Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
ein grauer hoodie mit verblasstem markennamen und eine ausgebeulte blaue jeans, die an den rändern ausgefranst ist. ein enges silbernes kleid, das oberhalb der knie endet und bei der letzten party ein paar pailletten verloren hat. ein brauner langer faltenrock, in dem eine weiße bluse steckt und darüber ein blauer pullunder mit muster. eine enge jeans und einweihnachtspullover mit schlitten, schneemann und rentieren, der den hintern verdeckt. lüsterne augen, denen das egal ist und große hände, die dominanz beweisen wollen.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Wo sind alle Herbstliebhaber?
Da ich den Herbst liebe, nehme ich den ersten September als Herbstanfang, also den meteorologischen und nicht der kalendarischen. Ich kann einfach nicht noch 21 Tage warten. Und wie jedes Jahr eine kleine Liebeserklärung als den Herbst. Letzten Herbst, habe ich einfach querbeet aufgelistet, was ich am Herbst liebe, diesmal will ich meine Lieblings-Sinneseindrücke auflisten.
Der Herbst schmeckt nach…
Kürbissuppe, -brot, -kuchen, -risotto … alles Kürbis
Süßigkeiten in Halloween-Form (die Form macht den Geschmack!!)
Suppen in allen Formen
Äpfeln
Früchtetee
Der Herbst riecht nach…
Herbstregen
Blättern, teils frisch, teils schon etwas modrig
Kastanien und Eicheln
Pilzen
Moos
Der Herbst hört sich an wie…
raschelnde Blätter
leisere Abende
Zugvögel
Traktoren bei der Ernte
Der Herbst fühlt sich an wie…
eine Abkühlung nach heißen Sommertagen (also theoretisch)
weiche Blätter unter den Schuhen oder ganz Hippie: unter nackten Füßen
ein Rückzug
Kreativität – Bastelnachmittage
Der Herbst springt ins Auge durch…
goldenes Licht
Farbenpracht
Deko aus Kastanien und Blättern
Geister und Skelette
Habt ihr auch Lieblings-Sinneseindrücke im Herbst?
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nur mit dir
wenn sich deine und meine haut treffen. deine epidermis meine berührt. wenn meine thermorezeptoren deine wärme aufnehmen. meine meissner-körperchen sich an deine schmiegen. sind wir uns nah. und doch trennt uns ein ganzes organ. schicht über schicht sind wir jeder eins und kein ganzes. nur mit dir. sagst du und baust eine brücke über unüberbrückbares.
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Eltern vs Eltern
„Was du gibst dein Kind unter 3 Jahren schon in eine fremde Betreuung?“ „Wie du hast nicht gestillt, obwohl es das Beste für das Kind ist?“ „Was, das Kind darf Fernsehen schauen?“ – Vielleicht habt ihr die Sätze privat noch nicht gehört, aber auf Social Media sind so Sätze erschreckend oft zu lesen und ich befürchte, das liegt nicht nur an meiner Timeline. Warum sehen einige Eltern-Sein als Wettbewerb an, wer es besser macht?
Tablet im Restaurant-Gate
Wir sind kürzlich zu Karls Erdbeerhof gefahren und haben dort Waffeln zum Mittag gegessen. Eine Familie mit zwei Kindern setzte sich zu uns. Während die Mutter das Essen besorgt hat, saß der Vater mit den Kindern am Tisch und die durften auf dem Tablet was sehen. Mein erster Gedanke war leider: Warum redet der nicht einfach mit seinen Kindern? Mein zweiter dann: Argh, lass dich nicht anstecken! Du weißt doch gar nicht, was dahintersteckt. Ich weiß es immer noch nicht, aber die vier waren echt nett und wir mussten gegenseitig über die Kommentare unserer Kinder lachen. Alle schienen eine gute Zeit zu haben. Warum erzähle ich die Story?
„Ich mache das besser“
Ich glaube, weil man sich als Elternteil so viele Gedanken um das richtige Umfeld, Ernährung, Umgang mit Medien etc bei seinen Kindern macht, hat man irgendwann das Gefühl, sehr viel Ahnung von der Thematik zu haben. Man will es richtigmachen. Wenn man dann andere Eltern sieht, die es anders machen, hinterfragt das irgendwie die eigene Weisheit. Es gibt verschiedene Arten damit umzugehen. Kritik wäre eine und wahrscheinlich das, was oft als erstes auftritt, weil man sein eigenes Fachwissen verteidigen will. Eine zweite wäre es, das eigene Fachwissen zu hinterfragen. Eine dritte, zu akzeptieren, dass andere Eltern andere Kinder haben mit anderen Dingen, die für sie funktionieren bzw. nicht funktionieren.
You do you
Ich bevorzuge es, andere ihr Ding machen zu lassen (gelingt nicht immer). Mit Freunden kann man konstruktive Gespräche führen und auch über Zweifel sprechen, aber sich mit Fremden zu vergleichen, führt zu nichts. Am Ende bin ich als Elternteil jemand mit Grenzen und Präferenzen und habe ein Kind, das nochmal ganz eigene Grenzen und Präferenzen hat. Es muss zwischen Eltern und Kindern im Alltag funktionieren und wenn dann halt mal das Tablet im Restaurant rausgeholt wird. Mein Grund das nicht zu tun, ist btw. nicht mal, dass ich etwas gegen Medienkonsum habe, sondern weil mein Sohn kein Maß kennt. Unsere Regel ist maximal eine Folge mit maximal dreißig Minuten am Tag bis maximal 18 Uhr. Nur so haben wir auch mal medienfreie Tage und trotzdem ein zufriedenes Kind, das, so wie es derzeit aussieht, den gesunden Umgang mit Medien lernt. Bei anderen Kindern ist das sicher anders.
Eltern mit Eltern
Wäre doch irgendwie netter, wenn man sich gegenseitig unterstützt und seine Erkenntnisse ohne Wertung formuliert. Eine Sache aber dazu: Ich rede hier immer noch über Social Media und ich glaube dadurch, dass man den Gegenüber nicht kennt, denken viele nicht darüber nach, was solche Generalaussagen bewirken. Ins Gesicht würde man anderen wahrscheinlich nicht sagen, dass ihr Erziehungsstil scheiße ist. Das Beste ist wohl, sich darauf zu besinnen, dass man diese harten Urteile aus Selbstschutz fällt und dass die meisten Eltern ihr Bestes geben.
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die letzten sommertage
noch kleben die letzten sommertage wie leder an meinem hintern und das jammerkonzert der regentage läuft als ohrwurm durch meine gehörgänge. aber ich rieche es schon. tage, die mit einer tasse tee enden, in kuschelsocken, orangene fratzen und flackerndes licht. leise rascheln die blätter und der wind summt ein sanftes kühleres lied.
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Sandkastenentschleunigungsgedanken
Ein Kind zu haben ist irgendwie gleichzeitig Beschleunigung und Entschleunigung. Man hat viel mehr Termine und Pflichten und gleichzeitig vergeht die Zeit im Sandkasten sehr langsam. In einem dieser Momente, wo ich dem Kind einfach nur beim Spielen zugeschaut habe (bzw dabei, dass er sich nicht selbst umbringt), habe ich mich gefragt, ob das wirklich dieses „Entschleunigen“ ist, wovon man so allgemein redet und ob es gutes und schlechtes Entschleunigen gibt und ob Entschleunigen nicht oft auch einfach Langeweile ist.
Wie definieren andere Entschleunigen?
Ich habe mal nach einer Definition gesucht und in der Karrierebibel eine gefunden und da ich den Gegensatz irgendwie lustig finde, zitiere ich die hier mal:
„Entschleunigung ist die gezielte Verlangsamung des Lebens, einer Entwicklung oder einer Tätigkeit. Es ist die direkte Gegenbewegung zum stressigen Alltag, in dem für nichts Zeit bleibt und alles schnell erledigt sein muss.“
Gezielt heißt, dass es bewusst sein soll- Demnach wäre meine Zeit im Sandkasten also kein Entschleunigen. Das wäre dann wohl eher der Yoga-Kurs oder das Meditieren, andererseits, nur weil ich die Zeit nicht selbst wähle, heißt dass ja nicht, dass mir die Entschleunigung nicht bewusst ist. Vielleicht ist es also doch entschleunigend im Sand zu buddeln. Auf jeden Fall hat man im Sandkasten meist keinen Stress und keinen Zeitdruck. Bevor der Sandkuchen in den Ofen kommt, ist das nächstbeste Kind durchgelaufen.
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eine tote maus
wie kleine murmeln rollen tränen meine wangen hinunter. eine tote maus auf der straße. traurige musik. mit dem fuß auf einen legostein getreten. und dann ist wüste in meinem gesicht. tausende tote. hungernde kinder. krankheiten. so viel leid. würden aus den sandkörnchen in meinem gesicht murmeln werden. eine tote maus ist leichter zu ertragen.
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So, jetzt ist die Hitze doch da. Ich habe ja schon in meiner kleinen Verteidigung des regnerischen Sommer geschrieben, dass ich Hitze nicht so mag, aber weglaufen kann man nicht. Hier also, was ich mache, wenn mich die Hitze nervt (nicht 100% ernst gemeint).
Wie man bei Hitze einen kühlen Kopf behält:
Shirt oder Haare nass machen
Schattenhopsen in Slow Motion
Dokumentationen über die Arktis ansehen – wer dazu noch lachen will sucht nach „Cumberbatch penguin“
saures Eis essen z.B. Zitrone, Maracuja
in jedes Glas Wasser Wassereis bröseln (ja, mache ich wirklich)
nicht auf den Wetterbericht oder das Thermometer sehen
Weihnachtslieder hören (Kind hört gerade Weihnachtsbäckerei in der Dauerschleife. Kp, ob es hilft, aber nach dem fünften Mal friert zumindest mein Gehirn ein)
Tüte mit Eis hinter Ventilator hängen
auf den Wetterbericht der nächsten Tage schauen, wenn man schon weiß, dass es wieder kühler wird
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auf bergen
weht um meine nase. mit weitem blick ins und übers tal. hier ein bröckchen, da ein steinchen. ich klettere über große und kleine zerwürfnisse. ein berg ist ein berg und im tal plätschert ein fluss. die ferne atmet, während du und ich kleine samen auf vierhundert metern höhe finden. einen steinwurf freiheit.
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Auch Jungs dürfen Rosa mögen
Anfang der Woche hat das erste Mal ein anderes Kind zu meinem Sohn gesagt, dass er aussieht wie ein Mädchen, weil er sich die Haare langwachsen lässt. Sowohl mein Sohn als auch das Kind, dass das gesagt hat, sind vier Jahre alt. Bisher war das nie Thema. Ich frage mich, woher das plötzlich kommt und ehrlich gesagt, nervt es mich.
Mein Kind
Bisher war Little J* uninteressiert daran, was Erwachsene als „typisch“ Junge/Mädchen ansehen. Er mag Dinos, Puppen, Lego, Einhörner und seine Lieblingsfarben sind pink, orange und lila. Sein Lieblingsshirt ist ein Dino-Monstertruck, seine Lieblingshose ist eine Leggings mit ganz viel Blumen. Auf den ersten Hausschuhen waren pinke Katzen, auf den neuen ist der Polizeihund von Paw Patrol. Er zieht an und spielt mit dem, was ihm gefällt, ohne gesellschaftliche Vorgaben oder dergleichen und ich finde das auch richtig so.
Ich als Kind
Ich war in den 90ern Kind. Power Rangers und Dinos waren da groß in Mode, ebenso wie Barbie. Mein bester Freund und ich haben mit allem gespielt. Ich trug viele rote, gelbe und blaue Sachen, wenige Sachen hatten einen Aufdruck. Auf Bildern sehen die Sachen, die ich und meine Freunde trugen, auch nicht sehr auf Junge oder Mädchen zugeschnitten aus, auf jeden Fall nicht so sehr, wie ich das mittlerweile wahrnehme. Wann hat das angefangen, dass wir Kinder so stark nach Geschlecht trennen?
Mein Problem damit
Mir muss jetzt keine kommen mit „aber Geschlechter sind eben unterschiedlich“. Kinder interessiert das von sich aus eigentlich nicht und die Interessen und Vorlieben die Kinder haben, richten sich nach dem Angebot. Als es in der Krippe eine Baustelle gab, waren plötzlich alle Kinder Bagger-Fans, alle gleichermaßen. Mein Sohn liebt Katzen, weil wir Katzen haben und er zieht die Kleidung an, die in seinem Schrank und die Motive hat, die ihm gerade gefallen. Als er ein Buch mit der Geschichte der Eiskönigin bekommen hat, trug er ein Shirt mit Aufdruck davon, als er die Paw Patrol Tonie-Figur bekommen hat, trug er am liebsten das Shirt davon. Spiderman geht immer, weil einer seiner engsten Freunde riesiger Fan ist. Ihm ist es ganz egal, für welches Geschlecht das Spielzeug oder die Kleidung gedacht ist, er mag das, was er mag. Dass ihm jetzt mit negativer Konnotation gesagt wird, er sähe aus wie ein Mädchen, hat ihn verwirrt, weil es für ihn keinen Unterschied macht und das ist doch das, was freie Meinungsbildung bedeutet.
Hört auf damit
Kinder sind Kinder. Dass der Junge das zu meinem Sohn gesagt hat, kommt sicher nicht von ihm und es wird sicherlich mehr. Leider. Ich möchte, dass Little J sich weiterhin frei ausleben kann und das tut, was ihm Spaß macht, unabhängig davon, wie das Erwachsene gerne hätten. Zum Glück hat mein Sohn einfach nur gefragt, warum der Junge das gesagt hat. Zum einen fände er es nicht schlimm ein Mädchen zu sein und zum anderen hat zum Beispiel der Nachbarsjunge, den er bewundert, auch lange Haare. Ich habe ihm dann gesagt, dass er genau das zu dem Jungen sagen soll und dass, egal ob Junge oder Mädchen, niemand jemand vorschreiben darf, was er oder sie zu mögen hat.
*Ich nenne den Namen meines Sohnes nicht im Internet. Er soll selbst darüber entscheiden, ob und welche persönlichen Daten von ihm im Internet verfügbar sind.