Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
lebensweißnichtheiten
zwischen improvisation und gespielter ahnung. die vita ein flickenteppich. der tag ein sammelsurium aus versuchen. manchmal klappt es. aber frag mich nicht um rat. ich bin nur experte für lebensweißnichtheiten.
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frühlingswecker
langsam brechen farbwellen durch das grau der letzten kälte. aus frühjahrsquellen sprudeln vogelzwitschern, bienensummen, kinderlachen, flügelschlagen, libellensurren, wurzelstrecken und das erste unter mänteln hervorlugende sommerkleiderflattern. ein hauch krokusse weht darunter davor. der duft von warmer nasser erde, bärlauch und das versprechen von osterfeuer verfangen sich in der luft. eine entblößte wade wird von der sonne sanft gestreichelt und der wind weht wärme in blasse haut. vom baum fällt das letzte blatt des vergangenen jahres, weicht dem neuen erwachensraum. nun ist es zeit aufzustehen, auch wenn mancheiner selbst die tosende farbpracht verschläft.
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das danach
und dann kommt man zurück mit ganz vielen fotos auf dem handy und erinnerungen im kopf. klick. wird der alltag eingeschaltet. der koffer leert sich, die mitbringsel werden zu inventar. das danach lauert schon. es färbt die welt ein wenig grauer, als sie ist. lässt das, was sonst spannend ist, ein wenig langweiliger erscheinen. und dann, nach einer weile, folgt dem danach ein anderes danach. etwas heller. mit erinnerungen, die etwas patina angesetzt haben und einem hauch vorfreude auf das nächste mal.
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montag morgen träge reibt der morgen seine augen. der tag beginnt milchig, mit cerealien. ohne göttin aber mit viel zucker. ein gähner zwischen schüssel abwaschen und der entscheidung für den dreibohnenkaffee. die sonne blinzelt und die kälte treibt rote wolken auf das müde gesicht. ein normaler montag. zumindest für die, die sich privilegiert nennen dürfen.
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ohne soße
tja da haben wir die soße. schwarz ist sie und ein bisschen kot schwimmt drinnen. statt nu-deln eine menge un-: unsinn, ungerechtigkeit, unmöglichkeit. unfassbar. aber auch ein bisschen klares ist dabei. vor allem, dieses ‚das war irgendwie klar‘. tja, da haben wir die soße. fragt sich nur, was wir damit machen. klo runterspülen, geht nicht. ein verstopften klo, kann man bei dem, was man gerade so schlucken muss nicht gebrauchen. vielleicht sollten wir eine weile trockene nudeln, kartoffeln, reis essen. so zur abwechslung. um zu verstehen, dass die meisten gerichte ohne vernünftige soße im hals stecken bleiben.
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am see
klirrend liegt die kälte auf dem see. verschleiert eisig seine spiegelung. gebrochen. nur in schwarzen löchern ruhen die wolken. sonnenumrandet.
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kindergarten oder bundestag
feixen, lachen. hey, schau dir doch den an. die da. wie lächerlich. ein kleinkindkichern und eine menge augenrollen. mancheiner erhebt sich und stampft bockig aus dem raum. andere kritzeln lustige sachen auf ihre blöcke und zeigen sie unter lachen dem sitznachbarn. und der zuschauende fragt sich, ist das schon kindergarten oder noch bundestag?
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hoffnungserinnerung
dann ist da plötzlich ein kleiner schimmer. lila ist er, ein bisschen grün, pink und gelb. eine feine linie am horizont. sie besteht aus leisen stimmen, lauten rufen, auf dem gefühl von gemeinsamkeit, von wir-schaffen-das. du bist nicht alleine, sagen sie und zeichnen zarte streifen in den himmel. heute nehme ich ein blatt papier und male sie nach. für tage, an denen wolken am himmel sind und alles trist und grau wirkt. eine hoffnungserinnerung.
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wie beschreibt man hass
wenn ich versuche, den hass, der derzeit allgegenwärtig zu sein scheint, in worte zu fassen, scheitere ich kläglich. ich schreibe von unüberwindbaren bergen, kahlen wüsten, von tiefem schlamm, aber kein bild scheint ihn zu fassen. vielleicht, weil ich den hass nicht verstehe. warum hasst man menschen, die eine andere hautfarbe, augenfarbe, religion haben? warum hasst man menschen, die lieben, wen sie wollen, die leben, wie sie fühlen? warum hasst man worte, die dazu da sind, um zu verbinden? wenn ich versuche, den hass in worte zu fassen, scheitere ich kläglich, weil ich den hass unerträglich finde. und ich hoffe, dass der hass nur so laut ist, weil denen ohne hass auch die worte fehlen.
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minus 6 grad
unter meinen sohlen bricht eine dünne kristallene schicht. leise knirscht die kalte welt. ich schüttele eis ab. wie kleine glitzernde sterne flirrt es durch die luft bis es auf meinen atem trifft, der als sichtbarer nebel in der kälte erstirbt. eisig, klar, scharf oder einfach nur arschkalt.