Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
Frohes Neues!
braun
der himmel ist blau. scheiße ist braun. faschisten sind böse. der himmel färbt sich rot. nach zu viel bockwürsten bekommt man durchfall. aber es gibt auch böse ausländer. der himmel ist dunkel, ohne sterne. von pflaumen bekommt man irgendwann verstopfung. tofu ist menschenfleisch. ob man dir ins hirn geschissen hat, möchte ich fragen.
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Einen guten Start in 2025!!
auf ein neues
nach einem jahr voller treibhausgase blasen sie explodierende chemie in die luft. entschlackung. entgiftung. nächstes jahr wird es besser, sagen sie sich, doch außer verbrannten fingern ändert sich nichts. hätten sie lieber abführmittel genommen und all den scheiß des jahres an die keramikgötter geopfert. auf ein neues.
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Habt schöne Feiertage, egal wie oder ob ihr feiert!
und dann ist wieder dieses einmal im jahr
und dann ist wieder dieses einmal im jahr. sterne erleuchten die fenster, lichterketten die bäume. manchmal etwas zu hell und bunt, aber man muss ja was zeigen. das essen ist bei vielen reichlich. karpfen, ente, tofu, kartoffelsalat, lebkuchen und schokoweihnachtsmänner. etwa in der reihenfolge. bei manchen zu viel, bei anderen nicht. an die wird wenigstens gedacht, während man unter stöhnen große geschenkburgen stapelt. glühwein gibt es auch, bier, wein, sekt. ein bisschen glanz zum antrinken und um den schwelenden streit zu verdrängen. und dann, zwischen dem ganzen schein und trara, riecht es nach omas plätzchen, kaminfeuer, tannenzweigen. dieses eine lied erinnert an chorgesang, vorführungen, ans gemeinsame baumschmücken, warme schunkelnde arme. dann linsen zwischen all den kugeln, dem glitzer und glanz ein paar kindliche augen hervor. und dann ist wieder dieses einmal im jahr.
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der zweifel
zart knabbert er am ohrläppchen, arbeitet sich langsam bis zum innenohr durch. aber vielleicht. denkst du nicht? ich weiß ja nicht. schau mal bei anderen. aber dieser kleine fehler. raunt er. behutsam arbeitet er sich von kleinhirn zum großhirn. tanzt ein wenig auf meinem kopf, dann auf meiner nasenspitze herum. um dann, ganz hungrig von getaner arbeit, mir einmal herzhaft in den hintern zu beißen.
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wenn wilde töne
wenn wilde töne meine ohren umschwirren. bässe meine synapsen zum schwingen bringen. der raum bebt und stimmengewirr wie ein sturm durch den wald fegt. bin ich zwischen allen und ganz bei mir.
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wenn ein kleines bäuchlein schmerzt
wenn ein kleines bäuchlein schmerzt, bleibt erst einmal die welt stehen. der Tag besteht aus nähe, streicheln, wärme. wenn ein kleines näschen läuft, ein leises husten erklingt, die wangen rot, das köpflein heiß, dann kreisen viele sorgenpartikel in großen köpfen und liebe strömt aus offenen armen.
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langsam rieselt
langsam rieselt die weihnachtsdeko in fenster, gärten, auf tische, auslagen und die regale der supermärkte. schicht um schicht stapeln sich glitzer, bling und kitsch. ein herzhaft lachendes plastikrentier, ein aufblasbarer schneemann, ein glitzernder leuchtender weihnachtsmann. immer voller werden die fenster, bis die nacht zum tag wird. bis der weihnachtsdekoberg so hoch ist, dass er zusammenbricht und die weihnachtszeit mit einer schicht leuchtdioden, batterien und bunten plastikpartikeln begräbt. stehen bleiben nur ein paar rentiere. sie sind aus holz, haben ein paar macken und statt glitzer kleben erinnerungen an ihren hufen.
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weltmüde
manchmal bin ich weltmüde. dann ziehe ich meine realitätsvorhänge zu und mache es mir in meiner eigenen welt gemütlich. hier gibt es keine ungerechtigkeit, keine kriege, keine sterbenden kinder, keine misshandelte tiere, keine schlechte nachrichten. ich kuschele mich neben meine liebsten, die mit fell und die ohne. denke nur zwischen meinem job und meiner freizeit. nachts träume ich von einer welt, die nicht über meine hinausgeht. manchmal bin ich weltmüde und wenn ich ganz ehrlich bin, verstehe ich nicht warum ich immer wieder zurückkehre.
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Ich habe sehr lange keinen Haiku mehr geschrieben. Hier gleich drei vom Nebel inspiriert.
wer hätte das denn ahnen können
zwischen vielen kleinen hoffnungswölkchen liegt gewitter in der luft. wir riechen bereits die kühle feuchte des regens, erahnen die hitze des blitzes und den ohrenbetäubenden lärm des donners. noch weit entfernt raunt es zwischen den kleinen wölkchen. noch viele sonnentage entfernt. und dann plötzlich zwischen zwei einzelne sonnenstrahlen schiebt sich ein wirbelsturm hindurch. konnte niemand ahnen. flüstern die wölkchen und mischen sich unter die nahende wolkenwand. der himmel blitzt orange, die wolken strahlen braun und wir zucken mit den schultern. wer hätte das denn ahnen können.
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Ich habe sehr lange keinen Haiku mehr geschrieben. Hier gleich drei vom Nebel inspiriert.
Nebel-Haikus
nebel am morgen sanft ziehen tiefe wolken durch fahrradspeichen
der himmel atmet undurchsichtige kälte an durchschaubare fenster
atme ich jetzt aus male ich mein inneres weiß in weiße luft