Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.
rasen
rasen, der grün, riecht im sommer gut. lasse mich fallen, kitzeln, schlummere ein. zwischen den zehen. eine blume.
rasen, das rot, rennend. durch meinen kopf. vor und zurück, ohne sinn und ziel. zwischen den windungen. eine bombe.
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Es ist endlich wieder lyrimo und diesen Dienstag nehme ich die Aufgabe mal mit. Alles zum lyrimo könnt ihr hier lesem: Klick!
ein wimpernschlag
vorbei. ein schmetterling, ein wimpernschlag. stunden in millisekunden. tage in wenigen momenten. 50, 60, 90, fast 100 zentimeter. du wächst, erwächst, über dich hinaus. ich will dich fangen, bremsen, stoppen und schaue doch nur zu.
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HAPPY HALLOWEEN!
der wahre horror
den blick nicht abwenden. ich halte mein kinn gerade. meine linke hand wandert richtung augen. einen spalt lasse ich. ein schrei. ich zucke zusammen. adrenalin schwappt wie ein tsunami über mein gehirn. meine beine zur flucht bereit. die rechte hand krallt sich in die kuscheldecke. entspannung. nur kurz. die musik wird lauter. ein monster, ein geist, hexe, cthulhu, aliens. etwas lauert, wartet, greift gleich an. blut spritzt, gut dosiert, ein paar gedärme. ich schüttele mich. eine umarmung, jeder stirbt und alles ist offen. die hexe fliegt auf ihrem besen davon, das monster im schrank geht schlafen und der geist macht einen wohlverdienten spazierflug. nur der wahre horror läuft noch. unbemerkt auf einem anderen kanal. die täglichen nachrichten.
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während wir das goldene bewundern
während wir das goldene bewundern. sie leben in großen räumen mit riesigen fußabdrücken. sie klauen geld, träume, luft, zukunft. während wir das goldlose beneiden. sie leben in kleinen räumen auf mäusepfoten. sie kriegen geld, essensreste, entglitzerte kleidung. in einer idealen welt würden neid und missgunst bei den reichen wachsen und nicht bei den armen.
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und manchmal fällt die kälte von bäumen
und manchmal fällt die kälte von bäumen. blau ist sie, milchig, weiß. ich drehe sie um, finde kaminfeuer. orange, gelb, rot. und decken. bunt, flauschig. lustige prints mit avocados und faultieren. nun ist er da. kälte auf pickliger blasser haut und hitze auf rot leuchtenden wangen.
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honigwörter
honigwörter, schokosätze und ein paar silben gurkensaure realität. als topping gibt es floskelstreusel. bunt. mit ein wenig glitzer. dann wird umgerührt. wieder und wieder. bis das was oben ist unten liegt und nur noch das wahr ist, was wahr sein darf. blub. wenn eine kleine luftblase von unten nach oben steigt, trifft sie auf mit marmelade verklebte ohren. ich möchte ein sauberes glas reichen. möchte, dass alle das menü lesen müssen. möchte die buttercremelügen nehmen und in den ausguss schütten. aber ich bin nur ein löffel, eine kleine gabel, ein zahnstocher. ich reiche das küchentuch. wenn sie sich den mund abwischen, ist es rot. fein säuberlich wird es zusammengefaltet in die wahlurne gesteckt.
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autobahnpanorama
autobahnpanorama das kilometerrattern unter kleinen füßen zwischen kinderstaunen und elternlachen reiseberichte
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Ich mag Herbst. Merkt man?
der erste kürbis lacht
in meiner linken hand halte ich nebel. langsam wandert er meinen arm hinauf. tropft träge auf knie, dann fuß. auf winzig kleinen tropfen. ich laufe bis die sonne meine lippen mit wärme benetzt. etwas laub verfängt sich in meinen haaren. und der erste kürbis lacht.
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langsam geht dem sommer die luft aus
langsam geht dem sommer die luft aus. müde schleppt er sich über die ziellinie. allen eisopfern, schweißperlen und zwischenzehensandkörnern zum trotz, knabbert der herbst die blätter an. nachts knipst er das licht früher aus, atmet er kalte luft durch halb geöffnete fenster. tasgüber schubbst er die sonne immer ein stückchen weiter fort. was bleibt ist das kinderlachen. statt durch sandburgen hallt es nun durch blätterhaufen.
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Für meinen Ehemann. 😇❤️
mein herz gestern. in meiner obersten schublade liegt ein zettel wie eine zielfahne. im seidenen wind wehend, nach dir rufend. das flattern klingt wie flügelschlagen. gitterstäbe aus fett, haut, knochen und vier weiße wänden. in mir ist ein spiegel käfig. er bricht alleweil in hellen nächten mir dir in meinem herzen liegt eine ziellose fahne wie ein zettel. falten, knitter. die aussehen wie lebenslinien. wege, straßen, die geschichten erzählen, weiterführen. manchmal reden wir darüber. aber mir fehlen die worte. in der schublade spricht ein schild. vakant. mein herz schreibt frei. von gärten am wald. füßen im sand. leise singt der wind carolus rex.