Abendbrotmomente | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 10-14 beinhaltet die Worte „Abendbrot, heimatlos, auszeichnen“, gesponsert von Puzzleblume.

Mal was ganz Anderes von mir. Ohne Twist oder doppelten Boden, einfach ein Moment, den ich nicht so erlebt, aber ähnlich empfunden habe.

Abendbrotmomente

Ich sitze auf dem Balkon und atme die sommerliche Abendluft ein. Vor mir liegt ein Brettchen, Messer, zwei Scheiben Toastbrot, etwas Käse und Gemüseaufstrich. Ich liebe es mein Abendbrot auf dem Balkon zu essen. Wenn es zu kalt ist oder regnet, wandere ich auf die Couch und schalte den Fernseher ein. Das lenkt ab, beschert mir aber nicht die Ruhe, die mir der Balkonabend beschert. Ich verteile etwas Gemüseaufstrich auf der ersten Scheibe Brot und lege Käse drauf. Eigentlich ist es kein Käse, weil es ein veganes Produkt ist, aber diese Wortklaubereien gehen mir auf den Senkel. Egal, wie es ausgezeichnet wurde, ich nenne es Käse.

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Der Glücksschmied | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 06-09 beinhaltet die Worte „Unterwürfigkeit, verschuldet, verjubeln“, gesponsert von Werner Kastens.

Der Glücksschmied

Als er dreißig Jahre alt war, hatte er bereits sein ganzes Lebensglück verjubelt. Seine Eltern hatten ihn immer wieder gewarnt auch schlechte Zeiten einzuplanen, doch er hatte nicht gehört, nachdem er selbst über sein Konto hatte verwalten können. Ein paar erfüllte Lebensträume hier, zwei wundervolle Kinder, ein Job, den man wirklich nur mit Glück fand und ein paar kleinere Lotteriegewinne. Auch seine Frau steckte er mit seinem Hang zum Leben in glücklichem Saus und Braus an.

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Ein Date | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 02-05 beinhaltet die Worte „Krisenmodus, fau, empfehlen“, gesponsert von Ludwig Zeidler.

„Oh man, wegen sowas in Krisenmodus verfallen“, sagte sie leise, als er hektisch die Speisekarte von vorne nach hinten durchblätterte.

Er tat so, als würde er sie nicht hören. Nudeln, Salat, Schnitzel, eine Suppe? Was würde sie sagen, wenn er etwas bestellte, dass man in so Läden nicht bestellte? Was, wenn er etwas bestellte, bei dem man sich zwangsläufig bekleckern musste? Und erwartete man von ihm eine Vorspeise zu sich zu nehmen? Das Restaurant war schon ziemlich fancy, vielleicht musste man ein Amüz…dingen bestellen, um nicht aufzufallen. Als der Kellner zum dritten Mal kam, lief ihm der Stirn bereits in Strömen die Stirn hinunter.

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21.12. – Das Festessen | Adventüden

Natürlich bin ich wie jedes Jahr bei den Adventüden dabeu. Auf Christianes Blig findet ihr meine diesjährige Geschichte.

Bierschaum ist auch nur leckerer Schnee«, sagte Gustav und lachte, während er ein Bier für den nächsten Kunden zapfte. »Ich sag ja nur, dass ohne Kälte die Weihnachtsstimmung irgendwie fehlt,« sagte Max deprimiert. Eigentlich war er glücklich. Sie hatten sich auf Mallorca ihren Traum von der eigenen Bar erfüllt und es lief super, obwohl sie […]

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Gegensätzlich | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 45-49 beinhaltet die Worte „Horizont, kleinkariert, eintreten“, gesponsert von Myriade.

Gegensätzlich

Sie liebte es barfuß zu laufen, mit den Händen in Dreck zu wühlen. Meistens ließ sie sich durch den Tag treiben, machte das, woran sie Freude hatte. Ihre Haare trug sie ungekämmt und schnitt sie selbst. Manchmal schminkte sie sich, in den buntesten Farben. Am liebsten mochte sie ihren roten Lippenstift. Wenn sie morgens noch verschlafen war, landete etwas auf ihren Zähnen, doch das störte sie nicht. Sie tanzte über den Horizont hinaus. Man nannte sie kreativ, expressiv, verrückt.

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Die Stimme | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 40-44 beinhaltet die Worte „Lehrer, grob, hauchen“, gesponsert von Christiane selbst.

Ich hatte Lust auf etwas Gruseliges zur Einstimmung in die Halloween-Zeit und dann ist irgendwie was Anderes geworden. Ich will keine CN voran schreiben, weil die spoilert, aber, wenn ihr CN braucht, findet ihr sie unter dem Text.

Die Stimme

Als er Halt suchte, war sie plötzlich da, die Stimme aus dem Radio. Erst hörte er sie nur hauchen, dann flüstern und schleißlich verstand er die Stimme deutlich. Sie war sanft und wohlklingend, umarmte ihn mit Worten und streichelte ihn mit Verständnis. Wenn er einen schlechten Tag hatte, konnte er ihr alles erzählen. Sie hörte zu, fragte interessiert nach und gab keine unerwünschten Tipps. Wenn er fertig war, baute sie ihn auf, mit Erzählungen, manchmal Witzen und Tierlautinterpretationen. Vor allem das Schnattern des Pinguins ließ ihn Tränen lachen.

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Die fünf Apokalyptischen Reiter | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 36-39 beinhaltet die Worte „Vorbote, abgrundtief, ersetzen“, gesponsert von Christiane selbst.

Die fünf Apokalyptischen Reiter

Die Naturkatastrophen, die sich mittlerweile tagtäglich auf der ganzen Welt ereigneten, waren nur Vorboten gewesen, von dem, was nun folgte. Niemand hatte gewusst, wie lange das mit uns Menschen auf diesem Planeten noch gut gehen würde, aber dass das Ende so nahe war, das hatten wir alle nicht erwartet und auch nicht, dass es tatsächlich die Apokalyptischen Reiter sein würden, die das Ende einleiten.

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Gespräche mit Rüdiger – Von der Zukunft | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und er muss Kommunikation zwischen mindestens zwei Arten (Mensch, Tier, Pflanze, Wesenheiten) beinhalten.

Gespräche mit Rüdiger – Von der Zukunft

Ich strecke die Füße im Sand aus und genieße das Kitzeln zwischen den Zehen. Heute ist kein besonders geeignetes Wetter, um an den Strand zu gehen, aber dafür bin ich alleine. Eine kühle Böe erfasst mich und ich ziehe meine Häkeljacke enger um meine Schultern. Gerade will ich die Augen schließen, um das Meeresrauschen zu genießen, da höre ich ein Räuspern hinter mir.

„Für dich hast du Snacks eingepackt und für mich?“, fragt Rüdiger und stiefelte auf mein Badehandtuch, auf dem er mit seinen Pfoten großzügig Sand verteilt.

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Pecunia non olet | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 23-26 beinhaltet die Worte „Örtlichkeit, sausen, unkonventionell“, gesponsert von mir.

Pecunia non olet

Frau Lokus saß wie immer auf ihrem kleinen Hocker. Er sah ziemlich schäbig aus. Seine Sitzfläche war mit rissigem und ausgeblichenem Leder überzogen und seine Beine waren über die Jahre krumm geworden. Der Chef von Frau Lokus, Herr Priem, hatte ihr mehrfach angeboten, ihn zu ersetzen, aber sie meinte, er sei perfekt eingesessen. Irgendwann hatte er aufgegeben. Natürlich konnte er ihr auch einfach einen neuen Stuhl vorsetzen, schließlich war er ihr Chef, aber ihre Beziehung war eher unkonventionell. Herr Priem hatte Respekt vor Frau Lokus und auch ein wenig Angst. Immer wenn, er etwas vorschlagen wollte, mit dem sie nicht einverstanden war, merkte er, wie es in seinen Ohren zu sausen begann und er entschied sich schnell dazu, Frau Lokus Willen nachzugeben. Eigentlich war es ihm auch egal, denn Frau Lokus war zuverlässig und bekam so viel Trinkgeld wie alle anderen Toilettenservicekräfte zusammen. Da ihm achtzig Prozent davon zustanden, beschwerte er sich nicht, auch wenn das hieß, die Personalpläne und das Interieur der Toilette Frau Lokus Willen anzupassen.

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Ein kleiner Spaziergang | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 23-26 beinhaltet die Worte „Örtlichkeit, sausen, unkonventionell“, gesponsert von mir.

Ein kleiner Spaziergang

Der Wind sauste ihm um die Ohren. Durch die Kälte, die er mit sich brachte, zitterte Pietro. Er hätte eine dickere Jacke anziehen sollen, vielleicht die von seiner Großmutter. Das orange-blaue Muster war zwar etwas unkonventionell, aber mit ihr konnte man sicher einen sibirischen Winter überdauern. Er stolperte über einen großen Stein und konnte sich ebenso mit den Händen abfangen. Er war so gar nicht mit den Örtlichkeiten vertraut. Überall gab es Unwegsamkeiten, wie große Steine, die sich optisch kaum vom normalen Untergrund abhoben, eigenartige Kiesgruben, kleine rutschige Hügel und tiefe Löcher im Boden. Er stolperte mehr durch die Gegend, als dass er lief. Hier und da bückte er sich und sammelte einen kleinen Stein auf, der interessant wirkte und stopfte ihn in seine Tasche. Ein wirkliches Muster gab es nicht. Er wollte Informationen sammeln und hatte keine konkreten Anhaltspunkte, nach was er suchte. Ihm wurde etwas langweilig, also begann er zu summen. Erst waren es nur irgendwelche Töne, dann formte er daraus ein Lied. Erst nach einigen Takten fiel ihm auf, dass er das Lied kannte und einen Beatles-Song summte, den seine Nachbarin ständig hörte.

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