steinalt | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich bin gerade in Paris und lass es da krachen. Eure Dienstagsgedichte lese ich am Donnerstag, wenn ich nicht mehr mit Baguette- und Crêpe-Essen beschäftigt bin. Ich winke euch vom obersten Teil des Eifelturms zu.

steinalt

und dann bin ich plötzlich aufgerundet.
habe wieder etwas hinter mir gelassen.
einen vibe, eine definition, ein teil meines
selbst. über nacht ist die haut schlaffer
und die wehwehen lauter geworden. mit
lachweinenden augen schmiere ich etwas
antifaltencreme in die neue null und
schreibe steinalt in meine vita.

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Ich packe meinen Koffer und nehme mit | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich packe meinen Koffer und nehme mit

Ich fahre Morgen nach Paris und da dachte ich, ich teile, was ich so alles einpacken werde.  

Ich packe meinen Koffer und nehme mit:

  • genug quietschebunte Socken, um die Füße auch nach mehreren tausenden Schritten bei Laune zu halten
  • Hosen, auf denen man die Flecken nicht sieht, wenn ich mit Essen kleckere oder irgendwo hochkraxele
  • lustige Pullover/Shirts, damit mich direkt jede*r als Touristin erkennt
  • Lieblingspyjama, damit das fremde Bett ein bisschen zum eigenen wird
  • zweites Paar Schuhe, weil ich in jeder Stadt, die ich besuche einmal in eine Pfütze springen muss
  • ein Buch, dass ich bestimmt nicht lesen werde
  • eine Tüte, in die gefundene Schätze kommen (es werden Steine sein, mein Kind ist ja dabei)
  • ein kaputter Regenschirm, den ich in einem Restaurant vergessen werde
  • kleine Musikbox, damit wir abends zusammensitzen und französische Musik hören können, weil wir eben in Frankreich sind
  • ein extra Staufach für Mitbringsel in meinem Kopf, weil ich all diese Momente und Erinnerungen mit nach Hause nahmen will

gealterte liebe | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

gealterte liebe

mit der zeit bekommt sie ein bisschen
alltagspatina. die schmetterlinge brauchen
eine pause, das verliebte lächelgesicht
etwas entspannung und der verträumte
blick fokussiert sich auf das normale leben.
anderes rückt in den vordergrund, lässt
die liebeschwüre der einkaufsliste weichen.
aber sie sind noch da. haben sich fest
verwoben in das wir. stehen zwischen
milch und äpfeln. kneifen kichernd in
eine sich anbietende pobacke.

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Stay positive | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Stay positive

Ich habe keine Ahnung, warum ich immer eher auf die positive als die negative Seite schaue. Ich weiß nicht mal, ob ich das schon immer so mache. Eigentlich ist das ein wenig lustig, weil ich immer wieder depressive Phasen in meinem Leben hatte, aber meine Positivität hat das nie gemindert.

Best Case

Zum einen gehe ich immer davon aus, dass immer der bessere bis beste Fall eintrifft. Mein Kind verletzt sich: Ich gehe davon aus, dass alles in Ordnung ist und auch wenn er jetzt Schmerzen hat, es besser wird und er vollständig heilt. Ich denke nicht darüber nach, was alles sein könnte, weil ich es schlichtweg nicht weiß. Wenn es etwas Schlimmeres ist, kann ich mich immer noch damit auseinandersetzen. Ich hatte nie das Gefühl, dass Menschen, die über den Worst Case nachdenken, besser vorbereitet sind als ich. Ich hatte auch null Angst vor der Geburt, weil ich nie daran dachte, dass etwas schieflaufen kann. Mir war klar, dass es passieren kann, aber ich bin einfach davon ausgegangen, dass alles gut läuft und wenn nicht, dass ich und mein Kind die Situation mit Hilfe meines Mannes und den Ärzt*innen/Hebammen überstehen werden.

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frühlingswecker | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

frühlingswecker

langsam brechen farbwellen durch das grau
der letzten kälte. aus frühjahrsquellen sprudeln
vogelzwitschern, bienensummen, kinderlachen,
flügelschlagen, libellensurren, wurzelstrecken
und das erste unter mänteln hervorlugende
sommerkleiderflattern. ein hauch krokusse
weht darunter davor. der duft von warmer
nasser erde, bärlauch und das versprechen
von osterfeuer verfangen sich in der luft. eine
entblößte wade wird von der sonne sanft
gestreichelt und der wind weht wärme in
blasse haut. vom baum fällt das letzte blatt
des vergangenen jahres, weicht dem neuen
erwachensraum. nun ist es zeit aufzustehen,
auch wenn mancheiner selbst die tosende
farbpracht verschläft.

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Der fast perfekte Plan | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für März beinhaltet die Worte „Milchschaum, trocken, stibitzen“.

Der fast perfekte Plan

Annalena schlich sich langsam in die Küche und schloss leise die Tür hinter sich, dann schaltete sie die Kaffeemaschine ein. Als dieser furchtbar laute Vorgang abgeschlossen war, lauschte sie an der verschlossenen Tür, doch hörte keine auffälligen Geräusche. Erleichtert holte sie den Milchschaumaufbereiter, in den sie bereits heute Morgen Milch gefüllt hatte, aus dem Kühlschrank und montierte ihn an den Kaffeeautomaten. Schnell kontrollierte sie den Füllstand von Kaffeebohnen und Wasser und dass der Auffangbehälter für den Kaffeesatz leer war, dann wählte sie das Programm „Mein Latte Macchiato“, das die perfekte Mischung aus Kaffee, Milch und Milchschaum beinhaltete.

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Das Perfekte-Frühlingstag-Rezept | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Das Perfekte-Frühlingstag-Rezept

Zutaten:
1              unbedeckten Kopf
1               Übergangsjacke
1 Prise   Sonnenschein
1 Hauch   warmen Wind
handvoll Blumenduft
n.B.          Lächeln

Zubereitung:
Alles gut mischen und nach Bedarf mit weiteren Wohlfühl-Zutaten vermischen. Am besten gemeinsam mit anderen lieben Menschen genießen. Vielleicht ein paar Fotos machen, damit man sich daran erinnert, wie toll der Frühling ist, sollte doch noch einmal Kalte-Nasen-Wetter kommen.

Hat noch jemand gute Rezeptvorschläge? 😇

das danach | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

das danach

und dann kommt man zurück mit
ganz vielen fotos auf dem handy
und erinnerungen im kopf. klick.
wird der alltag eingeschaltet. der
koffer leert sich, die mitbringsel
werden zu inventar. das danach
lauert schon. es färbt die welt ein
wenig grauer, als sie ist. lässt das,
was sonst spannend ist, ein wenig
langweiliger erscheinen. und dann,
nach einer weile, folgt dem danach
ein anderes danach. etwas heller.
mit erinnerungen, die etwas patina
angesetzt haben und einem hauch
vorfreude auf das nächste mal.

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Die ultimative „alles ist doof ich brauche eine Aufheiterung“-Liste | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Die ultimative „alles ist doof ich brauche eine Aufheiterung“-Liste

Da meine „Dinge, die ich im Internet suche/recherchiere, die mir sofort bessere Laune machen“-Liste letzte Woche so gut angekommen ist, dachte ich, ich bastle eine Liste, für die man nicht unbedingt Internet braucht.

  • Lied raussuchen, zu dem man früher gerne getanzt hat und so laut machen, dass es die Nachbarn hören
  • Leeres Blatt Papier nehmen und absichtlich hässlich zeichnen
  • Es gibt Websites, da kann man Lebensmittel eingeben und die suchen Rezepte (nach Resteverwertung suchen), aber statt Reste nimmt man einfach Lieblingssachen. Was kann man aus Mango, Schokostreuseln und Rosenkohl machen?
  • Wirklich dumme Witze selbst erfinden. Was ist orange und läuft über den Berg? Eine Wanderine.
  • Blümchen schnüffeln. Langsam beginnen sie zu blühen und ansonsten gibt es Blumen auch in Supermärkten. Einfach an ein paar riechen und überlegen, an was einen der Geruch erinnert. Mache ich btw. mit meinem Kind oft und wir haben immer Spaß dabei.
  • Quatschreime über den Tag machen. Heute war so niemand froh, also ist alles für den Po. Je schlechter desto besser und witziger.
  • Spaziergang mit Suche, zB finde alle Schneeglöckchen, alle Katzenbesitzer, alle Gartenzwerge. Das lenkt nicht nur ab, sondern hilft, dass man die Gegend einmal mit anderen Augen wahrnimmt.

Schreibt doch in die Kommentare eure Ergänzungen, damit die Liste noch länger wird!

montag morgen | Der Dienstag dichtet


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montag morgen
träge reibt der morgen seine augen. der
tag beginnt milchig, mit cerealien. ohne
göttin aber mit viel zucker. ein gähner
zwischen schüssel abwaschen und der
entscheidung für den dreibohnenkaffee.
die sonne blinzelt und die kälte treibt
rote wolken auf das müde gesicht. ein
normaler montag. zumindest für die,
die sich privilegiert nennen dürfen.

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