am hals | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichtenden findet ihr am Ende.

am hals
um den hals schmeichelt. sanft ist es, streichelnd,
schick. kleine fäden, ein muster. blümchen, ein
schleifchen. stoff, ein bisschen metal hinten.
verschließt. kitzelt manchmal, wenn es sich bewegt.
gibt halt.
als würden sich hände um meinen hals schließen.
als würden sie zudrücken.
du brauchst nicht atmen.
nichts machen.
nichts.
du bist.

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der versteckte winter | Der Dienstag dichtet


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der versteckte winter

während der ersten frühlingsstürme betrinken
wir uns gierig an sonnensichtungen, nehmen
eine nase schneeglöckchen und knabbern an
den ersten grünen knospen der bäume. noch
einmal an der osterglocke lecken, dann ist
sonnenzeit. hierzulande. woanders kauert
winterwetter zwischen engen häuserfluchten.
pustet dort jemand in eine schneewehe, spürt
man hier ein leichtes tief, wie es sich mit eisiger
kälte auf die frühlingshaften gedanken legt

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Krankheitselfchen No 4 | Der Dienstag dichtet


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Gibt doch nichts besseres als über nervige Erkältungen zu dichten.

Krankheitselfchen No 4

taschentuchberg
gestapeltes geschnäuze
ein leichter druck
dann ein großes hatschi
taschentuchmeer

stirnhöhlenbohrungen
sanftes pochen
die schläfen zittern
eine kreissäge zieht bahnen
prostaglandinensturm

besserfühltee
heilende kräutermischung
die eierlegende wollmilchsau
in form eines heißgetränkes
pfützenwasser

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der letzte moment des tages | Der Dienstag dichtet


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der letzte moment des tages

wie eine decke liegt sie auf mir.
schwer, warm. umarmt meine
gedanken, probleme. alles was
strudelt und brodelt. lässt alle
geräusche verstummen.
irgendwann setzt er sich neben
mich. große substanzlose hände
führen mich und ich gehe mit.

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rosa | Der Dienstag dichtet


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rosa

als hinge ein rosa schleifchen direkt an meiner
gebärmutter. mit glitzer, ponys, rom coms und
modeblogs. als wäre in meiner hand ein messer, das
verzweifelt versucht, das schleifchen zu durchtrennen,
weil ein unsichtbarer draht sie führt. weil der draht
in meinem kopf ist. weil er ihgitt sagt und schwäche
haucht

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plötzlich winter | Der Dienstag dichtet


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Ich habe einfach mal meine Erlebnisse vom Tag in ein Gedicht gepresst. Sehr unstrukturiert und null überarbeitet. 😉

plötzlich winter

und dann ist es plötzlich winter im winter und
die klimawandelverwöhnte sippe muss zu fuß
gehen. autos fahren rückwärts, die fahrräder
kriegen schneeschuhe an. turnschuhbestückte
anzugträger schlittern zum dönermann und
der supermarktverkäufer wringt alle fünf
minuten die fußmatte aus. gegen die kälte wird
sich mit jammern und motzen gewehrt. früher
war das einfacher, da war der winter nicht so
plötzlich.

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kranktage | Der Dienstag dichtet


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kranktage

empört hustet die to-do-liste in der
ecke. der staub niest. das dreckige
geschirr plant badewannenzeit. am
nachmittag fällt der stapel vollgerotzter
taschentücher um. schneeschieber
oder direkt abfackeln. wird unter drei
bettdecken diskutiert. während man
mit der angel im leeren kühlschrank
fischt. vitamin c soll ja helfen.

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pinguine | Der Dienstag dichtet


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pinguine

heute habe ich pinguine watscheln
sehen. rote, blaue, schwarze, gelbe.
kleine füße, große. mit gepäck und
ohne. morgen werden sie wieder
rennen und vergessen haben, dass
nicht sie das tempo vorgeben.

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türschwellen | Der Dienstag dichtet


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türschwellen

häuser fahren an mir vorbei. auf autobahnen
mit schildern. ich sehe geschlossene fenster mit
geöffneten augen, haustüren, die fußabtreter
sind. tausende leben. millionen gefühle. fahren
an mir vorbei. auf autobahnen. mit schildern.
ich sitze, klein, ohne fenster und türen. meine
augen flattern und mein kopf stolpert über
unüberbrückbare türschwellen.

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boom | Der Dienstag dichtet


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boom
und wieder fliegen all die guten vorsätze
in die luft, bevor sie gemacht werden
konnten. ein paar finger explodieren mit,
vögel, igel, maulwürfe, scheinchen, die
unverschmutzte luft, ein paar leben, auch
junge. das neue jahr beginnt mit einem
boom
damit der krach des restlichen jahres nur
noch wie ein furz klingt. den geruch nach
faulen eiern ignoriert man lieber. hauptsache
boom.

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