Wenn Monate Personen wären | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wenn Monate Personen wären

In irgendeinem Social Media-Post meinte jemand, dass jeder Tag so seinen eigenen Charakter hat. Ich weiß nicht, ob die Person sich das so gedacht hat, aber meine Assoziation war der Montag als der grummelige verschlafene Teenager. Tage fand ich aber nicht so spannend, also habe ich das Mal auf die Monate angewendet. (Geschlechtszuweisung ist random)

Januar: der buchlesende Emo

Februar: der kaltfüßige Grübler

März: die auf die Uhr starrende Managerin

April: das kichernde Mädchen

Mai: der blumenliebende Junge

Juni: die energiegeladene Allrounderin

Juli: der schwitzende Sonnenanbeter

August: die eisessende Abendliebhaberin

September: der durch Blätterhaufen jagende immer nasse Outdoortyp

Oktober: der beinahe farbenfrohe Grufti

November: das graue Mäusschen

Dezember: die shoppingsüchtige Verkleidungskünstlerin

Ich solidarisiere mich Romance | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich solidarisiere mich Romance

Mir fällt es oft schwer, in meinen Geschichten Liebe rüberzubringen. Meist wirkt sie unbeholfen, was zu einige Charakteren passt, aber zu anderen eben nicht. Um mich inspirieren zu lassen, dachte ich, ich lese mal ein paar Sachen aus dem Romance-Genre, auch, weil ich da irgendwie noch nie was gelesen habe. Dabei ist mir etwas aufgefallen: Romance ist wahnsinnig populär und gleichzeitig wird das Genre belächelt, als sei es keine „richtige Literatur“. Warum?

Trivialliteratur

Vorher ein kurzer Rant zu dem Begriff (Unterhaltungsliteratur wird meist synonym benutzt, aber ich bleibe hier bei dem Begriff). Laut Definition ist ein Liebesroman der Trivialliteratur einer, der sich hauptsächlich an weibliche Lesende richtet und leicht zugängliche Muster verfolgt. Der Begriff ist einfach furchtbar. Alleine schon, dass der Gegenpart Hochliteratur heißt, sich also darüber stellt, nervt mich. Klar gibt es in der Aufzählung typischer Trivialliteratur auch Abenteuergeschichten und Fantasy wird oft in den Bereich verfrachtet, aber Romance-Büchern wird die Trivialität nahezu unterstellt.

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Sonntagsmomente | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich war die Woche bei Familie im Norden und habe meinen Laptop vergessen, daher gedankenkritzele ich erst heute und da es gerade passt zum Thema Sonntag.

Sonntagsmomente

Früher fand ich, dass Sonntage eine Zeitverschwendung sind und habe während meines Studiums an den Tagen meist gearbeitet. Als ich dann einen Job hatte, habe ich an den Tagen meist gefaulenzt und mich von Freitag- und Samstagabenden erholt. Seit ich ein Kind habe, sind Sonntage entweder Ausflugtage oder ein Balanceakt zwischen Ausruhen und Kind beschäftigen (meist im Wechsel mit meine Mann). Aber egal wie meine Sonntag im Laufe der Jahre aussahen, es gibt besondere Sonntagsmomente, die immer wiedergekommen sind und Sonntage dann doch irgendwie besonders machen.

Die besten Sonntagsmomente:

  • Kalte Butter auf warmen Brötchen/Brezeln
  • Backexperimente, am besten im vollen Chaos, weil irgendeine Zutat fehlt
  • Baden mit Kaffee, Atelier-Videos und viel Schaum
  • Familienanrufe, früher meine Onkel heute meine Schwiegereltern
  • Tasche für die kommende Woche packen
  • To-Do-Liste für die nächste Woche schreiben
  • Spazierengehen
  • die leere Innenstadt genießen
  • Sport in Ruhe ohne Zeitdruck
  • Sonntagsbrunch mir Freunden
  • der Blick aus dem Fenster auf eine ruhige Stadt
  • Filmabende mit kurzen Filmen
  • Früh ins Bettgehen (nicht erst seit ich alt bin)
  • Die Wohnungstür anzusehen und sie mal einen ganzen Tag nicht zu öffnen
  • Durchlüften ohne Straßenlärm
  • Morgens Lesen

Es gibt sicher noch mehr, aber das sind die Momente, die mir als erstes eingefallen sind. Habt ihr auch Sonntagsmomente?

Nackte Kunst | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Nackte Kunst

Ich habe am Dienstag schon ein Gedicht darüber geschrieben, aber das Thema interessiert mich sehr. Immer wenn wir schreiben, malen, etwas kreieren, machen wir uns etwas nackt. Mal mehr, mal weniger, aber immer etwas, alleine schon weil man seine Werke zeigt, zur Bewertung gibt. Neben diesem offensichtlichen Nackt-machen gibt es eine weitere Ebene, die ich viel interessanter finde.

We need your art

Ich habe kürzlich ein Buch gelesen: „We need your art“ von Amie McNee. Das Buch ist an kreative Menschen gerichtet, denen die Motivation, Zeit etc. fehlt, etwas zu kreieren. Die Autorin gibt Tipps, wie man die innere Barriere überwindet und das relativ vehement. Ehrlich gesagt, habe ich mich von dem Buch etwas angeschrien gefühlt, vielleicht auch, weil ich keine Blockaden habe. Ich brauche das Schreiben und die Kunst und hatte nie Phasen, in denen ich nichts erschaffen habe. Aber, es gab einige Wahrheiten in dem Buch, die mich dazu verleitet haben, über die Essenz meiner Kunst nachzudenken.

Sich zeigen

In jedes Werk fließt etwas von einem selbst mit rein. Alleine schon das Thema, das man gewählt hat, die Farben, Worte, das Medium, sagt etwas über einen aus. Man teilt quasi das, was einem wichtig ist. Das tun wir in vielen anderen Lebensbereichen auch, daher machen sich die meisten wohl nicht viele Gedanken darum. Ich auch nicht. Ja, es kostet immer Mut, seine Kunst anderen zu zeigen, aber, und das mutmaßt die Autorin, erst, wenn man einen Schritt weitergeht, schafft man wirklich gute Kunst.

Sich nackt machen

Und das ist der Unterschied. Wenn ich etwas wage, wenn ich „zu viel“ von mir preisgebe, meine ungeschönten Gefühle, meine Leidenschaften, meine Scham in die Kunst lege, scheint das meine Werke zu bereichern. Sie werden nahbarer und ehrlicher und ich glaube das merken die, die sie sehen oder lesen. Das merke ich bei meinen Gedankenkritzeleien. Wenn ich lange überlebe, ob ich das wirklich so veröffentlichen kann und es dann nach langem Zögern tue, ist die Resonanz größer, als bei Themen, die ich runtertippe und ohne Zögern veröffentliche.
Sich selbst preiszugeben, ist aber extrem schambehaftet. Ich meine, es fühlt sich nicht gut an, wenn Menschen z.B. meine Geschichten lesen und scheiße finden, aber dann gefällt ihnen die Geschichte eben nicht. Wenn ich ein Teil von mir in die Geschichte legen, dann ist das Urteil härter. Es fühlt sich an, als würde die Person mich scheiße finden.

Fazit

Fazit ist vielleicht zu viel gesagt, weil das etwas ist, bei dem ich mir unsicher bin, denn vielleicht gibt es auch Kunst und Bücher, die viele gut finden, obwohl die erschaffende Person nichts preisgegeben hat. Ist etwas schwer rauszufinden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass meine Kunst, meine Texte besser sind, wenn ich mich ein bisschen für sie schäme, wenn ich zögere, sie zu zeigen. Ich will das öfter machen und versuche mir bei jedem Schreiben klar zu machen, dass ich mich nicht zurückhalten muss. Werde ich das immer schaffen? Wahrscheinlich nicht, aber wenn meine Texte und meine Bilder dadurch nahbarer werden, wenn sie Menschen berühren, dann ist es auf jeden Fall wert, es zu probieren und sich nackt zu machen.

Wird die Welt immer schlimmer? | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wird die Welt immer schlimmer?

Ich höre oft, dass die Menschheit schlimmer wird, moralisch verfällt und dann war ich am Wochenende auf Schloss Waldeck und habe die Folterkammer gesehen. Jetzt frage ich mich, ist das so? Werden wir Menschen immer „schlimmer“ oder waren wir einfach schon immer grausam?

„Sowas hätte es früher nicht gegeben“

Das sagte eine ältere Frau im Supermarkt, als ein kleiner Junge einen Apfel aus dem Regal nahm und ihn aus Wut auf den Boden fallen ließ. Sie meckerte dann weiter, dass Kinder früher noch Anstand hatten und dann habe ich nicht mehr zugehört, sondern den Vater beobachtet, der wortlos den Apfel in den Einkaufswagen gelegt, dann den Jungen auf den Arm genommen und ruhig mit ihm geredet hat. Ich bin dann weiter, aber eine Frage blieb: Waren Kinder früher weniger wütend oder einfach nur zu ängstlich die Wut zu zeigen?

Wieso die Anekdote?

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Keine Toleranz für die Intoleranz | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Keine Toleranz für die Intoleranz

Manchmal möchte ich wegen der ganzen Ungerechtigkeit auf der Welt schreien, meist nachdem ich durch Social Media gescrollt habe. Ich habe dann das Gefühl, die (Online-)Welt besteht nur aus empathielosen Arschlöchern und die kommen mit allem durch, aber ist das so?

Selbstgebauter Doom

Doomscrollen ist ein fantastisches Wort, dabei ist es nicht mal so, als wären wir dem „Doom“ einfach nur ausgeliefert. Wir haben ihn selbst erschaffen. Die Algorithmen von Social Media bevorzugen krasse Meinungen (meist Negative), weil darauf reagiert wird. Wenn ich schreibe, dass ich Blumen mag, wird es da weniger Reaktionen draufgeben, als wenn ich sage, dass ich JK Rowling mag (tue ich nicht, keine Angst). Populäre Beiträge werden eben gepusht. Der Algorithmus schaut nicht danach, ob es negative Reaktionen sind.

5% sind plötzlich 100%

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Kinderwunsch sollte ein No-Go-Thema sein | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Kinderwunsch sollte ein No-Go-Thema sein

„Und wie oft habt ihr Sex?“ würden wir nie ein Pärchen fragen, aber ob sie Kinder haben wollen schon. Dabei ist der Wunsch ein Kind zu bekommen, nicht weniger intim und oft mit mehr Emotionen verbunden als das Sexualleben. Warum ist es so normal nach dem Kinderwunsch zu fragen?

Wie komme ich jetzt darauf?

Bevor ich kein Kind hatte, haben tatsächlich relativ wenige Leute nach meinem Kinderwunsch gefragt (die meisten dachten wohl, dass ich Kinder nicht mag), aber seit ich ein Kind habe, werde ich gehäuft nach Kind Nummer zwei gefragt und es NERVT. „Langsam müsst ihr mal, sonst ist der Abstand zu groß“ oder „aber ein Kind braucht doch Geschwister“ sind Sprüche die ich immer häufiger höre. Das Thema ist nicht sehr emotional für mich, aber ich will mich nicht für so eine persönliche Entscheidung rechtfertigen.

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Wo sind alle Herbstliebhaber? | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wo sind alle Herbstliebhaber?

Da ich den Herbst liebe, nehme ich den ersten September als Herbstanfang, also den meteorologischen und nicht der kalendarischen. Ich kann einfach nicht noch 21 Tage warten. Und wie jedes Jahr eine kleine Liebeserklärung als den Herbst. Letzten Herbst, habe ich einfach querbeet aufgelistet, was ich am Herbst liebe, diesmal will ich meine Lieblings-Sinneseindrücke auflisten.


Der Herbst schmeckt nach…

  • Kürbissuppe, -brot, -kuchen, -risotto … alles Kürbis
  • Süßigkeiten in Halloween-Form (die Form macht den Geschmack!!)
  • Suppen in allen Formen
  • Äpfeln
  • Früchtetee


Der Herbst riecht nach…

  • Herbstregen
  • Blättern, teils frisch, teils schon etwas modrig
  • Kastanien und Eicheln
  • Pilzen
  • Moos


Der Herbst hört sich an wie…

  • raschelnde Blätter
  • leisere Abende
  • Zugvögel
  • Traktoren bei der Ernte


Der Herbst fühlt sich an wie…

  • eine Abkühlung nach heißen Sommertagen (also theoretisch)
  • weiche Blätter unter den Schuhen oder ganz Hippie: unter nackten Füßen
  • ein Rückzug
  • Kreativität – Bastelnachmittage


Der Herbst springt ins Auge durch…

  • goldenes Licht
  • Farbenpracht
  • Deko aus Kastanien und Blättern
  • Geister und Skelette

Habt ihr auch Lieblings-Sinneseindrücke im Herbst?

Eltern vs Eltern | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Eltern vs Eltern

„Was du gibst dein Kind unter 3 Jahren schon in eine fremde Betreuung?“ „Wie du hast nicht gestillt, obwohl es das Beste für das Kind ist?“ „Was, das Kind darf Fernsehen schauen?“ – Vielleicht habt ihr die Sätze privat noch nicht gehört, aber auf Social Media sind so Sätze erschreckend oft zu lesen und ich befürchte, das liegt nicht nur an meiner Timeline. Warum sehen einige Eltern-Sein als Wettbewerb an, wer es besser macht?

Tablet im Restaurant-Gate

Wir sind kürzlich zu Karls Erdbeerhof gefahren und haben dort Waffeln zum Mittag gegessen. Eine Familie mit zwei Kindern setzte sich zu uns. Während die Mutter das Essen besorgt hat, saß der Vater mit den Kindern am Tisch und die durften auf dem Tablet was sehen. Mein erster Gedanke war leider: Warum redet der nicht einfach mit seinen Kindern? Mein zweiter dann: Argh, lass dich nicht anstecken! Du weißt doch gar nicht, was dahintersteckt. Ich weiß es immer noch nicht, aber die vier waren echt nett und wir mussten gegenseitig über die Kommentare unserer Kinder lachen. Alle schienen eine gute Zeit zu haben. Warum erzähle ich die Story?

„Ich mache das besser“

Ich glaube, weil man sich als Elternteil so viele Gedanken um das richtige Umfeld, Ernährung, Umgang mit Medien etc bei seinen Kindern macht, hat man irgendwann das Gefühl, sehr viel Ahnung von der Thematik zu haben. Man will es richtigmachen. Wenn man dann andere Eltern sieht, die es anders machen, hinterfragt das irgendwie die eigene Weisheit. Es gibt verschiedene Arten damit umzugehen. Kritik wäre eine und wahrscheinlich das, was oft als erstes auftritt, weil man sein eigenes Fachwissen verteidigen will. Eine zweite wäre es, das eigene Fachwissen zu hinterfragen. Eine dritte, zu akzeptieren, dass andere Eltern andere Kinder haben mit anderen Dingen, die für sie funktionieren bzw. nicht funktionieren.

You do you

Ich bevorzuge es, andere ihr Ding machen zu lassen (gelingt nicht immer). Mit Freunden kann man konstruktive Gespräche führen und auch über Zweifel sprechen, aber sich mit Fremden zu vergleichen, führt zu nichts. Am Ende bin ich als Elternteil jemand mit Grenzen und Präferenzen und habe ein Kind, das nochmal ganz eigene Grenzen und Präferenzen hat. Es muss zwischen Eltern und Kindern im Alltag funktionieren und wenn dann halt mal das Tablet im Restaurant rausgeholt wird. Mein Grund das nicht zu tun, ist btw. nicht mal, dass ich etwas gegen Medienkonsum habe, sondern weil mein Sohn kein Maß kennt. Unsere Regel ist maximal eine Folge mit maximal dreißig Minuten am Tag bis maximal 18 Uhr. Nur so haben wir auch mal medienfreie Tage und trotzdem ein zufriedenes Kind, das, so wie es derzeit aussieht, den gesunden Umgang mit Medien lernt. Bei anderen Kindern ist das sicher anders.

Eltern mit Eltern

Wäre doch irgendwie netter, wenn man sich gegenseitig unterstützt und seine Erkenntnisse ohne Wertung formuliert. Eine Sache aber dazu: Ich rede hier immer noch über Social Media und ich glaube dadurch, dass man den Gegenüber nicht kennt, denken viele nicht darüber nach, was solche Generalaussagen bewirken. Ins Gesicht würde man anderen wahrscheinlich nicht sagen, dass ihr Erziehungsstil scheiße ist. Das Beste ist wohl, sich darauf zu besinnen, dass man diese harten Urteile aus Selbstschutz fällt und dass die meisten Eltern ihr Bestes geben.

Sandkastenentschleunigungsgedanken | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Sandkastenentschleunigungsgedanken

Ein Kind zu haben ist irgendwie gleichzeitig Beschleunigung und Entschleunigung. Man hat viel mehr Termine und Pflichten und gleichzeitig vergeht die Zeit im Sandkasten sehr langsam. In einem dieser Momente, wo ich dem Kind einfach nur beim Spielen zugeschaut habe (bzw dabei, dass er sich nicht selbst umbringt), habe ich mich gefragt, ob das wirklich dieses „Entschleunigen“ ist, wovon man so allgemein redet und ob es gutes und schlechtes Entschleunigen gibt und ob Entschleunigen nicht oft auch einfach Langeweile ist.

Wie definieren andere Entschleunigen?

Ich habe mal nach einer Definition gesucht und in der Karrierebibel eine gefunden und da ich den Gegensatz irgendwie lustig finde, zitiere ich die hier mal:

„Entschleunigung ist die gezielte Verlangsamung des Lebens, einer Entwicklung oder einer Tätigkeit. Es ist die direkte Gegenbewegung zum stressigen Alltag, in dem für nichts Zeit bleibt und alles schnell erledigt sein muss.“

Gezielt heißt, dass es bewusst sein soll- Demnach wäre meine Zeit im Sandkasten also kein Entschleunigen. Das wäre dann wohl eher der Yoga-Kurs oder das Meditieren, andererseits, nur weil ich die Zeit nicht selbst wähle, heißt dass ja nicht, dass mir die Entschleunigung nicht bewusst ist. Vielleicht ist es also doch entschleunigend im Sand zu buddeln. Auf jeden Fall hat man im Sandkasten meist keinen Stress und keinen Zeitdruck. Bevor der Sandkuchen in den Ofen kommt, ist das nächstbeste Kind durchgelaufen.

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