kranktage | Der Dienstag dichtet


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kranktage

empört hustet die to-do-liste in der
ecke. der staub niest. das dreckige
geschirr plant badewannenzeit. am
nachmittag fällt der stapel vollgerotzter
taschentücher um. schneeschieber
oder direkt abfackeln. wird unter drei
bettdecken diskutiert. während man
mit der angel im leeren kühlschrank
fischt. vitamin c soll ja helfen.

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pinguine | Der Dienstag dichtet


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pinguine

heute habe ich pinguine watscheln
sehen. rote, blaue, schwarze, gelbe.
kleine füße, große. mit gepäck und
ohne. morgen werden sie wieder
rennen und vergessen haben, dass
nicht sie das tempo vorgeben.

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türschwellen | Der Dienstag dichtet


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türschwellen

häuser fahren an mir vorbei. auf autobahnen
mit schildern. ich sehe geschlossene fenster mit
geöffneten augen, haustüren, die fußabtreter
sind. tausende leben. millionen gefühle. fahren
an mir vorbei. auf autobahnen. mit schildern.
ich sitze, klein, ohne fenster und türen. meine
augen flattern und mein kopf stolpert über
unüberbrückbare türschwellen.

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boom | Der Dienstag dichtet


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boom
und wieder fliegen all die guten vorsätze
in die luft, bevor sie gemacht werden
konnten. ein paar finger explodieren mit,
vögel, igel, maulwürfe, scheinchen, die
unverschmutzte luft, ein paar leben, auch
junge. das neue jahr beginnt mit einem
boom
damit der krach des restlichen jahres nur
noch wie ein furz klingt. den geruch nach
faulen eiern ignoriert man lieber. hauptsache
boom.

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alle jahre | Der Dienstag dichtet


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alle jahre

alle jahre wieder. unterm baum liegen
versprechen. gebrochene, gehaltene,
zukünftige. wir tauschen raschelndes
papier gegen lächeln und schieben
warme herzen in regale. greifbar ist
es. das bleibende nicht.
ein bisschen zimtig riecht der große
familienstreit. wohlig warm sind omas
tröstende hände. alle jahre anders. es
bleibt nur das wieder. alle jahre.

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alles wurst | Der Dienstag dichtet


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An alle die über vegane Wurst meckern. 😉

alles wurst

schweinefleisch, rindfleisch, jodiertes speisesalz (speisesalz, kaliumiodat), traubenzucker, trockenglucose, gewürze, gewürzextrakte, antioxidationsmittel: natriumascorbat; konservierungsstoff: natriumnitrit; reifekulturen, buchenholzrauch
trinkwasser, rapsöl, weizengluten (6%), aroma, verdickungsmittel: carrageen, konjak, methylcellulose; kochsalz, kartoffelprotein, weizenmehl (1,6%), gewürze, traubenzucker, citrusfasern, farbstoffe: eisenoxide, carotine.
eigentlich alles wurst.
und ein bisschen zucker.

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ein zentimeter deiner haut | Der Dienstag dichtet


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ein zentimeter deiner haut

ein zentimeter deiner haut. riecht nach
der creme von heute morgen. unserer
letzten nacht. nach dir. strahlt wärme aus.
wohlige nähe. ein zentimeter ohne einen
millimeter platz. ist weich wie seide und
erzählt von sonne. einem kratzer, der
mal da war. in der mitte ein leberfleck.
beinahe herzförmig, wenn ich meinen
kopf etwas drehe. ein zentimeter deiner
haut. auf dem meine nase ruht und
seele verweilt.

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kittschig | Der Dienstag dichtet


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kittschig

und dann hängen sie wieder, die bunten
sterne. schön sind sie, ein wenig grell
mancherorts. ich lasse mich inspirieren.
decke verrottendes laub mit tannenzweigen
zu, kunstschneebestäubt. ein paar figürchen
neben dreckiges geschirr, ein paar auf die
staubige fensterbank. über die risse in der
außenwand klettern lachende nikoläuse.
vor allem zur weihnachtszeit reparieren
wir mit kitsch statt mit kitt. kittschig.

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bald bin ich da | Der Dienstag dichtet


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bald bin ich da

sanft fährt er mit langen kalten
händen über nasen und ohren.
liebkost gräser und blätter. sät
weiße küsse auf den rauen asphalt.
abends klopft er sachte an die
fensterscheibe. bald bin ich da.
schreibt er in kristallschrift auf das
glas. noch ist seine nase warm, aber
sein atem wabert wie nebel, seine
stimme klirrend klar

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etwas, das nichts ist | Der Dienstag dichtet


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etwas, das nichts ist

etwas, das nichts ist, kann sich nicht
ausbreiten. etwas, das nichts ist, kann
keinen raum einnehmen.
ich beobachte die leere, wie sie wabert,
kreist, tanzt. eine abwesenheit, die sich
verdichtet. in meinem magen, zwischen
meinen beinen, zehen. an den haarspitzen
kräuselt sie sich. in den fingerspitzen
kribbelt sie.
etwas, das nichts ist, kann sich nicht wie
etwas anfühlen. und doch ist innere leere
eines der ausfüllendsten gefühle.

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