Warum Selfpublishing nichts mehr für mich ist | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Warum Selfpublishing nichts mehr für mich ist

Ich habe jetzt zwei Bücher eigenständig veröffentlicht, mein Kurzgeschichtenbuch „Andernorts“ und das Gedichtband „Autobiopsie“ und auch wenn ich nicht bereue, es getan zu haben, ein weiteres Buch in Eigenregie wird von mir nicht erscheinen.

Die Nachteile des Selfpublishing, die für mich keine sind

Ein oft genannter Nachteil ist, dass SP-Bücher weniger „ernstgenommen“ und als unprofessioneller wahrgenommen werden. Das ist mir ehrlich gesagt, gar nicht so wichtig, auch im Nachhinein nicht. Ich habe keine negativen Kommentare in die Richtung bekommen und empfinde es selbst auch nicht so. Es gibt so professionelle großartige SP-Bücher, da ist es eher eine Hürde sich mit denen zu messen.
Kosten haben mich auch nicht abgeschreckt. Ich wollte mit den Büchern kein Geld verdienen und dachte, dass ich irgendwie schon bei 0 rauskomme. Da bin ich noch nicht ganz, aber kurz davor. Plus, die Ausgaben waren ja zum großen Teil für Dienstleistungen, d.h. ich habe damit andere unterstützen können.

Die Nachteile, die für mich welche waren

Eigentlich ist es nur ein Nachteil, aber der hatte es in sich: Werbung und Vertrieb. Ich bin grottig darinnen. Sobald die Bücher erschienen sind, hatte ich schon keine Lust mehr, mich um irgendwas zu kümmern. Ich finde alles Drumherum lästig. Ich will Leuten nicht auf die Nerven mit ständiger Werbung gehen, die Verlosungen waren auch einfach Arbeit (auch wenn es mich da gefreut hat, anderen eine Freude zu bereiten) und kreative Wege finden, um mein Buch zu verkaufen…ich habe keine Lust. Es liegt mir nicht, es macht mir keinen Spaß, so gar nicht.

Warum ich es trotzdem nicht bereue

Das ist nur ein Punkt: Kreative Freiheit. Ich habe meine Bücher selbst illustriert und nur beim endgültigen Cover Hilfe gehabt (von Catherine Strefford, die auch den Buchsatz gemacht hat – hier mal eine Empfehlung!). Die Bücher sind für mich wie ein professionell gestaltetes Sketchbuch und mehr für mich als für Lesende gemacht. Ich wollte die Bücher machen, weil ich Bock darauf hatte, nicht, weil ich was veröffentlichen oder Geld damit verdienen wollte.

Warum ich das nicht mehr mache

Ich habe jetzt die beiden Bücher rausgebracht, die ich rausbringen wollte und das Glücksgefühl ein weiteres Buch zu veröffentlichen, wird meine Unlust nicht überwiegen dafür Werbung machen zu müssen und mich um den Vertrieb zu kümmern. Wenn ich Kurzgeschichten oder Gedicht gut finde, dann reiche ich sie jetzt eher bei Zeitschriften etc. ein (daher auch die Flut an Veröffentlichung gerade). Romane sind was Anderes. Ich schreibe auch Längeres, aber bisher habe ich dafür keinen Verlag begeistern können. Ich bin aber auch da nicht super hinterher. Wenn ich einen coolen Kleinverlag finde, reiche ich da was ein, wenn die nicht wollen, joa, dann ist das so, ich schreibe immer schon am nächsten Buch, wenn ich eines beendet habe.

Mir ist Schreiben einfache wichtiger als Veröffentlichen!

Klar, hatte ich auch immer mal den Traum, den ganzen Tag schreiben und davon leben zu können, aber die Realität ist anders: Ich werde sehr wahrscheinlich nie eine Bestsellerautorin, dafür ist der Buchmarkt zu unberechenbar und es gibt einfach zu viele Schreibende, aber das ist ok. Ich mag meinen „Brotjob“ und ich liebe es zu schreiben. (Hey, und ein paar Leute lesen ja, was ich so schreibe. Küsschen an alle, die meine Texte hier lesen.)

3 Kommentare zu „Warum Selfpublishing nichts mehr für mich ist | Gedankenkritzelei

  1. Du hast es schon richtig erkannt: Davon leben können nur die wenigsten.
    Ich hatte den gleichen Traum. Ein buch mit meinem Namen drauf. Den Traum habe ich mir 2001 erfüllt. Allerdings war das ein Kleinverlag, der es herausgebracht hatte. Danach habe ich nie wieder einen Anlauf versucht. Heute, mit den E-Books, gibt es ja auch noch ganz andere Möglichkeiten zum Veröffentlichen.

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    1. Stimmt. E-Books habe ich gar nicht erst versucht, weil ich das unsinnig fand. Meine Bücher sehe ich auch als Artbooks und mit meinen Zeichnungen im Ebook hätte ich mich nicht wohl gefühlt.

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