Nebel-Haikus | Der Dienstag dichtet



Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich habe sehr lange keinen Haiku mehr geschrieben. Hier gleich drei vom Nebel inspiriert.

Nebel-Haikus

nebel am morgen
sanft ziehen tiefe wolken
durch fahrradspeichen

der himmel atmet
undurchsichtige kälte
an durchschaubare fenster

atme ich jetzt aus
male ich mein inneres
weiß in weiße luft


Lest auch bei:

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Nachtwandlerin
Gedankenweberei
Erinnerungswerkstatt
Lebensbetrunken
Dein Poet
Geschichte/n mit Gott
Suses Buchtraum
Wortmann
Traumspruch
Lyrik trifft Poesie
Voller Worte
Zielstrebig
Puzzleblume
wolkenleer
Querfühlerin
L wie

zweifel | Der Dienstag dichtet



Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich bin gerade beim Überarbeiten meines Gedichtbandes und hier ist, wie es läuft:

zweifel

wie laub trudeln sie vom wind getrieben
über mein erdenes herz. ich will ein rotes
blatt greifen, doch eine brise weht es davon.
dann vielleicht ein braunes oder ein gelbes.
vielleicht fange ich eines dieser seltenen
matschorangenen. ein schwarzes zerbröselt
unter meinen fußsohlen. am besten wäre
es, ich würde mich in den blätterhaufen
setzen, mich fallen lassen.stattdessen hole
ich einen kescher. irgendwie muss man sie
doch greifen können, diese nervigen zweifel.

Weiterlesen „zweifel | Der Dienstag dichtet“

herbstlaubmeer | Der Dienstag dichtet



Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

herbstlaubmeer

über mir rauscht es, unter mir
raschelt es. ich grabe meine nase
tief in die herbstwaldluft ein. atme
orangetöne, rotnuancen und das
sich langsam verflüchtigende grün.
am rande modert es. riecht nach
vergänglichkeit, nach herannahender
kälte und dunkelheit. nur wenn ich
die augen schließe. offen ertrinken
meine sinne im herbstlaubmeer.

Weiterlesen „herbstlaubmeer | Der Dienstag dichtet“

finger, augen, ohren, musik | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Ich spiele derzeit wegen Zeitmangel kein Klavier. Will aber wieder starten wenn das Kind etwas größer ist. Manchmal setze ich mich dann aber doch davor und spiele und dann merke ich wie magisch das Ganze eigentlich ist.

finger, augen, ohren, musik

meine finger fahren über kleine rillen
und lange kalte flächen. manchmal
stoßen sie an kanten, berühren sich
gegenseitig. drücken, loslassen, mal
sanft, mal schnell. meine augen lesen
kleine punkte mit langen strichen, die
über linien tanzen. hoch und nieder,
übereinander, nebeneinander, erhöht,
tiefer, verschoben. meine ohren hören
eine fremde sprache. töne werden nicht
zu worten, sondern gefühlen. ohne, dass
ich nachdenke, wandert das gesehene
in meine finger und das gespielte in meine
ohren. als wäre kein gehirn dazwischen.
als würde ich nur noch aus fingern, augen
und ohren bestehen. und musik.

Weiterlesen „finger, augen, ohren, musik | Der Dienstag dichtet“

durch augen weht | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Neues Banner! WIe gesagt, könnt ihr nutzen, müsst ihr nicht. Ich hatte einfach Lust auf was Neues.

durch augen weht

durch augen weht eine brise zukunft. hinter kleinen
lidern, flackern pupillen im takt eines werdens. ich
will sie in die hand nehmen. eines sperre ich in
einen hellen raum. eines in einen dunklen. eines
ist blind, eines sieht. eines träumt, eines existiert.
durch augen weht eine brise vergangenheit. es ist
nur ein körnchen. ein winziges war. ich will es
nehmen und wandeln. als ich es mit einer pinzette
greife, flackern die wimpern und es fällt. durch
augen weht ein sein, ein sollen. es ist nicht meins.
ich wollte dich. ob du die welt oder die welt dich
wollte. das körnchen antwortet mit einem klack.

Weiterlesen „durch augen weht | Der Dienstag dichtet“

weggeworfen | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

weggeworfen

wenn mir mal wieder die kreativität aus
der nase läuft, nehme ich ein taschentuch
und fange so viel wie möglich auf. leider
habe ich die stofftaschentücher schon
vor jahren ausgemistet und die aus
papier landen immer im müll zwischen
bananenschalen und anderen obstresten.

Weiterlesen „weggeworfen | Der Dienstag dichtet“

schlussstrich | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Neue Grafik scheitert an WP. Ich kann gerade nichts hochladen, obwohl ich noch Speicher habe…Immerhin kann ich mich überhaupt wieder einloggen…

schlussstrich

wenn ich einen strich ziehe. wenn
ich sage: stopp. bis hier hin und nicht
weiter. wenn ich mauern hochziehe,
türen schließe, vorhänge zuziehe und
ein schild aufhänge, auf dem ein großes
fettes nein steht. ich habe es getan. und
es ist leise. manchmal denke ich noch
daran, wer vor der tür steht. aber ich bleibe
dabei. bis hier hin und nicht weiter.

Weiterlesen „schlussstrich | Der Dienstag dichtet“

die zeit stolpert über meine füße | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Kurze Info: Nächste Mal gibt es eine neue Grafik. Ihr könnt aber gerne auch alte verwenden, oder keine. 😅

die zeit stolpert über meine füße

die zeit stolpert über meine füße.
unachtsam habe ich sie im gang
abgelegt. höre das rattern der gleise
unter mir. sehe wie die zeit bis zum
nächsten halt verstreicht. ich müsste
mal pipi, aber die toilette hinter mir ist
verstopft. nach vorne will nicht gehen.
das macht alles nur noch schneller. Ich
betrachte die felder und häuser, die
vorbeiziehen, obwohl sie stillstehen.die
zeit meckert und droht mit weckern und
deadlines. etwas sand rieselt aus meinen
schuhen und das rattern der gleise klingt
wie der rhythmus des sekundenzeigers.

Weiterlesen „die zeit stolpert über meine füße | Der Dienstag dichtet“

verflucht nass | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

verflucht nass

auf die haut. sanft rieselnd, streichelnd.
tropft langsam von meiner nasenspitze.
läuft über meinen hals, nacken, kitzelt
meinen rücken. trommelt auf dächer,
lässt blätter rauschen. regenschirmtanz
und matschepfützespringen. manchmal.
heute fällt er mit voller wucht, in strömen.
schwemmt kitzeln weg und übertönt
beruhigende tropfmusik. manchmal sind
regentage magisch, manchmal einfach nur
verflucht nass.

Weiterlesen „verflucht nass | Der Dienstag dichtet“

nachleere | Der Dienstag dichtet

Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Wir haben jemand neues in der Runde! Schaut auch bei ihr vorbei: L wie

nachleere

wenn alles voll war und viel. wenn
die farben aus den fotos quellen.
die buchstaben aus dem überfüllten
tagebuch fallen. die berge waren
höher als normal, die täler tiefer.
das meer blauer, die sonne heller.
das lachen war breiter, die freude
lauter. und dann ist plötzlich
ruhiger, etwas dunkler, weniger
hoch und tief. nach voll und viel
ist immer ein wenig leer.

Weiterlesen „nachleere | Der Dienstag dichtet“