„Henriette“| Writing Friday KW44

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Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegeben Themen veröffentlicht. Die Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Die Geschichte habe ich gestern Abend noch schnell geschrieben. Da ich heute nicht längere Zeit sitzen kann (krank sein ist super), kriegt ihr sie jetzt einfach unüberarbeitet und unkorrigiert.
Hoffe mir geht es das Wochenende besser, damit ich die anderen Beiträge lesen kann.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Henriette war eine ganz einfache Fee. Was jedoch niemand wusste war…“ beginnt.

Henriette war eine ganz einfache Fee. Was jedoch niemand wusste war, dass sie lieber eine Elfe sein wollte. Nun dachten die meisten Menschen, dass Feen und Elfen dasselbe sind, aber dem war nicht so.

Vor der Globalisierung lebten Elfen und Feen vollständig getrennt voneinander, ohne voneinander zu wissen. Elfen kamen aus den nördlichen Ländern und Feen aus den südlichen. Elfen kämpften, erlebten Abenteuer und Feen halfen den Menschen. Es gab gute und böse Feen, aber keine über die man wirklich viel zu sagen hätte. Es gab, die die Prinzessinnen halfen, die, die nachts Dinge für hart arbeitende Leute erledigten und die, die für gute Ernte sorgten. Alles im Hintergrund. Jede Fee hatte ihre Aufgabe und die erledigte sie nach bestem Wissen und Gewissen.

Henriette half Spinnen Netze zu weben und Insekten Behausungen zu bauen. Das war früher nicht nötig gewesen, aber Menschen waren dumm und wussten nicht, dass sie weder ohne Spinnen und Insekten noch ohne Feen leben konnten.

Elfen waren nicht ganz so elementar für die Welt. Sie waren ein altes unsichtbares Volk, sagenumwoben, voller Geheimnisse und spannender Abenteuer, deswegen gab es in Herr der Ringe und WOW auch keine Feen sondern Elfen. Feen waren immer nur Nebencharaktere in Geschichten. Tinkerbell bei Peter Pan war das beste Beispiel. Am Ende wurde sie nicht einmal mehr gebraucht.

Eines Tages reichte es Henriette. Sie hatte eben ein und dasselbe Netz fünfmal in drei Tagen gesponnen, da platze ihr der Kragen. Sie stampfte mit ihren winzigen Füßen auf und verstreute dadurch Feenstaub. Gänseblümchen sprossen auf den Boden. Nicht einmal überzeugend wütend konnten Feen sein. Sie hatte die Schnauze voll.

Henriette schnappte sich ihre Sachen und setzte sich in den nächsten Zug, um in den Norden zu fahren. Sie wusste von einigen Elfensiedlungen. Zu einer würde sie sicherlich irgendwie gelangen.

Tatsächlich fand sie sehr schnell eine dieser Siedlungen oder besser gesagt den Ort, an dem sie stehen sollte. Der Fehler an ihrem Plan war, sie wusste nicht wie man eine Siedlung betrat. Sie waren verborgen, vor allem um sich vor Menschen zu schützen.

So setzte sich Henriette auf einen Stein mitten in einen Wald, in dem es scheinbar nichts gab außer dem üblichen – Bäumen, Eichhörnchen, Büsche, Pilze – und wartete, dass sich eine Elfe zeigte. Sie wartete die ganze Nacht bis die Sonne aufging.

„Was machst du denn hier?“

„Eine Stimme hinter Henriette erschreckte sie fast zu Tode und sie fiel rückwärts vom Stein.

Als sie die Augen aufschlug, beugte sich eine kleine Elfe über sie. Sie war weiblich und schien im gleichen Alter wie Henriette zu sein, vielleicht ein- oder zweihundert Jahre älter.

„Alles ok?“ Die kleine Elfe reichte Henriette ihre Hand.

„Äh ja, geht schon.“ Henriette richtete sich auf und strich sich die Tannennadeln vom Rock.

„Ich bin Henriette und ich möchte eine Elfe werden?“

„Ich bin Mimi und ich wüsste nicht wie man einfach eine andere Rasse wird. Habt ihr Feen so starke Zauber?“

Henriette schüttelte den Kopf.

„Wieso willst du denn überhaupt eine Elfe sein? Fee sein ist doch viel toller. Ihr seid nützlich für die Welt, seht Menschen ganz nah und seid überall angesehen. Elfen können nur kaputt machen und Krieg führen und dann Jahrhunderte lang, wenn kein Krieg ist, darüber erzählen wie es war Krieg zu führen. Ich wäre viel lieber eine Fee.“

„Ach wirklich?“ Henriette sah Mimi erstaunt an. So hatte sie das noch nie gesehen. Nützlich und angesehen? Nun ja, und Menschen waren schon sehr spannend.

Mimi nickte bekräftigend. „Ich würde sofort tauschen, aber ich bin nun mal eine Elfe, das einzige was ich machen kann, ist zu versuchen meinen eigenen Weg zu gehen. Deswegen habe ich mich selbst zur Botschafterin ernannt und reise von Stamm zu Stamm um den Frieden zu bewahren. Das ist nicht das gleiche, aber auch schon recht toll. In ein paar hundert Jahren hören sie mir sicher auch zu.

Henriette begann zu grübeln. Vielleicht konnte sie auch etwas anderes machen, als Spinnennetze zu weben.

Mimi und Henriette redeten den ganzen Tag. Sie tauschten Ideen und Erfahrungen aus. Am Ende beschlossen sie sich in ein paar Monaten wieder zu treffen. Vielleicht schafften sie es endlich eine Brücke zwischen Feen- und Elfenreich zu schlagen.

Als Henriette nach Hause fuhr war sie voller Tatendrang. Sie war jetzt Botschafterin für Elfenbelange oder nannte sich zumindest so. Und vielleicht in fernen Zukunft konnte sie auch Botschafterin für Menschenbelange sein. Vielleicht, wenn sie sich den Elfen annäherten, konnten sie sich auch den Menschen offenbaren und so Jobs, wie den ihren unnötig machen. Henriette lächelte, sie war nicht nur eine einfache Fee. Sie war eine Fee mit einer Vision.

4 Gedanken zu “„Henriette“| Writing Friday KW44

  1. Hallo Katha,
    mir gefällt deine Geschichte sehr. Ich musste oft schmunzeln und Henriette ist einfach zu goldig. Und das Ende macht einem Hoffnung, das man irgendwann mal einer echten Fee begegnet. 😉
    Haha, Spaß! Eine tolle Geschichte hast du aus diesem Satz gezaubert.
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    Gefällt 1 Person

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