Wird die Welt immer schlimmer? | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wird die Welt immer schlimmer?

Ich höre oft, dass die Menschheit schlimmer wird, moralisch verfällt und dann war ich am Wochenende auf Schloss Waldeck und habe die Folterkammer gesehen. Jetzt frage ich mich, ist das so? Werden wir Menschen immer „schlimmer“ oder waren wir einfach schon immer grausam?

„Sowas hätte es früher nicht gegeben“

Das sagte eine ältere Frau im Supermarkt, als ein kleiner Junge einen Apfel aus dem Regal nahm und ihn aus Wut auf den Boden fallen ließ. Sie meckerte dann weiter, dass Kinder früher noch Anstand hatten und dann habe ich nicht mehr zugehört, sondern den Vater beobachtet, der wortlos den Apfel in den Einkaufswagen gelegt, dann den Jungen auf den Arm genommen und ruhig mit ihm geredet hat. Ich bin dann weiter, aber eine Frage blieb: Waren Kinder früher weniger wütend oder einfach nur zu ängstlich die Wut zu zeigen?

Wieso die Anekdote?

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blutspur | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

blutspur

leise soll es tröpfeln. ein geheimer fluss,
gestoppt durch viele bahnen stoff und
watte. verborgen vom akzeptablen durch
eine allerletzte lage plastik. lautlos soll das
blut verschwinden, im mülleimer. verborgen,
gut verpackt, unausgesprochen. gefangen.
manchmal wünschte ich, ich hätte den
mut, mir zwischen die beine zu greifen
und meine gebärmutterschleimhaut der
welt ins gesicht zu schmieren. stellt euch
nicht so an. die brauchen wir, um neues
leben zu erschaffen.

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Keine Toleranz für die Intoleranz | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Keine Toleranz für die Intoleranz

Manchmal möchte ich wegen der ganzen Ungerechtigkeit auf der Welt schreien, meist nachdem ich durch Social Media gescrollt habe. Ich habe dann das Gefühl, die (Online-)Welt besteht nur aus empathielosen Arschlöchern und die kommen mit allem durch, aber ist das so?

Selbstgebauter Doom

Doomscrollen ist ein fantastisches Wort, dabei ist es nicht mal so, als wären wir dem „Doom“ einfach nur ausgeliefert. Wir haben ihn selbst erschaffen. Die Algorithmen von Social Media bevorzugen krasse Meinungen (meist Negative), weil darauf reagiert wird. Wenn ich schreibe, dass ich Blumen mag, wird es da weniger Reaktionen draufgeben, als wenn ich sage, dass ich JK Rowling mag (tue ich nicht, keine Angst). Populäre Beiträge werden eben gepusht. Der Algorithmus schaut nicht danach, ob es negative Reaktionen sind.

5% sind plötzlich 100%

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dazwischen | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

dazwischen

mit einem klonk. die ersten kastanien
kullern über bürgersteige. ein paar
blätter wechseln ihr farbkleid und
der wind raschelt sommermüde äste.
dunkler ist es. ein wenig gemütlicher.
und doch rieche ich sonnencreme,
schmecke eis und spüre wärmende
sonnenstrahlen auf der haut. danach,
dazwischen, davor. ein abschied und
eine begrüßung.

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Veröffentlichungen 2025 | Kritzelnews

Ich bin chronisch schlecht darinnen, meine Erfolge zu feiern, also hier eine kleine Party, weil ich dieses Jahr bei sehr vielen Veröffentlichungen ein Teil war.

Kurzgeschichte „Tulusee“ in „Mystische Gewässer“, Shadodex Verlag
– Eine Horrorgeschichte, die durch Cthulhu inspiriert wurde

*

Kurzgeschichte „Mariendorf“
– Ich habe das Sprichwort „Dort werden abends die Bürgersteige hochgeklappt“ mal wörtlich genommen

*

Gedicht „im glashaus“ bei Pidgeon Publishing
– Eine kleine Überlegung in Gedichtform über menschlich widersprüchliches Verhalten

*

Bild „Hingabe“ bei Kleine Kunst Magazin

*

Kurzgeschichte „Klappstuhl und Motor“ in der Frühlings-Anthologie bei Thomas Opfermann
– Über Nachbarn und wie man sich den Chill nicht nehmen lassen soll

Kleiner Ausblick: Eine der Geschichten von mir, die ich selbst wirklich gut finde, erscheint bald im Ohne Ohren-Verlag. Es geht um ein Miezhaus. 😉

Kinderwunsch sollte ein No-Go-Thema sein | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Kinderwunsch sollte ein No-Go-Thema sein

„Und wie oft habt ihr Sex?“ würden wir nie ein Pärchen fragen, aber ob sie Kinder haben wollen schon. Dabei ist der Wunsch ein Kind zu bekommen, nicht weniger intim und oft mit mehr Emotionen verbunden als das Sexualleben. Warum ist es so normal nach dem Kinderwunsch zu fragen?

Wie komme ich jetzt darauf?

Bevor ich kein Kind hatte, haben tatsächlich relativ wenige Leute nach meinem Kinderwunsch gefragt (die meisten dachten wohl, dass ich Kinder nicht mag), aber seit ich ein Kind habe, werde ich gehäuft nach Kind Nummer zwei gefragt und es NERVT. „Langsam müsst ihr mal, sonst ist der Abstand zu groß“ oder „aber ein Kind braucht doch Geschwister“ sind Sprüche die ich immer häufiger höre. Das Thema ist nicht sehr emotional für mich, aber ich will mich nicht für so eine persönliche Entscheidung rechtfertigen.

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nicht die kleidung | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Zu dem Thema ein interessanter Artikel: Klick

nicht die kleidung

ein grauer hoodie mit verblasstem markennamen
und eine ausgebeulte blaue jeans, die an den
rändern ausgefranst ist. ein enges silbernes kleid,
das oberhalb der knie endet und bei der letzten
party ein paar pailletten verloren hat. ein brauner
langer faltenrock, in dem eine weiße bluse steckt
und darüber ein blauer pullunder mit muster. eine
enge jeans und einweihnachtspullover mit schlitten,
schneemann und rentieren, der den hintern verdeckt.
lüsterne augen, denen das egal ist und große hände,
die dominanz beweisen wollen.

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Wo sind alle Herbstliebhaber? | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wo sind alle Herbstliebhaber?

Da ich den Herbst liebe, nehme ich den ersten September als Herbstanfang, also den meteorologischen und nicht der kalendarischen. Ich kann einfach nicht noch 21 Tage warten. Und wie jedes Jahr eine kleine Liebeserklärung als den Herbst. Letzten Herbst, habe ich einfach querbeet aufgelistet, was ich am Herbst liebe, diesmal will ich meine Lieblings-Sinneseindrücke auflisten.


Der Herbst schmeckt nach…

  • Kürbissuppe, -brot, -kuchen, -risotto … alles Kürbis
  • Süßigkeiten in Halloween-Form (die Form macht den Geschmack!!)
  • Suppen in allen Formen
  • Äpfeln
  • Früchtetee


Der Herbst riecht nach…

  • Herbstregen
  • Blättern, teils frisch, teils schon etwas modrig
  • Kastanien und Eicheln
  • Pilzen
  • Moos


Der Herbst hört sich an wie…

  • raschelnde Blätter
  • leisere Abende
  • Zugvögel
  • Traktoren bei der Ernte


Der Herbst fühlt sich an wie…

  • eine Abkühlung nach heißen Sommertagen (also theoretisch)
  • weiche Blätter unter den Schuhen oder ganz Hippie: unter nackten Füßen
  • ein Rückzug
  • Kreativität – Bastelnachmittage


Der Herbst springt ins Auge durch…

  • goldenes Licht
  • Farbenpracht
  • Deko aus Kastanien und Blättern
  • Geister und Skelette

Habt ihr auch Lieblings-Sinneseindrücke im Herbst?

nur mit dir | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

nur mit dir

wenn sich deine und meine haut treffen.
deine epidermis meine berührt. wenn meine
thermorezeptoren deine wärme aufnehmen.
meine meissner-körperchen sich an deine
schmiegen. sind wir uns nah. und doch trennt
uns ein ganzes organ. schicht über schicht
sind wir jeder eins und kein ganzes. nur mit
dir. sagst du und baust eine brücke über
unüberbrückbares.

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Eltern vs Eltern | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Eltern vs Eltern

„Was du gibst dein Kind unter 3 Jahren schon in eine fremde Betreuung?“ „Wie du hast nicht gestillt, obwohl es das Beste für das Kind ist?“ „Was, das Kind darf Fernsehen schauen?“ – Vielleicht habt ihr die Sätze privat noch nicht gehört, aber auf Social Media sind so Sätze erschreckend oft zu lesen und ich befürchte, das liegt nicht nur an meiner Timeline. Warum sehen einige Eltern-Sein als Wettbewerb an, wer es besser macht?

Tablet im Restaurant-Gate

Wir sind kürzlich zu Karls Erdbeerhof gefahren und haben dort Waffeln zum Mittag gegessen. Eine Familie mit zwei Kindern setzte sich zu uns. Während die Mutter das Essen besorgt hat, saß der Vater mit den Kindern am Tisch und die durften auf dem Tablet was sehen. Mein erster Gedanke war leider: Warum redet der nicht einfach mit seinen Kindern? Mein zweiter dann: Argh, lass dich nicht anstecken! Du weißt doch gar nicht, was dahintersteckt. Ich weiß es immer noch nicht, aber die vier waren echt nett und wir mussten gegenseitig über die Kommentare unserer Kinder lachen. Alle schienen eine gute Zeit zu haben. Warum erzähle ich die Story?

„Ich mache das besser“

Ich glaube, weil man sich als Elternteil so viele Gedanken um das richtige Umfeld, Ernährung, Umgang mit Medien etc bei seinen Kindern macht, hat man irgendwann das Gefühl, sehr viel Ahnung von der Thematik zu haben. Man will es richtigmachen. Wenn man dann andere Eltern sieht, die es anders machen, hinterfragt das irgendwie die eigene Weisheit. Es gibt verschiedene Arten damit umzugehen. Kritik wäre eine und wahrscheinlich das, was oft als erstes auftritt, weil man sein eigenes Fachwissen verteidigen will. Eine zweite wäre es, das eigene Fachwissen zu hinterfragen. Eine dritte, zu akzeptieren, dass andere Eltern andere Kinder haben mit anderen Dingen, die für sie funktionieren bzw. nicht funktionieren.

You do you

Ich bevorzuge es, andere ihr Ding machen zu lassen (gelingt nicht immer). Mit Freunden kann man konstruktive Gespräche führen und auch über Zweifel sprechen, aber sich mit Fremden zu vergleichen, führt zu nichts. Am Ende bin ich als Elternteil jemand mit Grenzen und Präferenzen und habe ein Kind, das nochmal ganz eigene Grenzen und Präferenzen hat. Es muss zwischen Eltern und Kindern im Alltag funktionieren und wenn dann halt mal das Tablet im Restaurant rausgeholt wird. Mein Grund das nicht zu tun, ist btw. nicht mal, dass ich etwas gegen Medienkonsum habe, sondern weil mein Sohn kein Maß kennt. Unsere Regel ist maximal eine Folge mit maximal dreißig Minuten am Tag bis maximal 18 Uhr. Nur so haben wir auch mal medienfreie Tage und trotzdem ein zufriedenes Kind, das, so wie es derzeit aussieht, den gesunden Umgang mit Medien lernt. Bei anderen Kindern ist das sicher anders.

Eltern mit Eltern

Wäre doch irgendwie netter, wenn man sich gegenseitig unterstützt und seine Erkenntnisse ohne Wertung formuliert. Eine Sache aber dazu: Ich rede hier immer noch über Social Media und ich glaube dadurch, dass man den Gegenüber nicht kennt, denken viele nicht darüber nach, was solche Generalaussagen bewirken. Ins Gesicht würde man anderen wahrscheinlich nicht sagen, dass ihr Erziehungsstil scheiße ist. Das Beste ist wohl, sich darauf zu besinnen, dass man diese harten Urteile aus Selbstschutz fällt und dass die meisten Eltern ihr Bestes geben.