Die Älterwerden-Geburtstags-Kurve | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Die Älterwerden-Geburtstags-Kurve

Ich habe mir anlässlich meines Geburtstages ein paar Gedanken zu Geburtstagen und Älterwerden gemacht und festgestellt, dass sich das bei mir über die Jahre hinweg sehr verändert hat. Einige veränderte Ansichten sind individuell, aber bei den Hauptfaktoren habe ich beobachtet, dass sie bei den meisten ebenso auftreten. Ein paar wirklich lose Gedanken dazu.

Die Kurve

Geburtstage an sich und Älterwerden verlaufen wie zwei Kurven zueinander und das ist, soweit ich es beobachtet habe, ziemlich universell.

Als Kind will man älter werden und das ist wichtig. Genauso wichtig sind aber Geburtstage, weil man da alle Aufmerksamkeit bekommt und Kuchen und Geschenke. Mein Kind wird 5 Jahre alt und redet darüber genauso oft wie über seinen Geburtstag und die Party.

Als junger Erwachsener tritt Älterwerden dann in den Hintergrund. Nach 18 oder 21 gewinnt man keine weiteren Freiheiten und Verantwortungen, warum also dem Älterwerden entgegenfiebern? Geburtstage an sich sind aber immer noch wichtig. Sie sind ein guter Grund, Party zu machen und sich was zu gönnen.

Danach verläuft die Kurve der Geburtstagsfreude etwas nach unten bis sie sich irgendwo einpendelt. Die meisten mögen den Tag, aber dass man da jetzt drauf hin fiebert, um Party machen zu können (ausgenommen runde Geburtstage) ist doch eher selten. Dafür tritt Älterwerden wieder in den Vordergrund inklusive der Implikation, dass der Körper altert und das Aussehen natürlich auch. Und einige erreichen den Punkt, wo einem beides egal ist, zumindest meinte meine Oma das mal. „Das ist nur eine Zahl und der Geburtstag ist nur ein Tag, an dem man backen muss.“

Wo ich rumkurve

Mir sind die Geburtstage an sich wirklich egal geworden und da das erst eine kürzliche Entwicklung ist, fällt sie mir besonders auf (auch hier wieder runde Geburtstage ausgenommen). Mir ist es auch furchtbar egal, wer mir gratuliert oder welches Geschenk ich bekomme. Das glaube ich, ist aber sehr individuell und sogar bei mir unterteilt. Ich möchte, dass, wenn mir jemand was schenkt, da ein Gedanke und ein Bemühen hintersteckt. Es ist eine Art um Zuneigung und Wichtigkeit zu zeigen. Ich bekomme lieber kein Geschenk, als eines, das lieblos ist.

Das Älterwerden ist mir nicht so egal. Nicht so wegen Aussehen, aber auch nur aus dem Luxus heraus, dass ich um einiges jünger aussehe, als ich bin, dank Genen und Gesichtszügen, die mit Jugend assoziiert werden. Was mich beschäftigt ist eher, dass mein Körper weniger einsteckt. Ich bin fit, aber weil ich so spät ein Kind bekommen habe, mache ich mir einige Gedanken darüber, wie mein Alter meine Beziehung zu meinem Kind sich entwickeln. Und dann beschäftigt mich noch, wie lange ich gesund und fit bin, um alles so machen zu können, wie ich es möchte.

Geburtstage und Alter sind irgendwie schwierige Themen. Manchmal wünsche ich mir wieder die Geburtstage herbei, die ein Highlight meines Jahres sind, aber dann denke ich daran, was für mich dabei ein Highlight wäre. Partys sind anstrengend und mir was gönnen, das will ich nicht nur auf einen Tag beschränken. Statt einem Geburtstag habe ich lieber viele besondere Tage, die mir zeigen, dass mich andere und ich mich selbst wichtig nehme.

Ein Kommentar zu „Die Älterwerden-Geburtstags-Kurve | Gedankenkritzelei

  1. Geburtstage… Früher habe ich drauf gewartet endlich 15 zu werden um mofa fahren zu dürfen. Dann auf die 18 wegen wegbleiben so lange man will und Auto fahren.
    Ich hatte, seit ich 20 war, nur die Nullen richtig gefeiert. Dazwischen eher nur Kaffeetrinken und gut ist. Jetzt im alter werde ich auf 5 Jahre runtergehen. Also 65 – 70 usw.. Ganz ehrlich? Ich will nicht nochmal jung sein. Abgesehen von dem „nochmal 40 Jahre arbeiten“ bleib ich lieber wo ich bin. Warum diverse Erfahrungen (pos/neg) nochmal machen? Ich geniesse es, dass ich bald keinen Wecker mehr stellen muss. Dass ich meinen sogenannten „Lebensabend“ in vollen Zügen genießen kann (ohne mit der Bahn zu fahren).

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