Stay positive | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Stay positive

Ich habe keine Ahnung, warum ich immer eher auf die positive als die negative Seite schaue. Ich weiß nicht mal, ob ich das schon immer so mache. Eigentlich ist das ein wenig lustig, weil ich immer wieder depressive Phasen in meinem Leben hatte, aber meine Positivität hat das nie gemindert.

Best Case

Zum einen gehe ich immer davon aus, dass immer der bessere bis beste Fall eintrifft. Mein Kind verletzt sich: Ich gehe davon aus, dass alles in Ordnung ist und auch wenn er jetzt Schmerzen hat, es besser wird und er vollständig heilt. Ich denke nicht darüber nach, was alles sein könnte, weil ich es schlichtweg nicht weiß. Wenn es etwas Schlimmeres ist, kann ich mich immer noch damit auseinandersetzen. Ich hatte nie das Gefühl, dass Menschen, die über den Worst Case nachdenken, besser vorbereitet sind als ich. Ich hatte auch null Angst vor der Geburt, weil ich nie daran dachte, dass etwas schieflaufen kann. Mir war klar, dass es passieren kann, aber ich bin einfach davon ausgegangen, dass alles gut läuft und wenn nicht, dass ich und mein Kind die Situation mit Hilfe meines Mannes und den Ärzt*innen/Hebammen überstehen werden.

Das Gute im Menschen

Ich gehe einfach davon aus, dass niemand böse sein will. Die meisten Menschen glauben, Gutes zu tun, oder dass, wenn sie Böses tun, dass es gerechtfertigt ist. Ich bemühe mich also anzunehmen, dass, wenn mich jemand verletzt, der- oder diejenige, das nicht mit Absicht macht, sondern aus Unwissen oder Ignoranz. Dadurch fühle ich mich weniger verletzt und ich habe das Gefühl, mir fällt der Umgang mit den Personen einfacher. Ein Beispiel ist meine Mutter, die seit kurz nach meiner Geburt alkoholabhängig ist. Ich glaube nicht, dass sie mich jemals verletzen wollte. Sie konnte und kann nicht über ihren Tellerrand schauen, weil es sie wahrscheinlich zerstören würde. Ich bin trotzdem sauer und verletzt, aber weniger auf sie, als auf die Situation an sich.

Die Zukunft

Ich glaube übrigens auch fest daran, dass die Menschheit die Kurve bekommt. Menschen machen Dummheit aus Angst und Ignoranz, aber ich glaube, dass wir als Menschheit zur Vernunft kommen können. Die meisten Menschen wollen für sich und ihre Liebsten ein schönes Leben und dieser kleinste gemeinsame Nenner ist das, was uns zusammenführen will. Sting hat das gut in „Russians“ vertont.

Ist meine Positivität vernünftig?

Keine Ahnung, wahrscheinlich würden mich einige als Schlafschaf oder als Träumerin beschreiben, aber dann bin ich das eben. Es ist nicht mal etwas, dass ich einhundert Prozent aktiv mache, aber es ist etwas, das ich nicht ändern will. Ich mag es, die Welt mit positiven Augen zu betrachten und wenn die Welt dann doch untergeht, dann war ich immerhin bis dahin positiv gestimmt.

10 Kommentare zu „Stay positive | Gedankenkritzelei

  1. Sehr guter letzter Satz. Ich finde deine Einstellung bewundernswert und es ist gut, dass nicht alle Menschen in dieser Beziehung gleich sind. Wäre vermutlich in der einen wie der anderen Richtung fatal. Mein Hirn/Ich arbeitet leider genau umgekehrt: Es liefert sehr oft und vollautomatisch mögliche Szenarien, eines schlimmer als das andere. Und das lässt sich auch gar nicht wirklich abstellen. Mein einziger Trost: Horrorfilme können mich nicht so leicht erschrecken 🥴

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    1. Das sollte auch kein „so wie ich das mache, ist es richtig“ sein. 😅 Hat sicher auch seine Nachteile, zB neige ich dazu Menschen aufmuntern zu wollen, die das gerade gar nicht brauchen.
      Ich bin dafür ein nervliches Wrack nach Horrorfilmen. Hält mich aber nicht ab, sie zu sehen. 🤣

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  2. Bewundernswert. Ich bin leider eher der Grübler, der alle Eventualitäten im Kopf durchgeht, was alles eintreffen könnte, um gewappnet zu sein. Ich arbeite aktiv daran das abzuschalten, aber es gelingt mir leider zu selten. Finde ich klasse, deine Einstellung und hätte gerne auch ein paar Scheiben davon.

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  3. Wir scheinen was gemeinsam zu haben, ich bin da ähnlich.
    Man fällt immer wieder auf die eigenen Füße.😉
    Mein Partner grübelt zu viel und ist aufgrund dessen eher Depressiv.
    Bei mir merkt es meistens nur ich wenn ich es bin.
    Hat viele Vorteile finde ich.

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