
Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.
Und welche Autor*innen hier kennen das? 😉
kunstleiden
eisig kalt. mein rücken schmerzt.
der magen knurrt, der darm seufzt.
meine hände sind am limit.
aber mein kopf sagt weiter.
finger tanzen über tasten, schaffen
welten, beleben ideen und malen
wortbilder.
immer
weiter.
bis mein kopf leergeschrieben ist
und michelangelo mir unter der
sixtinischen decke hängend zulacht.
Weil wahrscheinlich kaum einer den Michelangelo Hinweis am Ende versteht, hier der Anfang des Gedichtes, das Michelangelo über seine Arbeit an der Decke der Sixtinischen Kapelle schrieb:
„Ich habe schon einen Kropf von dieser Tortur bekommen,
hier zusammengekauert wie eine Katze in der Lombardei
(oder irgendwo sonst, wo das stehende Wasser giftig ist).
Mein Magen ist unter meinem Kinn gequetscht, mein Bart ist
zeigt auf den Himmel, mein Gehirn ist in einem Sarg zerquetscht,
meine Brust verdreht sich wie die einer Harpyie. Mein Pinsel,
die ganze Zeit über mir, tropft Farbe
so dass mein Gesicht einen feinen Boden für Exkremente bildet!…“
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Oh, sehr bildliches Opfer der kreativen (Er)schöpfung
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Das eine geht gefühlt manchmal nicht ohne das andere. 😅
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So ein bisschen „catching for compliments“? In jedem Falle ein Hinweis: auch das Dichten ist Arbeit!
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Eher dieses Gefühl, wenn man so viel kreatives zu tun hat, dass man seinen Körper erschöpft.
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Aber wenn man es geschafft hat, durchströmt einen doch immer eine gewisse Seligkeit und spornt wieder an.
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Na klar. ich liebe Schreiben, deswegen vergesse ich ja manchmal, dass ich auch einen Körper habe, um den ich mich kümmern muss. 😉
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Wir werkeln grad an einer langen waagerechten Würdigung des Lebenswegs einer Widerstandskämpferin – an einer Mauer im fernen Görlitz. Mit Sprühdosen, Schablonen, Gedenktafel. Michelangelo würde sagen: Ihr Weicheier. 😉
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Hehe, oder er würde neidisch sagen, dass er das gerne auch schon in seiner Zeit gehabt hätte.
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