Stil | Gedankenkritzelei

Da es mir bei Schwangere/Mama Gedanken Spaß gemacht hat, einfach mal etwas zu einem Thema zu schreiben, ohne dass es eine Geschichte oder ein Gedicht ist, das Thema „Kind“ aber nur endlich ist, dachte ich, ich eröffne eine neue Rubrik und schreibe einmal pro Woche meine Gedanken auf. Wie persönlich das Ganze wird, keine Ahnung, mal sehen wie mutig ich bin.

Stil

Am Ende des Jahres schreibe ich mir immer auf, was ich im nächsten Jahr erreichen will. Was immer wieder auf meiner Liste landet, ist der Wunsch meinen eigenen Stil zu finden – einen eigenen Kleidungsstil, einen Zeichenstil, einen Malstil bezogen auf meine Acrylbilder und natürlich einen Schreibstil. Irgendwie ist das meine Art, mich zu definieren, aber es ist auch ziemlich eigenartig, vor allem, weil ich immer unsicherer bin, wenn ich mich „festgelegt“ habe.

Mein Zeichen- und Malstil haben sich irgendwie von selbst ergeben. Ich habe zwar viel mit Stilen herumexperimentiert, aber am Ende wurde ich durch meine eigenen Fähigkeiten und Leidenschaften begrenzt. Ich kann keine Portraits zeichnen, habe überhaupt keine Lust auf detaillierte Landschaften und Comiczeichnungen finde ich irgendwann langweilig. Außerdem wollte ich, zumindest bei den Zeichnungen, dass es schnell geht, daher hat sich mein Sketchbuch-Stil einfach so entwickelt, wie er heute ist. Und er entwickelt sich sicher weiter. Mein Malstil im Acryl ist durch Zufall entstanden. Ich habe ein Bild versaut, übermalt und dann ist was Cooles entstanden. Mir macht die Technik so viel Spaß, dass ich irgendwie dabeigeblieben bin.

Mein Schreibstil ist komplexer. Bei Gedichten haben ich erst Vorbildern nachgeeifert, das dann laufen lassen und geschaut, wo es hinführt. Ich würde sagen, ich dichte eher bildhaft, aber abgesehen davon, fällt es mir schwer einen Stil zu definieren. Mein Schreibstil bei Gedichten ist wohl meine größte Unsicherheit, umso spannender wird es, wenn ich nächstes Jahr hoffentlich mein ersten Gedichtband veröffentliche. Und bei Geschichten, oh je, wo fange ich an? Vielleicht damit, dass es anscheinend typische Katha-Geschichten gibt. Ich habe das schon mehrmals gelesen, am Dienstag bei den Adventüden gehäuft. Einerseits freut mich das, andererseits bezieht es sich auf den Inhalt, der eigentlich nicht so mein Problem ist. Ich mag es, wenn das Mögliche in dem Unmöglichen endet und nenne es surrealistisch. Sprachlich fühlt es sich allerdings so an, als würde ich mich „all over the place“ befinden, mehr roh als geformt. Eventuell bin ich in dem Punkt noch unsicherer als bei Gedichten.

Über das Kleidungsthema spreche ich lieber nicht. Das ist nochmal eine Spur komplexer und hat viel mit meinen Unsicherheiten mein Aussehen betreffend zu tun. Irgendwie passt es nicht zum „Kunst“-Stil.

Also, warum ist mir Stil so wichtig? Das frage ich mich wirklich oft. Für mich ist es eine Identitätsfrage. Kunst macht einen großen Teil meines Lebens und meiner Selbstwahrnehmung aus. Ich definiere mich also in gewissen Teilen darüber und es gibt mir Sicherheit. Jetzt kann man sagen „ist doch super“, aber einen negativen Aspekt gibt es: Es schränkt mich ein. Ich befürchte dadurch, dass ich langsamer wachse und länger brauche um „besser“ zu werden. Außerdem frage ich mich überdurchschnittlich oft, ob ich den richtigen Stil „gewählt“ habe.

Am liebsten würde ich Kunstschaffende, zu denen ich aufschaue interviewen und fragen, wie die das sehen. Wäre doch spannend, wie Menschen wie Neil Gaiman oder Stephen King über ihren Stil denken. Sind sie ebenso verunsichert und gefangen? Vielleicht sollte ich einfach Leute fragen, die das hier auch lesen. 😉 Wie geht ihr damit um? Habt ihr einen „starren“ Stil oder vielleicht sogar noch nie über das Thema nachgedacht?

2 Kommentare zu „Stil | Gedankenkritzelei

  1. Ja, Stil. Gerade was Kleidung betrifft. Ich mag es extrem extravagant. In meiner Kleidung kommt mein Ich zum tragen. Das Ich kleidet sich immer nach meinem Gefühl und mein Gefühl hängt sich an meine Taten, an meine Vorhaben, an meine Pläne. Ich kann zum schreiben nicht die gleichen Klamotten tragen, wie zum malen. Dann fühle ich mich nicht in der Sache, wenn mein Ich nicht so gekleidet, wie meine Aufgabe es fühlt. Klingt wahrscheinlich seltsam, aber ich bin ein extremer Gefühlsmensch und muss von daher meine Gefühle ausleben. Ohne Gefühl und ohne mein Ich gepaart mit dem was ich mache, geht bei mir gar nix. Ich+Gefühl+Vorhaben ist meine Wohl-Gefühl-Welt.

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