Und plötzlich ziehen am Horizont Wolken auf | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer Schreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Mosaikstücken zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Mich hat diesmal das Zitat inspiriert und das Mosaikstück „Wolken“ hat das passende Bild geliefert und dann hatte ich einfach Freude am Experimentieren.

Das Zitat: (Ingeborg Bachmann – „die gestundete Zeit“)

„Es kommen härtere Tage.
Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont“

Und plötzlich ziehen am Horizont Wolken auf

Und plötzlich ziehen am Horizont Wolken auf.

Kleine Schäfchenwolken, verwehte Wolken, solche, die man kaum sieht, weil sie beinahe
durchsichtig sind.

Hübsch sehen sie aus, gar nicht bedrohlich, auch
wenn sie das Blau durchbrechen, das die letzten Tage bestimmt hat.

Langsam kommen sie näher, ziehen größere Wolken mit sich.

Wolken, die zwei Ebenen besitzen, die kleine Türmchen bauen, sich
weiter über den Himmelverwehen lassen, als würden sie von den
vorhereilenden Wolken gezogen werden.

Ein wenig Unbehagen macht sich breit. Werden sie das wundervolle Blau verdecken?

Noch unauffällig linsen die tiefen Wolken über den Horizont,
vereinen sich mit den anderen aus den Ebenen darüber, planen, schmieden.

                                                                                              Das Blau hat nun viele Löcher und Risse.

Wolke auf Wolke.

Wie ein Stapelturm.

                                               Es riecht nach Regen.

                Nimbostratus.

Das Blau lugt durch die letzten Löcher, wie der neugierige Nachbar durch die Hecke.

                Dann verschwindet es.

                                                                                              Weiß.

Grau.

                Dann Regen.

                                                                                                                              Bis zum nächsten Sonnenschein.

Momente vs Smartphone – Follow up | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Momente vs Smartphone – Follow up

Ich schlachte meinen Urlaub kreativ ganz schön aus, aber hier geht es ja um Themen, die mich bewegen und mein Sommerurlaub war toll und wirkt noch nach. Ich hatte vor dem Urlaub einen Apell (an mich selbst am meisten) geschrieben, Momente zu genießen und nicht nur zu fotografieren.

Ist mir das gelungen?

Ich würde sagen zu 80% und gleichzeitig habe ich einen lustigen Effekt bemerkt: Wenn ich mit Familie zusammen war und ganz vertieft in den Moment, habe ich das Fotografieren ganz vergessen. Wenn ich unterwegs war, habe ich eher mal zum Smartphone gegriffen, um ein Bild zu machen. Beispielsweise habe ich einige Fotos vom Strand gemacht und da teilweise sogar den Moment aus den Augen verloren, beim Lego-Zusammenbau bei den Schwiegereltern mit Kind habe ich das total vergessen, obwohl ich dem, der uns das Lego geschenkt hat, Fotos schicken wollte. Ups. Ich habe auch Fotos im Restaurant vom Essen gemacht (ukrainisch: Yummy) aber sowas wie vom Abendbrottisch (auch da wollte ich ursprünglich ein Foto machen wegen dem kredenzten Fisch) nicht.

Jetzt wäre das Argument, dass es keine besonderen Momente sind vielleicht valide, aber irgendwie auch nicht. Es gab durchaus Besonderes bei der Familie, aber es war irgrendwie eingebettet ein Zuhausegefühl. Ich war eingekuschelt in den Moment, das Smartphone lag irgendwo und ich habe schlichtweg nicht daran gedacht. Vielleicht ist es auch ein Effekt, dass man sich in ungewohnten Situationen hinter dem Smartphone versteckt. Man ist Tourist, schafft erst mal Abstand zwischen sich und dem Neuen. Zumindest habe ich das Gefühl, dass ich das ab und zu mache. Klar, will ich auch Momente festhalten, aber es ist schon auffällig, in welchen Momenten ich eher daran denke und in welchen weniger. Smartphones distanzieren uns von der Welt. Ist jetzt auch nichts Neues, aber sicherlich ist es nie verkehrt, sich das ins Gedächtnis zu rufen.

nach dem urlaub | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

nach dem urlaub

langsam kriecht der kalte atem
des alltags über meinen rücken.
trist wirkt er, ein wenig grauer,
ein wenig fad. die zeit läuft zäh.
und trotzdem schleicht sich der
gedanke ein: zuhause ist es doch
am schönsten.

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Erste Male | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Erste Male

Wir feiern bei Kindern erste Male wie den ersten Zahn, das erste Lächeln und den ersten Schritt, aber es gibt so viele erste Mal mit Kindern, warum nicht auch mal die feiern, die nicht so offensichtlich sind? Im Urlaub (sind immernoch unterwegs) ist ganz viel Neues passiert. Hier eine kleine erste Male-Liste:

  • erste Mal mit der Achterbahn gefahren
  • erste Zecke (gleich 3)
  • erste Mal Go-Kart gefahren
  • erster Bremsenbiss
  • erster Besuch einer Burg
  • erster Kontakt mit Brennnesseln
  • erste Steinburg am Strand
  • erstes Mal Kanalreinigung beobachtet
  • erstes Mal durch eine Röhrenrutsche gerutscht (Angst besiegt!)
  • erste Mal mit einer Kinderseilbahn gefahren
  • erstes Matjesbrötchen (vorher nur andere Lachs oder Backfisch) gegessen

Und bei Erwachsenen feiern wir erste Mal erst Recht zu wenig, obwohl sie immer seltener werden. Also meine ersten Male in diesem Urlaub:

  • erste Mal ukrainisch Essen gegegangen (Yummy!!!)
  • erste Mal eine AUtobatterie gewechselt

steinburg | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

steinburg

raue, glatte, große, kleine, mit
moos, ohne, algen. wir bauen
eine burg aus stein und meer.
während etwas ewigkeit sanft
über unsere füße plätschert,
sammele ich dein lachen ein.

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Ich fahre in den Urlaub und nehme mit… | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wenn ihr das lest, bin ich schon im Urlaub, auf einem Campingplatz am Meer. Hier also ein Text vom Anfang der Woche und zwar über eine meiner Hasstätigkeiten: Packen.

Ich fahre in den Urlaub und nehme mit…

  • jede Menge Handtücher (es gibt nichts Ekligeres als feuchte Handtücher beim Camping)
  • feuchte Tücher (Eltern verstehen mich)
  • ein paar Prisen Alltagsvergessen
  • Sarkasmus-Karte für den Moment, an dem alles schieflaufen wird
  • zu viel Kleidung
  • zu viel Spielzeug fürs Kind
  • zu wenig von diesem einen bestimmten Essen, was wir diesmal plötzlich alle am liebsten mögen
  • Einschlafplayliste und Tanzplayliste (letztere fürs Kind)
  • 2 Bücher, die ich beide nicht lesen werde
  • Selbstgebastelte Flagge für unser Camp (damit alle wissen, womit sie es zu tun haben)
  • Erinnerungsnotiz daran Innezuhalten und Momente zu genießen

Wenn es kein Foto davon gibt, ist es nicht passiert | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wenn es kein Foto davon gibt, ist es nicht passiert

Wir fahren bald in den Urlaub und natürlich gehören Urlaubsfotos auch dazu, gleichzeitig frage ich mich: Tun sie das wirklich?

Verpassen und Archivieren

Ich glaube, was das Fotografieren angeht, liege ich so im mittleren Bereich. Ich will schon Momente aufzeichnen, vergesse es aber auch mal, wenn ich den Augenblick genieße, und ich mache nicht von allem tausend Bilder. Meistens zumindest. Es gab auch schon Erlebnisse, bei denen ich gefühlt dauerhaft die Kamera draufgehalten habe und dann habe ich hinterher oft bereut, dass ich den Moment nicht genossen habe. Gleichzeitig hatte ich hinterher eine Menge Fotos, um mich daran zu erinnern. Es ist schon irgendwie eigenartig, dass man den Moment festhalten will und ihn dadurch dann, wenn man es übertreibt, verpasst.

Overload

Einige Momente kann man auch gar nicht so richtig festhalten, z.B. ein Konzert. Ich kann ein Foto machen, aber das fängt nur verschwommen die Bühne ein und eine Videoaufnahme ist meist auch eher lustig, weil man dann merkt, wie schief man selbst oder anderen neben einem mitsingen. Außerdem: Schaut man sich das Video hinterher echt nochmal an? Eines vielleicht, aber die zwanzig, die man gemacht hat? Bilder von meinem Kind schaue ich mir regelmäßig an, aber der Besuch auf einem Stadtfest eher weniger. Vielleicht muss man die Momente, die man festhalten will einfach sorgsamer auswählen, damit die Momente, die einem wichtig sind, nicht in der Masse untergehen.

Ist Vergessen so schlimm?

Wenn ich kein Foto von dem Essen gemacht habe, dass ich an Tag 2 des Urlaubs gegessen habe, werde ich höchstwahrscheinlich vergessen, was es war, zumindest, wenn es sich nicht um etwas super Außergewöhnliches gehandelt ha, wie gebratene Heuschrecke. Wenn ich mir das Bild dann irgendwann mal ansehe, fällt mir vielleicht der Geschmack wieder ein, aber ist es wirklich so wichtig, sich daran zu erinnern? Vielleicht wäre es in dem Augenblick schöner gewesen, den Geruch des Essens auf sich wirken zu lassen oder einfach mal im Hier und Jetzt zu bleiben. Das Handy aufzunehmen und ein Foto zu machen, reißt mich doch immer aus dem Jetzt heraus.

Worauf ich hinaus will

Eigentlich nur ein Plädoyer an mich selbst, diesen Urlaub bewusster Fotos zu machen und dann das Handy wegzulegen, damit ich die Momente in Echt erlebe und nicht über den Bildschirm meines Handys.

kunst ist wichtig | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

kunst ist wichtig

kunst ist wichtig! stand am himmel
geschrieben. wurde mit einem banner
in die wolken gewoben. festgezurrt
mit feinen fäden, die in den zweigen
hoher bäumen hängenblieben. wir
zogen daran und sehen uns nun an
den laufmaschen blutig.

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Das liebe Geld | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Das liebe Geld

Die meisten Menschen finden es komisch über Geld zu reden und ich finde es komisch, dass die meisten Menschen nicht über Geld reden und gleichzeitig will ich nicht komisch sein, also rede ich nicht über Geld. Aber warum eigentlich?

Geld ist unfair

Liegt das daran, dass Gehälter unfair sind? Bei einigen Berufen ist ein Gehaltsunterschied logisch, aber bei vielen ist das Gehalt historisch gewachsen und einfach unfair. Zum Beispiel verdienen einige körperliche Berufe zu wenig dafür, dass man sich durch sie den Körper ruiniert, ebenso alles Soziale und Kunst. Von Kunst darf man eigentlich gar nicht erst anfangen, aber das werde ich separat nochmal tun. Ich lese gerade ein sehr inspirierendes Buch zu. Geld hat selten was mit Fleiß zu tun und leider zu oft was mit Macht und Privilegien. Aber anstatt das totzuschweigen, sollte man doch gerade erst recht darüber sprechen, oder?

Geld macht neidisch

Ich glaube, es ist gar nicht so leicht sich einzugestehen, dass man gerne mehr Geld hätte, z.B. wie diese*r eine Freund*in, der/die mehr verdient oder so viel wie einige Reiche oder abstrakter: Leute, die man auf Social Media sieht. Geld haben zu wollen, ist aber nicht verwerflich. In den meisten Fällen geht es weniger darum, dass man sich bestimmte Dinge dann leisten kann und eher um dieses abstrakte Gefühl, sich keine Sorgen machen zu brauchen, wenn man sich bestimmte Dinge leistet. Ich glaube, das ist ein signifikanter Unterschied.

Geld macht glücklich

Bis zu einem bestimmten Punkt zumindest, und zwar dem, an dem man sich keine Gedanken mehr über Geld machen muss.* Ich finde Einkaufen im Supermarkt so viel angenehmer, seit ich nicht mehr alles nachrechnen muss, so wie zu Unizeiten. Dann nehme ich halt das teure Körnerbrot. Gönn ich mir, macht mich ein bisschen glücklicher. Ich weiß nicht, warum das oft verpönt ist, dass man Geld toll findet und glaubt, dass Geld glücklich macht. Klar, Familie, Freunde, Gesundheit, das kann Geld nicht ersetzen, aber muss man das in Konkurrenz zueinander setzen? Die Korrelation zwischen Gesundheitsversorgung und Geld lasse ich absichtlich raus, weil die zu komplex ist und irgendwie auch wieder in die erste Aussage passt, das Geld unfair ist.

Wir sollten reden

Was passiert denn, wenn wir über Geld reden? Wir stellen fest, dass einige mehr Geld verdienen und andere weniger, dass es oft nicht fair ist, dass Preise oft nicht fair sind, dass Geld keine physikalische Größe ist, sondern etwas, das festgesetzt wird, dass wir alle gerne mehr Geld hätten und dass wir manchmal neidisch sind auf die, die mehr Geld haben. Alles in allem sind das aber Gespräche die wir führen sollten, denn nur wenn man drüber spricht, kann man Ungerechtigkeiten bekämpfen und die gesellschaftliche Stimmung verändern. Wir müssen Fragen stellen wie: Warum kostet das unfair produzierte Designershirt so viel? Warum denken wir, dass jemand im Management härter arbeitet und mehr Verantwortung hat, als jemand in der Pflege? Warum glauben wir, dass Geld nicht glücklich macht? Warum kostet es so viel, Kinder zu haben? Warum kostet es soviel, alt zu sein? Warum kosten gesunde Lebensmittel oftmals mehr als „ungesunde“? Das kann ewig fortgeführt werden.

Lass uns mehr miteinander reden, auch über das Thema Geld.

Quelle zu Geld und Glück:
https://www.psychologie.uzh.ch/de/bereiche/dev/lifespan/erleben/berichte/geld-und-glueck.html