wenn wilde töne | Der Dienstag dichtet



Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

wenn wilde töne

wenn wilde töne meine ohren
umschwirren. bässe meine
synapsen zum schwingen
bringen. der raum bebt und
stimmengewirr wie ein sturm
durch den wald fegt. bin ich
zwischen allen und ganz bei
mir.

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wenn ein kleines bäuchlein schmerzt | Der Dienstag dichtet



Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

wenn ein kleines bäuchlein schmerzt

wenn ein kleines bäuchlein schmerzt,
bleibt erst einmal die welt stehen. der
Tag besteht aus nähe, streicheln, wärme.
wenn ein kleines näschen läuft, ein
leises husten erklingt, die wangen rot,
das köpflein heiß, dann kreisen viele
sorgenpartikel in großen köpfen und
liebe strömt aus offenen armen.

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langsam rieselt | Der Dienstag dichtet



Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

langsam rieselt

langsam rieselt die weihnachtsdeko in fenster,
gärten, auf tische, auslagen und die regale der
supermärkte. schicht um schicht stapeln sich
glitzer, bling und kitsch. ein herzhaft lachendes
plastikrentier, ein aufblasbarer schneemann,
ein glitzernder leuchtender weihnachtsmann.
immer voller werden die fenster, bis die nacht
zum tag wird. bis der weihnachtsdekoberg so
hoch ist, dass er zusammenbricht und die
weihnachtszeit mit einer schicht leuchtdioden,
batterien und bunten plastikpartikeln begräbt.
stehen bleiben nur ein paar rentiere. sie sind aus
holz, haben ein paar macken und statt glitzer
kleben erinnerungen an ihren hufen.

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weltmüde | Der Dienstag dichtet



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weltmüde

manchmal bin ich weltmüde. dann ziehe ich
meine realitätsvorhänge zu und mache es
mir in meiner eigenen welt gemütlich. hier
gibt es keine ungerechtigkeit, keine kriege,
keine sterbenden kinder, keine misshandelte
tiere, keine schlechte nachrichten. ich kuschele
mich neben meine liebsten, die mit fell und
die ohne. denke nur zwischen meinem job
und meiner freizeit. nachts träume ich von
einer welt, die nicht über meine hinausgeht.
manchmal bin ich weltmüde und wenn ich
ganz ehrlich bin, verstehe ich nicht warum
ich immer wieder zurückkehre.

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wer hätte das denn ahnen können | Der Dienstag dichtet



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Ich habe sehr lange keinen Haiku mehr geschrieben. Hier gleich drei vom Nebel inspiriert.

wer hätte das denn ahnen können

zwischen vielen kleinen hoffnungswölkchen
liegt gewitter in der luft. wir riechen bereits
die kühle feuchte des regens, erahnen die
hitze des blitzes und den ohrenbetäubenden
lärm des donners. noch weit entfernt raunt
es zwischen den kleinen wölkchen. noch
viele sonnentage entfernt. und dann plötzlich
zwischen zwei einzelne sonnenstrahlen
schiebt sich ein wirbelsturm hindurch. konnte
niemand ahnen. flüstern die wölkchen und
mischen sich unter die nahende wolkenwand.
der himmel blitzt orange, die wolken strahlen
braun und wir zucken mit den schultern. wer
hätte das denn ahnen können.

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Nebel-Haikus | Der Dienstag dichtet



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Ich habe sehr lange keinen Haiku mehr geschrieben. Hier gleich drei vom Nebel inspiriert.

Nebel-Haikus

nebel am morgen
sanft ziehen tiefe wolken
durch fahrradspeichen

der himmel atmet
undurchsichtige kälte
an durchschaubare fenster

atme ich jetzt aus
male ich mein inneres
weiß in weiße luft


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zweifel | Der Dienstag dichtet



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Ich bin gerade beim Überarbeiten meines Gedichtbandes und hier ist, wie es läuft:

zweifel

wie laub trudeln sie vom wind getrieben
über mein erdenes herz. ich will ein rotes
blatt greifen, doch eine brise weht es davon.
dann vielleicht ein braunes oder ein gelbes.
vielleicht fange ich eines dieser seltenen
matschorangenen. ein schwarzes zerbröselt
unter meinen fußsohlen. am besten wäre
es, ich würde mich in den blätterhaufen
setzen, mich fallen lassen.stattdessen hole
ich einen kescher. irgendwie muss man sie
doch greifen können, diese nervigen zweifel.

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herbstlaubmeer | Der Dienstag dichtet



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herbstlaubmeer

über mir rauscht es, unter mir
raschelt es. ich grabe meine nase
tief in die herbstwaldluft ein. atme
orangetöne, rotnuancen und das
sich langsam verflüchtigende grün.
am rande modert es. riecht nach
vergänglichkeit, nach herannahender
kälte und dunkelheit. nur wenn ich
die augen schließe. offen ertrinken
meine sinne im herbstlaubmeer.

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Rezept für (m)einen perfekten Halloweenabend | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Donnerstag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Rezept für (m)einen perfekten Halloweenabend

1 Horrorfilm mit wenig „Jump Scare“ aber viel Gruselstimmung
handvoll              Deko mit Kerzen, Totenköpfen, Spinnen und Kürbissen
                          flauschige Decke, um zur Not das Gesicht vergraben zu können
nach Bedarf        Kürbissuppe
nach Bedarf        Gewürztee mit Pumpkin Spice und Milch
bis Bauchweh    Halloween-Süßigkeiten, zB Knabbergeister, Gummi-Fledermäuse
1 Person              zum Händchenhalten

Zum Nachtisch:
1                          Albtraum, weil ich Horrorfilme eigentlich nicht gut vertrage

finger, augen, ohren, musik | Der Dienstag dichtet

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Ich spiele derzeit wegen Zeitmangel kein Klavier. Will aber wieder starten wenn das Kind etwas größer ist. Manchmal setze ich mich dann aber doch davor und spiele und dann merke ich wie magisch das Ganze eigentlich ist.

finger, augen, ohren, musik

meine finger fahren über kleine rillen
und lange kalte flächen. manchmal
stoßen sie an kanten, berühren sich
gegenseitig. drücken, loslassen, mal
sanft, mal schnell. meine augen lesen
kleine punkte mit langen strichen, die
über linien tanzen. hoch und nieder,
übereinander, nebeneinander, erhöht,
tiefer, verschoben. meine ohren hören
eine fremde sprache. töne werden nicht
zu worten, sondern gefühlen. ohne, dass
ich nachdenke, wandert das gesehene
in meine finger und das gespielte in meine
ohren. als wäre kein gehirn dazwischen.
als würde ich nur noch aus fingern, augen
und ohren bestehen. und musik.

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