gruselig | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

gruselig

krabbelt langsam meine wirbelsäule
hinauf. ein atem haucht kalte faulige
luft in meinen nacken. grabesstille
streichelt über meine gänsepickelige
haut. ein schrei in hallenden dunklen
räumen. ein kichern in der ecke. ich
ziehe mir die decke bis unter die nase
und schwelge in dem süßen gefühl
der kontrollierbaren angst.

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Update | Inktober 52

Bisschen größerer Fotodump, weil ich voll vergessen habe, mal wieder was zu posten. Das sind alles Zeichnungen aus meinem neuen Sketchbook und ich bin tatsächlich mit fast alle sehr zufrieden.

Statt dem klassischen Inktober nehme ich wieder am Inktober 52 teil. Ich zeichne also jede Woche ein Bild zu einem vorgegebenen Thema. Alle Bilder habe ich auf DIN A5 gezeichnet und abfotografiert (und Hintergrund entfernt).

Ruhemomente gegen voll-leere Köpfe | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ruhemomente gegen voll-leere Köpfe

Kennt ihr das, wenn euer Kopf so voll ist, dass er dann irgendwie doch wieder leer ist? Bei mir explodieren gerade beruflich und privat einige Dinge, sowohl positiv als auch negativ, dass ich manchmal nicht so genau weiß, wo mir der Kopf gerade steht. Alles wirkt vollgestopft und doch ist da eine eigenartige Leere. Mir ist bewusst, dass das kein besonders gesunder Zustand ist und ich auf meiner Belastungsgrenze balanciere, aber gerade kann ich das nicht ändern. Was ich tun kann, ist mir Momente zu schaffen, in denen ich meinen vollen leeren Kopf etwas Ruhe gönne, um mich zu erholen und mich gleichzeitig nicht noch zusätzlich belasten, weil sie viel Zeit kosten.

Hier also eine Liste mit kurzen Ruhemomenten:

  • aufmerksam ein Lied hören, dass ich besonders mag
  • aufmerksam ein Lied hören, dass mir eine besondere Erinnerung bringt
  • etwas ohne Ablenkung essen, was ich gerne mag, aber nicht oft esse
  • ein paar Seiten lesen
  • mit meinem Kind kuscheln und ihn fragen, wie sein Tag war
  • auf den Kalender schauen und mich auf künftige Ereignisse vorfreuen
  • die Katze kraulen und meine Nase in das weiche Fell drücken
  • ein kurzes Gedicht als Momentaufnahme schreiben, ohne den Druck es jemals jemandem zu zeigen
  • eine kurze Yogasequenz oder eine Muskelübung zum Auspowern ohne konkretes Ziel
  • jemandem anschreiben, dem ich schon lange schreiben wollte
  • eine Tasse Kaffee oder Tee trinken und aus dem Fenster schauen
  • einen Kurzfilm von meiner Liste schauen
  • Fotos auf dem Handy durchschauen
  • abend oder morgens ein paar Atemzüge kühle Luft nehmen und dabei die Augen schließen

entfremdeter moment | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

entfremdeter moment

durch fremde augen sehe ich die
blätter fallen. sehe, wie der wind
den regen an das fenster presst.
ein mund haucht nassen atem an
das kalte glas und junge finger
malen altbekanntes. am ende der
entfremdung folgt die dankbarkeit.
und doch endet der tellerrand
bereits beim nächsten problem.
wie auch, wenn die nasenspitze
das vernagelte fenster berührt.

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Leiser | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Mosaikstücken zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

„Der reißende Strom wird gewalttätig genannt, aber das Flussbett, das ihn einengt, nennt keiner gewalttätig.“
Bertolt Brecht

Ich frage mich oft, ob ich mein Kind nicht zu oft ermahne, leise zu sein, ihn dadurch zu sehr begrenze bzw. ob wir das mit Kindern nicht allgemein tun. Klar müssen Kinder Rücksicht nehmen lernen, aber sollten wir nicht auch mehr Rücksicht auf Kinder nehmen? Bei den Gedankengängen ist mir dieser Text aufs Papier geflossen:

Leiser

„Sei bitte leiser“, sagten sie zu ihm, als er im Supermarkt den Jingle mitsingen wollte, der ihm so gut gefiel. Er wurde etwas leiser.

„Etwas Rücksicht bitte“, sagten sie, als er bei der Busfahrt alle Orte stolz verkündete, die er bereits kannte. Er nahm Rücksicht.

„Sei ruhiger“, sagten sie, als er vor Aufregung durch die Gänge des Kindergartens lief. Er freute sich so auf den Nachmittag bei Oma. Er wurde ruhiger.

„Nimm dich etwas zurück“, sagten sie, als er im Restaurant verkündete, wie gut ihm jeder einzelne Bissen schmeckt. Er nahm sich zurück.

 „Reiß dich zusammen“, sagten sie, als er in der Warteschlange vor seinem ersten Kinobesuch, die ganze Aufregung in Rumtänzeln umwandelte. Er riss sich zusammen.

„Still. Gleich sitzt du hinten“, sagten sie in der Schule, als er aufgeregt das neue Buch besprach, dass sie nun lesen sollten. Er war still.

„Tut mir leid, aber für den Job muss man etwas energischer und lauter sein“, sagten sie und brachten ihn endgültig zum Verstummen.

Wenn Monate Personen wären | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wenn Monate Personen wären

In irgendeinem Social Media-Post meinte jemand, dass jeder Tag so seinen eigenen Charakter hat. Ich weiß nicht, ob die Person sich das so gedacht hat, aber meine Assoziation war der Montag als der grummelige verschlafene Teenager. Tage fand ich aber nicht so spannend, also habe ich das Mal auf die Monate angewendet. (Geschlechtszuweisung ist random)

Januar: der buchlesende Emo

Februar: der kaltfüßige Grübler

März: die auf die Uhr starrende Managerin

April: das kichernde Mädchen

Mai: der blumenliebende Junge

Juni: die energiegeladene Allrounderin

Juli: der schwitzende Sonnenanbeter

August: die eisessende Abendliebhaberin

September: der durch Blätterhaufen jagende immer nasse Outdoortyp

Oktober: der beinahe farbenfrohe Grufti

November: das graue Mäusschen

Dezember: die shoppingsüchtige Verkleidungskünstlerin

morgenkälte | Der Dienstag dichtet


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morgenkälte

empfängt mich mit einem
kühlen kuss. nestelt ihr nase
an meine kopfhaut. kreist ihr
finger auf meinen waden, um
mit einer raschen bewegung
unter meine jacke zu streichen.
noch neckt sie. wenn ich zu
lange verweile, jagt sie die
letzten erinnerungen der
nachtwärme fort.

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Ich solidarisiere mich Romance | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich solidarisiere mich Romance

Mir fällt es oft schwer, in meinen Geschichten Liebe rüberzubringen. Meist wirkt sie unbeholfen, was zu einige Charakteren passt, aber zu anderen eben nicht. Um mich inspirieren zu lassen, dachte ich, ich lese mal ein paar Sachen aus dem Romance-Genre, auch, weil ich da irgendwie noch nie was gelesen habe. Dabei ist mir etwas aufgefallen: Romance ist wahnsinnig populär und gleichzeitig wird das Genre belächelt, als sei es keine „richtige Literatur“. Warum?

Trivialliteratur

Vorher ein kurzer Rant zu dem Begriff (Unterhaltungsliteratur wird meist synonym benutzt, aber ich bleibe hier bei dem Begriff). Laut Definition ist ein Liebesroman der Trivialliteratur einer, der sich hauptsächlich an weibliche Lesende richtet und leicht zugängliche Muster verfolgt. Der Begriff ist einfach furchtbar. Alleine schon, dass der Gegenpart Hochliteratur heißt, sich also darüber stellt, nervt mich. Klar gibt es in der Aufzählung typischer Trivialliteratur auch Abenteuergeschichten und Fantasy wird oft in den Bereich verfrachtet, aber Romance-Büchern wird die Trivialität nahezu unterstellt.

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stufen aus wörtern | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

Ihr kennt so Bücher auch, oder?

stufen aus wörtern

stufen aus wörtern. ich hangele mich
an absatzgeländern entlang und mache
an seitenzahlen rast. jedes kapitel ein
wegweiser, jedes eselsohr wie eine
himmelsrichtung. ich fließe durch die
zeilen. manchmal zu schnell. dann
bremse ich meine augen, um erneut
einzutauchen. tiefer. mein puls im takt
des seitenraschelns. sanft streiche ich
über seinen rücken und verspreche
ewige liebe, auch wenn die ewigkeit
schon auf der letzten seite endet.

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Sonntagsmomente | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich war die Woche bei Familie im Norden und habe meinen Laptop vergessen, daher gedankenkritzele ich erst heute und da es gerade passt zum Thema Sonntag.

Sonntagsmomente

Früher fand ich, dass Sonntage eine Zeitverschwendung sind und habe während meines Studiums an den Tagen meist gearbeitet. Als ich dann einen Job hatte, habe ich an den Tagen meist gefaulenzt und mich von Freitag- und Samstagabenden erholt. Seit ich ein Kind habe, sind Sonntage entweder Ausflugtage oder ein Balanceakt zwischen Ausruhen und Kind beschäftigen (meist im Wechsel mit meine Mann). Aber egal wie meine Sonntag im Laufe der Jahre aussahen, es gibt besondere Sonntagsmomente, die immer wiedergekommen sind und Sonntage dann doch irgendwie besonders machen.

Die besten Sonntagsmomente:

  • Kalte Butter auf warmen Brötchen/Brezeln
  • Backexperimente, am besten im vollen Chaos, weil irgendeine Zutat fehlt
  • Baden mit Kaffee, Atelier-Videos und viel Schaum
  • Familienanrufe, früher meine Onkel heute meine Schwiegereltern
  • Tasche für die kommende Woche packen
  • To-Do-Liste für die nächste Woche schreiben
  • Spazierengehen
  • die leere Innenstadt genießen
  • Sport in Ruhe ohne Zeitdruck
  • Sonntagsbrunch mir Freunden
  • der Blick aus dem Fenster auf eine ruhige Stadt
  • Filmabende mit kurzen Filmen
  • Früh ins Bettgehen (nicht erst seit ich alt bin)
  • Die Wohnungstür anzusehen und sie mal einen ganzen Tag nicht zu öffnen
  • Durchlüften ohne Straßenlärm
  • Morgens Lesen

Es gibt sicher noch mehr, aber das sind die Momente, die mir als erstes eingefallen sind. Habt ihr auch Sonntagsmomente?