21.12. – Das Festessen | Adventüden

Natürlich bin ich wie jedes Jahr bei den Adventüden dabeu. Auf Christianes Blig findet ihr meine diesjährige Geschichte.

Bierschaum ist auch nur leckerer Schnee«, sagte Gustav und lachte, während er ein Bier für den nächsten Kunden zapfte. »Ich sag ja nur, dass ohne Kälte die Weihnachtsstimmung irgendwie fehlt,« sagte Max deprimiert. Eigentlich war er glücklich. Sie hatten sich auf Mallorca ihren Traum von der eigenen Bar erfüllt und es lief super, obwohl sie […]

21.12. – Das Festessen | Adventüden

Gegensätzlich | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 45-49 beinhaltet die Worte „Horizont, kleinkariert, eintreten“, gesponsert von Myriade.

Gegensätzlich

Sie liebte es barfuß zu laufen, mit den Händen in Dreck zu wühlen. Meistens ließ sie sich durch den Tag treiben, machte das, woran sie Freude hatte. Ihre Haare trug sie ungekämmt und schnitt sie selbst. Manchmal schminkte sie sich, in den buntesten Farben. Am liebsten mochte sie ihren roten Lippenstift. Wenn sie morgens noch verschlafen war, landete etwas auf ihren Zähnen, doch das störte sie nicht. Sie tanzte über den Horizont hinaus. Man nannte sie kreativ, expressiv, verrückt.

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Die Stimme | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 40-44 beinhaltet die Worte „Lehrer, grob, hauchen“, gesponsert von Christiane selbst.

Ich hatte Lust auf etwas Gruseliges zur Einstimmung in die Halloween-Zeit und dann ist irgendwie was Anderes geworden. Ich will keine CN voran schreiben, weil die spoilert, aber, wenn ihr CN braucht, findet ihr sie unter dem Text.

Die Stimme

Als er Halt suchte, war sie plötzlich da, die Stimme aus dem Radio. Erst hörte er sie nur hauchen, dann flüstern und schleißlich verstand er die Stimme deutlich. Sie war sanft und wohlklingend, umarmte ihn mit Worten und streichelte ihn mit Verständnis. Wenn er einen schlechten Tag hatte, konnte er ihr alles erzählen. Sie hörte zu, fragte interessiert nach und gab keine unerwünschten Tipps. Wenn er fertig war, baute sie ihn auf, mit Erzählungen, manchmal Witzen und Tierlautinterpretationen. Vor allem das Schnattern des Pinguins ließ ihn Tränen lachen.

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Die fünf Apokalyptischen Reiter | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 36-39 beinhaltet die Worte „Vorbote, abgrundtief, ersetzen“, gesponsert von Christiane selbst.

Die fünf Apokalyptischen Reiter

Die Naturkatastrophen, die sich mittlerweile tagtäglich auf der ganzen Welt ereigneten, waren nur Vorboten gewesen, von dem, was nun folgte. Niemand hatte gewusst, wie lange das mit uns Menschen auf diesem Planeten noch gut gehen würde, aber dass das Ende so nahe war, das hatten wir alle nicht erwartet und auch nicht, dass es tatsächlich die Apokalyptischen Reiter sein würden, die das Ende einleiten.

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Gespräche mit Rüdiger – Von der Zukunft | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und er muss Kommunikation zwischen mindestens zwei Arten (Mensch, Tier, Pflanze, Wesenheiten) beinhalten.

Gespräche mit Rüdiger – Von der Zukunft

Ich strecke die Füße im Sand aus und genieße das Kitzeln zwischen den Zehen. Heute ist kein besonders geeignetes Wetter, um an den Strand zu gehen, aber dafür bin ich alleine. Eine kühle Böe erfasst mich und ich ziehe meine Häkeljacke enger um meine Schultern. Gerade will ich die Augen schließen, um das Meeresrauschen zu genießen, da höre ich ein Räuspern hinter mir.

„Für dich hast du Snacks eingepackt und für mich?“, fragt Rüdiger und stiefelte auf mein Badehandtuch, auf dem er mit seinen Pfoten großzügig Sand verteilt.

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Pecunia non olet | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 23-26 beinhaltet die Worte „Örtlichkeit, sausen, unkonventionell“, gesponsert von mir.

Pecunia non olet

Frau Lokus saß wie immer auf ihrem kleinen Hocker. Er sah ziemlich schäbig aus. Seine Sitzfläche war mit rissigem und ausgeblichenem Leder überzogen und seine Beine waren über die Jahre krumm geworden. Der Chef von Frau Lokus, Herr Priem, hatte ihr mehrfach angeboten, ihn zu ersetzen, aber sie meinte, er sei perfekt eingesessen. Irgendwann hatte er aufgegeben. Natürlich konnte er ihr auch einfach einen neuen Stuhl vorsetzen, schließlich war er ihr Chef, aber ihre Beziehung war eher unkonventionell. Herr Priem hatte Respekt vor Frau Lokus und auch ein wenig Angst. Immer wenn, er etwas vorschlagen wollte, mit dem sie nicht einverstanden war, merkte er, wie es in seinen Ohren zu sausen begann und er entschied sich schnell dazu, Frau Lokus Willen nachzugeben. Eigentlich war es ihm auch egal, denn Frau Lokus war zuverlässig und bekam so viel Trinkgeld wie alle anderen Toilettenservicekräfte zusammen. Da ihm achtzig Prozent davon zustanden, beschwerte er sich nicht, auch wenn das hieß, die Personalpläne und das Interieur der Toilette Frau Lokus Willen anzupassen.

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Ein kleiner Spaziergang | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 23-26 beinhaltet die Worte „Örtlichkeit, sausen, unkonventionell“, gesponsert von mir.

Ein kleiner Spaziergang

Der Wind sauste ihm um die Ohren. Durch die Kälte, die er mit sich brachte, zitterte Pietro. Er hätte eine dickere Jacke anziehen sollen, vielleicht die von seiner Großmutter. Das orange-blaue Muster war zwar etwas unkonventionell, aber mit ihr konnte man sicher einen sibirischen Winter überdauern. Er stolperte über einen großen Stein und konnte sich ebenso mit den Händen abfangen. Er war so gar nicht mit den Örtlichkeiten vertraut. Überall gab es Unwegsamkeiten, wie große Steine, die sich optisch kaum vom normalen Untergrund abhoben, eigenartige Kiesgruben, kleine rutschige Hügel und tiefe Löcher im Boden. Er stolperte mehr durch die Gegend, als dass er lief. Hier und da bückte er sich und sammelte einen kleinen Stein auf, der interessant wirkte und stopfte ihn in seine Tasche. Ein wirkliches Muster gab es nicht. Er wollte Informationen sammeln und hatte keine konkreten Anhaltspunkte, nach was er suchte. Ihm wurde etwas langweilig, also begann er zu summen. Erst waren es nur irgendwelche Töne, dann formte er daraus ein Lied. Erst nach einigen Takten fiel ihm auf, dass er das Lied kannte und einen Beatles-Song summte, den seine Nachbarin ständig hörte.

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Die kleine Schraube | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 19-23 beinhaltet die Worte „Stellschraube, leutselig, integrieren“, gesponsert von Christiane selbst.

Habe mich heute tierisch aufgeregt und wollte eine Geschichte mit Genugtuungsmoment schreiben.

Die kleine Schraube

Henri lachte als sein Onkel stolperte und ihm die Gläser mit einem lauten Klirren auf den Boden fielen. Zum Glück sah niemand seiner Verwandten sein schadenfrohes Gesicht. Sie waren zu sehr damit beschäftigt Henris Onkel zu helfen und sich bei ihm einzuschmeicheln. Onkel Heinz war das Oberhaupt der Familie und das nur, weil er steinreich war. Er hatte nach seiner Lehre als Mechaniker irgendeine besondere Art Stellschraube erfunden, oder die Erfindung geklaut, wie Henri wusste, und hatte ein Schraubenimperium gegründet.

Henri hasste seinen Onkel. Die Leute beschrieben ihn als gesellig und sozial, als leutselig, gutmütig und vieles mehr, was er zumindest auf den ersten Blick zu sein schien, bis man etwas tat, was ihm gegen den Strich ging. Dann landete man auf seiner Feindesliste, auf der Henri letzten Monat auch gelandet war, als er sich bei einem Praktikum in der Firma seines Onkels nicht hatte als Schwulette beschimpfen lassen. Das Ganze war sogar in der Lokalpresse gelandet, doch irgendwie hatte sein Onkel es geschafft, ihn als jemanden darzustellen, der sich nicht hatte integrieren wollen, jemanden, der seine Kollegen und Kolleginnen so lange auf der Nase herumgetanzt war, dass die ausfallend geworden waren. Seine Firma war nie schuld, Heinz war nie schuld. Auch jetzt nicht. Henris Mutter lief weinend an Henri vorbei, nachdem ihr Bruder, sie als dumme Hausfrau bezeichnet hatte, weil wohl eine Falte im Teppich gewesen war, der zu seinem Sturz geführt hatte.

Henri folgte seine Mutter ins Schlafzimmer und reichte ihr einen USB-Stick.

„Was ist das?“, fragte sie schluchzend.

„Der Beweis, dass du die Schraube erfunden hast. Habe ich in Onkel Heinz Büro gefunden, als ich da putzen sollte, weil Schwule ja wie Frauen sind und gut putzen können. Nun ja, weißt du was wir auch besonders gut können?“ Henri grinste seine Mutter an. „Passwörter knacken.“

Versteckt | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 14-18 beinhaltet die Worte „Nestbau, tanzen, frostig“, gesponsert von Anna Lena.

Versteckt

Ein dunkelblaues war unter der Treppe versteckt, im Schatten der Stufe direkt an der Wand. Wenn jemand die alte Holztreppe hinaufging, tanzte es im Beat der Schritte.

Ein rosafarbenes mit gelben Punkten lag auf einem Stuhl, der unter den Esstisch geschoben worden war. Es hoffte, entdeckt zu werden, bevor sich jemand daraufsetzte.

Ein orange-rot-gestreiftes lag zwischen den Kuscheltieren. Der braune Teddy verbarg es mit seiner riesigen Tatze. Von der Seite stubbste der Schnabel einer Plüschente daran.

Ein gelbes lag im Garten unterm Rosenbusch. Im Schatten war es besonders frostig. Sein Inneres begann zu frieren, die Schale sah so aus, als hätte sie bereits Gänsehaut.

Ein besonders buntes lag auf der Hollywood-Schaukel. Es war mit Farbresten bemalt worden und tarnte sich gut auf dem Kissen mit Dschungelprint, auf dem es lag.

Ein gelbes war im Amselnest versteckt. Das Amselweibchen betrachtete es verwirrt und fragte sich, was beim Nestbau schiefgelaufen war.

Ein goldenes lag bereits in Kinderhänden. Nach eingehender Betrachtung wurde es in den Korb gelegt. Fünf weitere sollten folgen. Eines wurde nicht wiedergefunden. Vielleicht nächstes Jahr.

Scheiß drauf | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 10-13 beinhaltet die Worte „Schnitt, rot, beherrschen“, gesponsert von Werner Kastens.

Ich mag übrigens Dichterlesungen und Art-House-Filme sehr gerne. Bei experimentellem Theater brauche ich es aber auch nicht nackt. 😉

Scheiß drauf

Ruth rollte genervt mit den Augen. Schon wieder stand sie vor einem Gebäude, in dem eine Veranstaltung lief, die sie nicht interessierte. Diesmal war es ein experimentelles Theaterstück, in dem alle nackt waren und plattdeutsch sprachen. Es gab Leute, die so etwas mochten, aber sie würde kein Wort verstehen, peinlich berührt sein und hoffen, dass die Zeit verstrich. Da sie eine erfolgreiche Kuratorin war, vermutete jeder, sie würde auf Art House-Filme, Dichterlesungen und experimentelles Theater stehen. Selbst ihre Mutter, die ihr die Eintrittskarten geschenkt, aber nicht mal selbst Lust hatte, sich so einen Senf anzusehen.

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