mutscherben | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

mutscherben

heute ist mir der mut auf den fuß gefallen.
klonk hat es gemacht, dann klirr, als er an
der teppichkante zerborsten ist. deprimiert
habe ich die scherben eingesammelt. an
denen geschnitten, die angsthase und du
schaffst das nie flüstern. nun stehe ich da,
mit blut und mutscherben in der hand, suche
kleber und einen neuen schlachtplan.

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abendliche reise | Der Dienstag dichtet


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abendliche reise

tanzen über meine hände. ich atme
buchstaben ein und worte aus. lasse
meine augen durch welten flattern,
meine gedanken in ideen anderer
baden. zur schlafenszeit ist schluss.
die augen zu, der kopf ruht. nur ein
wanderndes lesezeichen erzählt
noch von der abendlichen reise.

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wutwindungen | Der Dienstag dichtet


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wutwindungen

ein bisschen wut wütet wie ein tsunami
durch meinen bauch. schiebt niere, milz
und leber beiseite, verheddert sich in
darmwindungen. dann ist es plötzlich still.
die wut ebbt ab, ruht neben dem täglichen
durchlauf aus scheiße. geweckt wird sie
erst wieder, wenn die zu verdauenden
stückchen zu groß werden.

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wie sich schreiben derzeit anfühlt | Der Dienstag dichtet


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wie sich schreiben derzeit anfühlt

vibrieren in meinen windungen,
kreisen in manischen pirouetten.
fließen durch poren, nerven, venen.
ich lausche dem wahnsinn, fange
ihn ein und banne ihn auf weiße
seiten. unsichtbar. parallel findet
das leben statt. ich bin ein teil.
irgendwie. aber nie ganz.

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die konsumhasen | Der Dienstag dichtet


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die konsumhasen
da hüpfen sie wieder in scharen. gold, lila,
sitzend, stehend, glitzernd, knusprig, weiß,
dunkel. anscheiend nicht afd-konform. aber
ja, die hasen sind wieder da. süß sind sie.
ein bisschen sinnlos, weil so richtig haben
sie nichts mit ostern zu tun. aber das, was
feste definiert, schreiben schließlich nicht
mehr traditionen sondern unternehmen vor.

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lebensweißnichtheiten | Der Dienstag dichtet


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lebensweißnichtheiten

zwischen improvisation und
gespielter ahnung. die vita ein
flickenteppich. der tag ein
sammelsurium aus versuchen.
manchmal klappt es. aber frag
mich nicht um rat. ich bin nur
experte für lebensweißnichtheiten.

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steinalt | Der Dienstag dichtet


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Ich bin gerade in Paris und lass es da krachen. Eure Dienstagsgedichte lese ich am Donnerstag, wenn ich nicht mehr mit Baguette- und Crêpe-Essen beschäftigt bin. Ich winke euch vom obersten Teil des Eifelturms zu.

steinalt

und dann bin ich plötzlich aufgerundet.
habe wieder etwas hinter mir gelassen.
einen vibe, eine definition, ein teil meines
selbst. über nacht ist die haut schlaffer
und die wehwehen lauter geworden. mit
lachweinenden augen schmiere ich etwas
antifaltencreme in die neue null und
schreibe steinalt in meine vita.

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frühlingswecker | Der Dienstag dichtet


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frühlingswecker

langsam brechen farbwellen durch das grau
der letzten kälte. aus frühjahrsquellen sprudeln
vogelzwitschern, bienensummen, kinderlachen,
flügelschlagen, libellensurren, wurzelstrecken
und das erste unter mänteln hervorlugende
sommerkleiderflattern. ein hauch krokusse
weht darunter davor. der duft von warmer
nasser erde, bärlauch und das versprechen
von osterfeuer verfangen sich in der luft. eine
entblößte wade wird von der sonne sanft
gestreichelt und der wind weht wärme in
blasse haut. vom baum fällt das letzte blatt
des vergangenen jahres, weicht dem neuen
erwachensraum. nun ist es zeit aufzustehen,
auch wenn mancheiner selbst die tosende
farbpracht verschläft.

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das danach | Der Dienstag dichtet


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das danach

und dann kommt man zurück mit
ganz vielen fotos auf dem handy
und erinnerungen im kopf. klick.
wird der alltag eingeschaltet. der
koffer leert sich, die mitbringsel
werden zu inventar. das danach
lauert schon. es färbt die welt ein
wenig grauer, als sie ist. lässt das,
was sonst spannend ist, ein wenig
langweiliger erscheinen. und dann,
nach einer weile, folgt dem danach
ein anderes danach. etwas heller.
mit erinnerungen, die etwas patina
angesetzt haben und einem hauch
vorfreude auf das nächste mal.

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