Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
wenn wilde töne
wenn wilde töne meine ohren umschwirren. bässe meine synapsen zum schwingen bringen. der raum bebt und stimmengewirr wie ein sturm durch den wald fegt. bin ich zwischen allen und ganz bei mir.
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wenn ein kleines bäuchlein schmerzt
wenn ein kleines bäuchlein schmerzt, bleibt erst einmal die welt stehen. der Tag besteht aus nähe, streicheln, wärme. wenn ein kleines näschen läuft, ein leises husten erklingt, die wangen rot, das köpflein heiß, dann kreisen viele sorgenpartikel in großen köpfen und liebe strömt aus offenen armen.
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langsam rieselt
langsam rieselt die weihnachtsdeko in fenster, gärten, auf tische, auslagen und die regale der supermärkte. schicht um schicht stapeln sich glitzer, bling und kitsch. ein herzhaft lachendes plastikrentier, ein aufblasbarer schneemann, ein glitzernder leuchtender weihnachtsmann. immer voller werden die fenster, bis die nacht zum tag wird. bis der weihnachtsdekoberg so hoch ist, dass er zusammenbricht und die weihnachtszeit mit einer schicht leuchtdioden, batterien und bunten plastikpartikeln begräbt. stehen bleiben nur ein paar rentiere. sie sind aus holz, haben ein paar macken und statt glitzer kleben erinnerungen an ihren hufen.
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weltmüde
manchmal bin ich weltmüde. dann ziehe ich meine realitätsvorhänge zu und mache es mir in meiner eigenen welt gemütlich. hier gibt es keine ungerechtigkeit, keine kriege, keine sterbenden kinder, keine misshandelte tiere, keine schlechte nachrichten. ich kuschele mich neben meine liebsten, die mit fell und die ohne. denke nur zwischen meinem job und meiner freizeit. nachts träume ich von einer welt, die nicht über meine hinausgeht. manchmal bin ich weltmüde und wenn ich ganz ehrlich bin, verstehe ich nicht warum ich immer wieder zurückkehre.
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Ich habe sehr lange keinen Haiku mehr geschrieben. Hier gleich drei vom Nebel inspiriert.
wer hätte das denn ahnen können
zwischen vielen kleinen hoffnungswölkchen liegt gewitter in der luft. wir riechen bereits die kühle feuchte des regens, erahnen die hitze des blitzes und den ohrenbetäubenden lärm des donners. noch weit entfernt raunt es zwischen den kleinen wölkchen. noch viele sonnentage entfernt. und dann plötzlich zwischen zwei einzelne sonnenstrahlen schiebt sich ein wirbelsturm hindurch. konnte niemand ahnen. flüstern die wölkchen und mischen sich unter die nahende wolkenwand. der himmel blitzt orange, die wolken strahlen braun und wir zucken mit den schultern. wer hätte das denn ahnen können.
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Ich habe sehr lange keinen Haiku mehr geschrieben. Hier gleich drei vom Nebel inspiriert.
Nebel-Haikus
nebel am morgen sanft ziehen tiefe wolken durch fahrradspeichen
der himmel atmet undurchsichtige kälte an durchschaubare fenster
atme ich jetzt aus male ich mein inneres weiß in weiße luft
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Ich bin gerade beim Überarbeiten meines Gedichtbandes und hier ist, wie es läuft:
zweifel
wie laub trudeln sie vom wind getrieben über mein erdenes herz. ich will ein rotes blatt greifen, doch eine brise weht es davon. dann vielleicht ein braunes oder ein gelbes. vielleicht fange ich eines dieser seltenen matschorangenen. ein schwarzes zerbröselt unter meinen fußsohlen. am besten wäre es, ich würde mich in den blätterhaufen setzen, mich fallen lassen.stattdessen hole ich einen kescher. irgendwie muss man sie doch greifen können, diese nervigen zweifel.
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herbstlaubmeer
über mir rauscht es, unter mir raschelt es. ich grabe meine nase tief in die herbstwaldluft ein. atme orangetöne, rotnuancen und das sich langsam verflüchtigende grün. am rande modert es. riecht nach vergänglichkeit, nach herannahender kälte und dunkelheit. nur wenn ich die augen schließe. offen ertrinken meine sinne im herbstlaubmeer.
Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Donnerstag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.
Rezept für (m)einen perfekten Halloweenabend
1 Horrorfilm mit wenig „Jump Scare“ aber viel Gruselstimmung handvoll Deko mit Kerzen, Totenköpfen, Spinnen und Kürbissen 1 flauschige Decke, um zur Not das Gesicht vergraben zu können nach Bedarf Kürbissuppe nach Bedarf Gewürztee mit Pumpkin Spice und Milch bis Bauchweh Halloween-Süßigkeiten, zB Knabbergeister, Gummi-Fledermäuse 1 Person zum Händchenhalten
Zum Nachtisch: 1 Albtraum, weil ich Horrorfilme eigentlich nicht gut vertrage
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Ich spiele derzeit wegen Zeitmangel kein Klavier. Will aber wieder starten wenn das Kind etwas größer ist. Manchmal setze ich mich dann aber doch davor und spiele und dann merke ich wie magisch das Ganze eigentlich ist.
finger, augen, ohren, musik
meine finger fahren über kleine rillen und lange kalte flächen. manchmal stoßen sie an kanten, berühren sich gegenseitig. drücken, loslassen, mal sanft, mal schnell. meine augen lesen kleine punkte mit langen strichen, die über linien tanzen. hoch und nieder, übereinander, nebeneinander, erhöht, tiefer, verschoben. meine ohren hören eine fremde sprache. töne werden nicht zu worten, sondern gefühlen. ohne, dass ich nachdenke, wandert das gesehene in meine finger und das gespielte in meine ohren. als wäre kein gehirn dazwischen. als würde ich nur noch aus fingern, augen und ohren bestehen. und musik.