhopsen in Slow Motion
  • Dokumentationen über die Arktis ansehen – wer dazu noch lachen will sucht nach „Cumberbatch penguin“
  • saures Eis essen z.B. Zitrone, Maracuja
  • in jedes Glas Wasser Wassereis bröseln (ja, mache ich wirklich)
  • nicht auf den Wetterbericht oder das Thermometer sehen
  • Weihnachtslieder hören (Kind hört gerade Weihnachtsbäckerei in der Dauerschleife. Kp, ob es hilft, aber nach dem fünften Mal friert zumindest mein Gehirn ein)
  • Tüte mit Eis hinter Ventilator hängen
  • auf den Wetterbericht der nächsten Tage schauen, wenn man schon weiß, dass es wieder kühler wird

auf bergen | Der Dienstag dichtet


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auf bergen

weht um meine nase. mit weitem blick
ins und übers tal. hier ein bröckchen, da
ein steinchen. ich klettere über große
und kleine zerwürfnisse. ein berg ist
ein berg und im tal plätschert ein fluss.
die ferne atmet, während du und ich
kleine samen auf vierhundert metern
höhe finden. einen steinwurf freiheit.

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Auch Jungs dürfen Rosa mögen | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Auch Jungs dürfen Rosa mögen

Anfang der Woche hat das erste Mal ein anderes Kind zu meinem Sohn gesagt, dass er aussieht wie ein Mädchen, weil er sich die Haare langwachsen lässt. Sowohl mein Sohn als auch das Kind, dass das gesagt hat, sind vier Jahre alt. Bisher war das nie Thema. Ich frage mich, woher das plötzlich kommt und ehrlich gesagt, nervt es mich.

Mein Kind

Bisher war Little J* uninteressiert daran, was Erwachsene als „typisch“ Junge/Mädchen ansehen. Er mag Dinos, Puppen, Lego, Einhörner und seine Lieblingsfarben sind pink, orange und lila. Sein Lieblingsshirt ist ein Dino-Monstertruck, seine Lieblingshose ist eine Leggings mit ganz viel Blumen. Auf den ersten Hausschuhen waren pinke Katzen, auf den neuen ist der Polizeihund von Paw Patrol. Er zieht an und spielt mit dem, was ihm gefällt, ohne gesellschaftliche Vorgaben oder dergleichen und ich finde das auch richtig so.

Ich als Kind

Ich war in den 90ern Kind. Power Rangers und Dinos waren da groß in Mode, ebenso wie Barbie. Mein bester Freund und ich haben mit allem gespielt. Ich trug viele rote, gelbe und blaue Sachen, wenige Sachen hatten einen Aufdruck. Auf Bildern sehen die Sachen, die ich und meine Freunde trugen, auch nicht sehr auf Junge oder Mädchen zugeschnitten aus, auf jeden Fall nicht so sehr, wie ich das mittlerweile wahrnehme. Wann hat das angefangen, dass wir Kinder so stark nach Geschlecht trennen?

Mein Problem damit

Mir muss jetzt keine kommen mit „aber Geschlechter sind eben unterschiedlich“. Kinder interessiert das von sich aus eigentlich nicht und die Interessen und Vorlieben die Kinder haben, richten sich nach dem Angebot. Als es in der Krippe eine Baustelle gab, waren plötzlich alle Kinder Bagger-Fans, alle gleichermaßen. Mein Sohn liebt Katzen, weil wir Katzen haben und er zieht die Kleidung an, die in seinem Schrank und die Motive hat, die ihm gerade gefallen. Als er ein Buch mit der Geschichte der Eiskönigin bekommen hat, trug er ein Shirt mit Aufdruck davon, als er die Paw Patrol Tonie-Figur bekommen hat, trug er am liebsten das Shirt davon. Spiderman geht immer, weil einer seiner engsten Freunde riesiger Fan ist. Ihm ist es ganz egal, für welches Geschlecht das Spielzeug oder die Kleidung gedacht ist, er mag das, was er mag. Dass ihm jetzt mit negativer Konnotation gesagt wird, er sähe aus wie ein Mädchen, hat ihn verwirrt, weil es für ihn keinen Unterschied macht und das ist doch das, was freie Meinungsbildung bedeutet.

Hört auf damit

Kinder sind Kinder. Dass der Junge das zu meinem Sohn gesagt hat, kommt sicher nicht von ihm und es wird sicherlich mehr. Leider. Ich möchte, dass Little J sich weiterhin frei ausleben kann und das tut, was ihm Spaß macht, unabhängig davon, wie das Erwachsene gerne hätten. Zum Glück hat mein Sohn einfach nur gefragt, warum der Junge das gesagt hat. Zum einen fände er es nicht schlimm ein Mädchen zu sein und zum anderen hat zum Beispiel der Nachbarsjunge, den er bewundert, auch lange Haare. Ich habe ihm dann gesagt, dass er genau das zu dem Jungen sagen soll und dass, egal ob Junge oder Mädchen, niemand jemand vorschreiben darf, was er oder sie zu mögen hat.

*Ich nenne den Namen meines Sohnes nicht im Internet. Er soll selbst darüber entscheiden, ob und welche persönlichen Daten von ihm im Internet verfügbar sind.

der plan | Der Dienstag dichtet


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der plan
in druckbuchstaben geschrieben. bis
sich die häkchen kreuzen. bis sich die
kreuze windschief verhalten. punktlos.
in hirnmasse gepresst schlingert ein
plan durch die dendriten. bis. und dann
ist nacht. pläne ziehen wie wolken an
meinem fenster vorbei. listen tanzen wie
fahnen im wind. an einem luftballon
hängt das letzte kleine to-do. ich lasse
es ziehen.

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Warum ich den Sommer 2025 mag | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Warum ich den Sommer 2025 mag

Es beschweren sich sehr viele über diesen Sommer, also dachte ich, ich springe mal in die Bresche für ihn und erkläre, warum ich ihn gut finde. Natürlich nur das Wetter, was das auf den Klimawandel bezogen bedeutet, können andere besser erklären als ich. Außerdem ist nicht alles 100% ernst gemeint, valide Punkte gibt es trotzdem.

Das gute am Regensommer 2025:

  • man braucht keinen Bikinibody
  • Spielplätze und Eisdielen sind nicht dauerhaft überfüllt
  • alte und erkrankte Personen müssen keine Angst vor Hitze haben
  • Tieren geht es besser
  • unserer Wasserspeicher füllen sich
  • weniger Ausgaben für Sonnencreme
  • weniger vollgeschwitzte Wäsche
  • wenn man mal ein paar Tage lieber drinnen ist, hat man kein schlechtes Gewissen
  • Pfützenspringen in kurzer Hose macht mega Spaß
  • die Blumenpracht am Wegesrand und statt brauner eine Menge grüner Wiesen
  • tolle Wolkenformationen
  • keine überhitzte Wohnung/Büro/Fitnessstudio etc.
  • der einzigartige Geruch von Sommerregen

Der Bully Fahrer | Etüdensommerpausenintermezzo

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und es muss diesmal mit Liebe zu tun haben.

Der Bully-Fahrer

Es ist Juli 2016. Ich habe gerade meine Abschlussprüfung in meiner Weiterbildung bestanden und brauche eine Pause. Viele meiner Freunde fahren aufs Rock Harz-Festival und ich habe mir das Ticket kurzfristig gegönnt, obwohl ich wirklich pleite bin. Ich brauche die Belohnung nach neun Monaten durcharbeiten. Gefühlt habe ich das Wissen, das man sich in mehreren Jahren erarbeitet, in einigen Monaten durch Imbibition in mir aufgenommen.

Alles ist gepackt und vor der Tür. Wir sind zu viert: meine beiden Mitbewohner, eine Freundin und ich. Da passt nicht alles in ein Auto, also will ein Kumpel meiner Mitbewohner vorbeikommen und uns etwas Gepäck abnehmen, schließlich hat er einen Bully.

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musenlos | Der Dienstag dichtet


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musenlos

wenn die muse erst zu später
stunde küsst. gehaucht ist er.
der kuss. beinahe am ohr vorbei.
kitzelt die gehirnwindungen. ein
paar worte fallen lustlos aufs
papier. schulterzucken. auch
das ist manchmal kunst.

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