Green Flags statt Red Flags| Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Artikel, sondern eine Gedankenkritzelei. Es gibt selten Quellen und nirgendwo den Anspruch auf Richtigkeit. Ich bemühe mich aber, keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Green Flags statt Red Flags

Im Internet wird sehr häufig über Red Flags gesprochen. Kurz zur Einordnung: Red Flags sind Warnzeichen in zwischenmenschlichen Beziehungen. Mittlerweile wird der Begriff sich auch lose auf Bücher/Filme/kulturelle Erzeugnisse ausgeweitet, wobei es da auch wieder um die zwischenmenschlichen Beziehungen geht. Die roten Fahnen sollen vor Menschen warnen, die entweder generell toxisch oder auch nur toxisch für einen selbst sind.

Für mich sind Red Flags aber vor allem typisch fürs Internet und Social Media, wo sich allzu oft auf die negative Seite des Lebens fokussiert wird. Also drehe ich das ganze heute mal um, und liste ein paar Green Flags auf. D.h. das eine Person, alle diese Kriterien erfüllen muss, um ein*e gute*r Freund*in zu sein (platonisch oder romantisch), aber jede einzelne Eigenschaft ist ein gutes Zeichen oder eben eine

Green Flag:

  • akzeptiert Grenzen
  • nach Treffen ist man gut gelaunt
  • verbalisiert die eigenen Gefühle und kann Bedürfnisse äußern
  • versucht sich in dein Erleben hineinzuversetzen
  • hört aufmerksam zu und stellt interessierte Fragen
  • schaut während Gesprächen mit dir nicht ständig aufs Smartphone
  • ist sich bewusst, wie eigene Handlungen sich auf andere auswirken
  • übernimmt Verantwortung
  • kann Fehler eingestehen
  • kann sich Hilfe suchen und hat vielleicht sogar schon ein ausreichendes Support-Netzwerk
  • hat ein eigens Leben, das unabhängig von einzelnen Partnerschaften und Freundschaften ist
  • man muss in ihrer Gegenwart nicht auf jedes Wort achten
  • und das wichtigste: Mag Katzen!

Was sind für euch Green Flags?

22 Kommentare zu „Green Flags statt Red Flags| Gedankenkritzelei

  1. Ich finde es manchmal etwas egoistisch und übertrieben, jeden, der sich etwas merkwürdig oder nicht nach unserer Vorstellung verhält, als toxisch einzustufen. Bevor ich einen Menschen oder eine Beziehung als toxisch bezeichne, wäre ich sehr vorsichtig und würde zuerst alle Entschuldigungsgründe oder Beweggründe für dieses Verhalten miteinbeziehen.

    Aber Freunde sollte man genau auswählen, da hast du völlig Recht.

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  2. Wer bestimmt, was auf die rote oder grüne Liste kommt. Ich finde es ehrlich gesagt langsam nervend, dass alles eingeteilt wird. Jede Regung, jedes Gefühl in irgendeine, von wem auch immer, aufgestellte Kategorie gepresst wird. Und wenn ich das Wort toxisch lese, oder Vielfalt, dann habe ich schon keine Lust mehr, auch nur noch eine Zeile weiter zu lesen. Langsam werden Menschen zu ihren To-Do Listen, zu ihren Routinen, zu ihren was auch immer Listen. Alles schön gegliedert, alles fein voneinander getrennt. Wie die Menschheit selbst, gespalten und nur noch auf die eigene Person konzentriert. Niemand darf mehr sein wie er ist. Angepasst, den gerade geltenden Umständen hinterherlaufen müssen, um nur nirgendwo anzuecken. Allein dieses Gendern. Was soll das? Sternchen, Sternchen.Sternchen. Wer genau, fühlt sich in diesen Sternchen gefunden?

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    1. Verstehe deine Gedanken und gerade was red flags angeht, stimme ich dir voll zu. Aber Green Flags kann man vielleicht auch als individuelle Vorstellung sehen. Das finde ich eigentlich nicht schlecht, wenn man ein paar Eigenschaften auflistet, die einem persönlich als wichtig erscheinen. Man lernt ja auch aus vergangenen Erfahrungen. Also Reflexion, was ist mir wichtig in Beziehungen/was möchte ich gar nicht, finde ich hilfreich.

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      1. Noch so ein Problem. Was möchte man in der eigenen Beziehungen und was nicht? Kann man ja für sich selbst wissen, aber woher will man das vom Gegenüber wissen? Und möchte das Gegenüber das gleiche wie man selbst? Der hat ja auch seine Wünsche. Menschen neigen dazu, sich zu verstellen. Sich nur von ihrer guten Seite präsentieren wollen. Warum machen sie das? Das hat ja einen Grund und der Grund liegt darin, dass man genau dieses von jedem erwartet. Jeder weis das. Aber davon gehen die scheinbar negativen Seiten nicht weg, weil die einen genauso ausmachen, wie die positiven Seiten. Ohne diese beiden Seiten kein Gesamtkunstwerk. Also wir reden jetzt von ganz normalen Beziehungen und nicht von Narzissten und ähnlich schwierigen Charakter. Von Otto normal reden wir. Was macht man dann, wenn die Person nicht den eigenen Richtwerten entspricht? Also, wenn man das erst viel später feststellt. Jetzt geh, bist nicht das, was ich mir vorgestellt habe? Wer kann so sein, wie man sich selbst das so vorstellt? Diese Wunschliste der Enttäuschung garantiert die nächste Enttäuschung. Warum? Weil wir uns selbst aus dieser Gleichung herausnehmen. Wir wünschen vom Gegenüber, weil der vorher nichts so war wie gewünscht. Jetzt muss der neue aber unsere Kriterien erfüllen, aber das wird er niemals können. Weil er unsere Wünsche nicht kennt und weil er nicht das Wunschkonzert unserer neuen heilen Welt ist. Beziehungen sind dazu da, gelebt zu werden. Mit allen Facetten. Mit geben und nehmen, mit Kompromissen und mit dem Verständnis, dass unser Gegenüber niemals das sein wird, was unser Wunschzettel sich erdacht.

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      2. Die Green Flags vom Gegenüber wären zu erfragen. Und dann kann man ja schauen, ist das kompatibel? Aber auch, wo bin ich bereit, Kompromisse einzugehen – und die braucht es ja nun in Beziehungen – und wo möchte ich das nicht? Persönliche Grenzen setzen können halte ich für wichtig. Allerdings denke ich auch – und darauf willst du vermutlich hinaus, dass viele Menschen die Ansprüche, wie PartnerIn sein soll, heute viel höher ansetzen. Ich kenne definitiv auch Personen, die erwarten, dass der andere einzig ihre Bedürfnisse erfüllt und nach ihren Regeln handelt, während sie selbst keinerlei Kompromisse eingehen wollen. Das sind dann oft sogar die, die andere als toxic bezeichnen.

        Fehlende Grenzen können vielleicht damit zutun haben könnte, dass
        Rollenbilder und gesellschaftliche Vorstellungen, wie Mann/Frau sein sollen, lange sehr strikt waren und nicht den eigenen Bedürfnissen (beider) entsprachen. Andererseits haben viele von uns es auch nicht gut gelernt, überhaupt eigene Bedürfnisse wahr- und ernstzunehmen.

        Und ja – natürlich haben wir alle auch negative Seiten, die dann spätestens nach der ersten Verliebtheit sichtbar werden. Ich denke auch, dass man nicht alles vorweg nehmen kann, und man auch nicht erwarten kann, dass sogenannte Wunschzettel 100 %erfüllt werden. Würde individuelle Green Flags eher als grobe Richtschnur sehen.

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    2. Die Liste war mehr eine Kritik und eine Anregung sich auf die positiven Seiten eines Menschen zu konzentrieren. Es geht nicht um eine Liste oder Kategorien, sondern darum sich nicht immer das Negative zu suchen.

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  3. 💚 Gute Idee mit den Green Flags, las letztens auch mal von beige Flags, das war mir aber dann etwas zu viel. 😅 Eine wichtige green flag wäre für mich persönlich noch sympathischer Humor.

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