
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Stille (Gedichte-)Post
Das Beste und Schlimmste an der deutschen Sprache sind Komposita. In der Kunst sind sie eines meiner Lieblingssprachmittel. Aber im Job hasse ich sie, vor allem weil einige Menschen sehr kreativ werden und technische Sprache sollte nicht kreativ sein. Insbesondere wenn man sie hinterher in eine andere Sprache übersetzt. Gerade hatte ich so einen Fall, wo am Ende absoluter Unfug bei rum kam.
Das brachte mich auf die Idee mit Google Translate mal eine Runde Stille Post zu spielen. Ich nehme jeweils das vorangegangenen Gedicht und lasse es übersetzen (erst Englisch und dann das, was mir Translate vorschlägt bzw die letzten Sprachen, in die ich übersetzt habe), am Ende wieder ins Deutsche. Mal schauen, was bei rumkommt.
Das Ausgangs-Elfchen:
regentrommeln
mein schirmkopf
sammelt kalte wassertröpfchen
rinnsale in meinem nacken
herbstlaubzittern
Übersetzung ins Englische:
rain drums
the top of my umbrella
collects cold droplets of water
trickles down my neck
trembling autumn leaves
Übersetzung ins Spanische:
tamborileo de lluvia
la parte superior de mi paraguas
recoge frías gotas de agua
que resbalan por mi cuello
hojas de otoño que tiemblan
Übersetzung ins Französische:
tambourinement de la pluie
le sommet de mon parapluie
recueille des gouttes d’eau glacées
qui glissent le long de mon cou
feuilles d’automne qui tremblent
Übersetzung ins Norwegische:
trommingen av regn
toppen av paraplyen min
fanger opp iskalde vanndråper
som sklir nedover nakken min
skjelvende høstløv
Übersetzung ins Portugiesische:
o tamborilar da chuva
o topo do meu guarda-chuva
recebe gotas geladas
que escorrem pelo meu pescoço
folhas de outono tremulantes
Übersetzung ins Japanische:
Ame no oto kasa no teppen ga tsumetai shizuku o uketome sore ga kubisuji o tsutai ochiru hirahira to mau aki no ha
Zurück zum Deutschen:
Das Geräusch des Regens; die Spitze des Regenschirms fängt einen kalten Tropfen auf, der dann meinen Nacken hinunterrinnt – sanft flatternd ziehen die Herbstblätter vorüber.
Fazit: Gar nicht so unsinnig wie vermutet. Die größte Veränderung gab es am Anfang und dann durch Japanisch. Das Endergebnis finde ich wirklich wohlklingend.

Spannendes Experiment 🙂
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interessant, wie das Deutsche im Englischen in einen logisch und sprachlich „normalen“ Text verwandelt wird. Die poetischen Bilder werden zu Realbeschreibungen. Japanisch kann ich nicht, kenne es nur aus Übersetzungen; durch die Übersetzung erhält das Gedicht wieder neue poetische Impulse, die mir typisch japanisch vorkommen
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