Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für Januar beinhaltet die Worte „Umhang, verhuscht, anbeten“.
Die Angebetete am Fenster
Joris zog sich den Umhang fester um die Schultern und sah sich verhuscht um. Es war kühl geworden, aber das hielt ihn nicht ab, sie heute zu sehen. Normalerweise tauchte sie immer um diese Uhrzeit am Fenster auf. Es war ihr Ritual nach dem Abendessen. Nur heute ließ sie auf sich warten, doch noch gab er die Hoffnung nicht auf, sie heute noch zu sehen.
Er wusste, dass es falsch war, sie so anzubeten, aber konnte nichts gegen sein Verlangen tun. Ihre Schönheit hatte ihn in seinen Bann geschlagen und bisher hatte er nichts Verbotenes getan. Letzte Woche, nachdem auf der Arbeit alles schiefgelaufen war, hatte er kurz überlegt, sie zu entführen, damit sie ihn trösten konnte, aber er hatte keinen Platz in seiner kleinen Wohnung, sie zu verstecken. Außerdem würden seine Nachbarn bei den dünnen Wänden schnell etwas merken.
Als sie endlich vor dem Fenster auftauchte, schlug sein Herz schneller. Ihre strahlendblauen Augen, wie sie in ihrem braunen Gesicht funkelten, raubten ihm den Atem. Er zückte sein Handy und schoss ein paar Fotos. Als sie sich zu putzen begann, machte er ein Video. Ihr Fell sah so seidig aus, da war es kein Wunder, dass es besonderer Fellpflege benötigte. Sie hatte die klassische Fellzeichnung einer Balinesenkatze, aber relativ langes Fell. Es sah so weich aus, dass er am liebsten seine Nase in ihm vergraben würde. Plötzlich tauchte der Typ, der bei ihr wohnte, hinter ihr auf und streichelte sie sanft an ihrem zarten Köpfchen. Sie reckte es seiner Hand entgegen. Loris wurde wütend, nahm ein kleines Steinchen und warf es Richtung Haus. Leider traf es die Fensterscheibe. Der Typ sah raus und Joris ergriff schnell die Flucht. „Bis Morgen meine Schönheit“ rief er leise.
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
wie beschreibt man hass
wenn ich versuche, den hass, der derzeit allgegenwärtig zu sein scheint, in worte zu fassen, scheitere ich kläglich. ich schreibe von unüberwindbaren bergen, kahlen wüsten, von tiefem schlamm, aber kein bild scheint ihn zu fassen. vielleicht, weil ich den hass nicht verstehe. warum hasst man menschen, die eine andere hautfarbe, augenfarbe, religion haben? warum hasst man menschen, die lieben, wen sie wollen, die leben, wie sie fühlen? warum hasst man worte, die dazu da sind, um zu verbinden? wenn ich versuche, den hass in worte zu fassen, scheitere ich kläglich, weil ich den hass unerträglich finde. und ich hoffe, dass der hass nur so laut ist, weil denen ohne hass auch die worte fehlen.
Ich hadere schon lange, ob ich mir mal einen Patreon-Account zulege, weil alles, was ich außerhalb meiner Arbeit mache, also Schreiben, Malen und auch die „guten News des Tages“ meine Hobbies sind. Ich will damit per se kein Geld verdienen und man will ja auch nicht gierig wirken…aber eigentlich ist das eine komische Mentalität, dass wir alles, was Kunst ist oder im Internet stattfindet gratis wollen. Ich unterstütze schon länger Kunstschaffende auf Patreon und zwar ganz unterschiedliche, von Amanda Palmer bis hin zu Nerdforge. Fühlt sich gut an, Leute zu unterstützen, die Kunst schaffen, die ich mag.
Warum bin ich auf Patreon?
Ich liebe die Community und den direkten Kontakt. Patreon ist irgendwie so eine Bubble, die viel netter als Social Media ist, weil die Grundprämisse ist, sich gegenseitig zu unterstützen, zu schaffen, die Welt zu verändern. Und ich will einfach Teil davon sein. Um das Geld geht es mir dabei weniger, deswegen will ich damit auch transparent sein. Alles Geld, was ich darübererhalte, investiere ich in meine Kunst. Seien es Leinwände, die Bezahlung von Lektoren für meine Geschichten, Zeitungs-Abos für meine guten News des Tages und was auch immer so ansteht.
Und was biete ich dafür?
Genauer könnt ihr das auf der Tier-Liste lesen, aber auch hier, will ich es kurz erklären. Für den kleinsten Betrag will ich einmal in der Woche alle guten News zusammenfassen, die ich nicht geschafft habe auf Social Media zu posten. Bisher habe ich die einfach gelöscht, meist „unrecherchiert“. D.h. ich recherchiere diese Karteileichen und wenn sie gut sind, kommen sie in den Wochenbeitrag. Wenn die Recherche einer News nicht 100% wasserfest ist, poste ich die trotzdem, schreibe das aber dazu. Manchmal bin ich da zu pingelig und ich will auf Social Media keinen Unsinn verbreiten. Hier bei Patreon kann ich das eher korrigieren bzw. in Kontext setzen. Bei Social Media verliert man gefühlt die Kontrolle über seine eigenen Posts.
Dann will ich noch bei der nächsten Stufe, Leuten anbieten meine Kunst direkt zu unterstützen. Dafür poste ich einmal im Monat eine unveröffentlichte Kurzgeschichte und unregelmäßig aber mindestens einmal im Monat ein Update zu meinen Schreibprojekten, Blick in mein Atelier, meine Sketchbücher, meine Chaosdateien.
Und dann für vollkommen verrückte Menschen eine weitere Stufe, die dann zusätzlich noch in unregelmäßigen Abständen, aber mindestens einmal im Quartal eine Postkarte, einen Sketch oder anderes persönliches Gekritzel von mir zugeschickt bekommen. Ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass das jemand möchte, daher halte ich mich hier vage. Falls es doch so Verrückte gibt, führe ich das genauer aus und mache einen besseren Plan.
Patreon ändert aber nichts an meinen „gutenNewsdesTages“ oder an diesem Blog. Ich poste dadurch nicht weniger oder anderes. Alles wie gewohnt, nur eben hier auch noch ein bisschen mehr.
Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK* Die aktuellen Bilder und Mosaikstücken zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*
Ich habe mich mal an einem „echten“ japanischen Haiku probiert. Ich bin allerdings nicht sehr gut im Kanji (ok, die Hiraganas sind auch nur so halb gut) schreiben, da fehlt mir einfach die Übung. Nuja, aber erst der Haiku in japanischer Schrift, dann in unserer Schrift und dann die Übersetzung.
Asa narai – Hyosho ga hassei suru – Madobe iru
morgendlicher winterwind eiskristalle wachsen ich stehe am fenster
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
minus 6 grad
unter meinen sohlen bricht eine dünne kristallene schicht. leise knirscht die kalte welt. ich schüttele eis ab. wie kleine glitzernde sterne flirrt es durch die luft bis es auf meinen atem trifft, der als sichtbarer nebel in der kälte erstirbt. eisig, klar, scharf oder einfach nur arschkalt.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Trinkt weniger Alkohol! Esst mehr Sauerkraut!
Immer weniger Leute kaufen Sauerkraut und die jetzigen Kunden findet man eher nicht unter den jungen Erwachsenen. 61% des Umsatzes von Sauerkraut-Konserven stammen von den „Wiederaufbauern“ (knapp 30%) und den „Babyboomern“ (knapp 32%). Wenn das so weitergeht, sind die Deutschen nicht mehr die Krauts sondern die Alcs, weil Bier mehr für Deutschland steht als alles andere, was unsere Essens/Getränke-Tradition so vorzuweisen hat.
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warm ums herz
manchmal ist es in der kälte wärmer als im sommer. wir sitzen am fenster. auf dem marmor eine kuschelige decke, hinter uns dampftender heißer tee und die heizung schnurrt wie ein kätzchen. wir beobachten wie der schnee fällt und die welt mit weißen linien nachmalt. kälteblitze prallen von der scheibe ab. kurz spüre ich ein wenig gänsehaut in meinen gedanken, während sich meine warme haut an deine presst und unser atem die welt vernebelt. du lachst und selbst draußen wir der kälte ein wenig warm ums herz.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Morgens mit Kleinkind
Mein Sohn kommt jede Nacht zu uns ins Bett und wir finden das toll. Muss dazu gesagt werden, weil Leute mir immer wieder in beruhigendem Ton erzählen, dass das sicher bald aufhört und nicht verstehen, dass ich da jetzt schon drüber traurig bin, wenn es aufhört. Mein Sohn schläft gut und wir schlafen auch gut. Und ich liebe es morgens neben ihm aufzuwachen, denn oft erzählt er von seinen verrückten Träumen oder sagt/fragt nach irgendwelchen Sachen, die ihn beschäftigen.
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Frohes Neues!
braun
der himmel ist blau. scheiße ist braun. faschisten sind böse. der himmel färbt sich rot. nach zu viel bockwürsten bekommt man durchfall. aber es gibt auch böse ausländer. der himmel ist dunkel, ohne sterne. von pflaumen bekommt man irgendwann verstopfung. tofu ist menschenfleisch. ob man dir ins hirn geschissen hat, möchte ich fragen.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Alte und neue Vorsätze
Ich habe letztes Jahr eine Liste mit etwas ungewöhnlicheren Vorsätzen geschrieben, die mehr aus Ideen bestand. Hier ein kleiner Recap, wie es lief und eine neue Liste.
„So oft wie möglich zwei unterschiedliche Socken anziehen“
Ich habe mir „Uneven Socks“ gekauft, habe aber auch so wild durchgemischt, auch wenn es nur funktioniert, wenn die Socken maximal ähnlich sind. Zwei unterschiedlich sich anfühlende Socken anzuhaben ist sensorisch verwirrend.
„wenn ich nicht weiß, welchen Film ich sehen will, einen anschauen, bei dem ich sofort denke „Niemals!““
Ein paar Mal habe ich das gemacht und bin voll auf die Nase geflogen. Also, es ist schön, seinen Horizont zu erweitern, aber ich möchte meine Lebenszeit, die ich durch so Filme wie „Der Gesang der Flusskrebse“ verschwendet habe, gerne wieder haben.
„beim Zugfahren jemand Fremdes nach dem liebsten Hobby fragen“
Einmal. Die Antwort war Stricken und wir hatten ein sehr nettes Gespräch über alles Mögliche. Am Ende kann man Gespräche beim Zugfahren nicht erzwingen. Manchmal passieren sie, manchmal eben nicht.
„öfter ohne Anlass Komplimente verteilen oder Leuten sagen, was für tolle Arbeit sie leisten“
Ich versuche es, mache es aber immer noch zu wenig. Kommt auf meine 2025-Liste
„im Sommer mindestens einmal mit Kind Eis als Abendbrot essen und im Winter Waffeln als Frühstück“
Waffeln als Frühstück nicht, aber als Mittagessen. Mir war es zu anstrengend morgens Waffeln zu machen und aus dem Haus und in ein Café zu gehen, ist morgens auch nicht unseres. Eis gab es erst kürzlich wieder zum Abendbrot, weil ich übersehen habe, dass in der Gewürzmischung Chilli ist. Upsi. Per se finde ich aber einen entspannten Umgang mit Essen gut, aber eben unerzwungen.
„Postkarten an Unbekannte schicken und ihnen erzählen, wieviel Positives es auf der Welt gibt“
Nur 2. Das ist eine traurige Bilanz. Kommt auf meine 2025-Liste.
„mal ernsthaft mit jemandem von den Zeugen Jehovas sprechen“
Hat sich nicht ergeben.
„Zahnpasta mit Geschmack probieren“
Japp. Ich klaue regelmäßig die vom Kind.
„wenn ich ganz mies drauf bin und mir was gönnen möchte, nach Amazon Wishlists suchen und Leuten ihre Wünsche schicken“
Auch nur einmal gemacht, aber eine sehr nette Dame auf X hat jetzt ein Frozen-Uno. Mache ich aber lieber zweckgebunden, zB für Leute, die im Tierschutz aktiv sind oder aktiv etwas brauchen, unabhängig davon, wie ich mich fühle.
„wenn ich das Gefühl habe, dass mich der Stress überrollt, Nagellackvorrat meiner besten Freundin plündern und alle Fingernägel in einer unterschiedlichen Farbe lackieren“
Voll vergessen, dass ich mir das vorgenommen habe. Ehrlich gesagt aber auch eine dumme Idee. Ich mag Nagellack nicht.
„„Hallo“ in den gängigsten Sprachen zusammen mit dem Kind lernen, wenn das gut läuft auch „Schön dich kennenzulernen““
Bisher sind es nur 5 Sprachen, aber wir arbeiten dran. War nicht so einfach wie ich dachte, da er dieses Jahr einen riesigen Sprung mit Sprache gemacht hat und dabei die Aussprache auf der Strecke blieb. Einige Wörter kriegt er noch nicht hin, aber es steht auf der 2025-Liste.
Zusammenfassend gar nicht schlecht. Also hier eine neue Liste mit Übernahmen aus der letzten:
Was ich mir für 2025 vornehme:
öfter ohne Anlass Komplimente verteilen oder Leuten sagen, was für tolle Arbeit sie leisten
Postkarten an Unbekannte schicken und ihnen erzählen, wieviel Positives es auf der Welt gibt
mal ernsthaft mit jemandem von den Zeugen Jehovas sprechen
„Hallo“ in den gängigsten Sprachen zusammen mit dem Kind lernen, wenn das gut läuft auch „Schön dich kennenzulernen“
Neu dazu kommt:
Menschen nette Notizen hinterlassen, zB meinem Mann, Nachbarn, Kollegen, Freunden…
wenn ich das Gefühl habe, nichts zu können, anderen Kunstschaffenden Komplimente über Social Media machen