steinburg | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

steinburg

raue, glatte, große, kleine, mit
moos, ohne, algen. wir bauen
eine burg aus stein und meer.
während etwas ewigkeit sanft
über unsere füße plätschert,
sammele ich dein lachen ein.

Weiterlesen „steinburg | Der Dienstag dichtet“

Ich fahre in den Urlaub und nehme mit… | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wenn ihr das lest, bin ich schon im Urlaub, auf einem Campingplatz am Meer. Hier also ein Text vom Anfang der Woche und zwar über eine meiner Hasstätigkeiten: Packen.

Ich fahre in den Urlaub und nehme mit…

  • jede Menge Handtücher (es gibt nichts Ekligeres als feuchte Handtücher beim Camping)
  • feuchte Tücher (Eltern verstehen mich)
  • ein paar Prisen Alltagsvergessen
  • Sarkasmus-Karte für den Moment, an dem alles schieflaufen wird
  • zu viel Kleidung
  • zu viel Spielzeug fürs Kind
  • zu wenig von diesem einen bestimmten Essen, was wir diesmal plötzlich alle am liebsten mögen
  • Einschlafplayliste und Tanzplayliste (letztere fürs Kind)
  • 2 Bücher, die ich beide nicht lesen werde
  • Selbstgebastelte Flagge für unser Camp (damit alle wissen, womit sie es zu tun haben)
  • Erinnerungsnotiz daran Innezuhalten und Momente zu genießen

Wenn es kein Foto davon gibt, ist es nicht passiert | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Wenn es kein Foto davon gibt, ist es nicht passiert

Wir fahren bald in den Urlaub und natürlich gehören Urlaubsfotos auch dazu, gleichzeitig frage ich mich: Tun sie das wirklich?

Verpassen und Archivieren

Ich glaube, was das Fotografieren angeht, liege ich so im mittleren Bereich. Ich will schon Momente aufzeichnen, vergesse es aber auch mal, wenn ich den Augenblick genieße, und ich mache nicht von allem tausend Bilder. Meistens zumindest. Es gab auch schon Erlebnisse, bei denen ich gefühlt dauerhaft die Kamera draufgehalten habe und dann habe ich hinterher oft bereut, dass ich den Moment nicht genossen habe. Gleichzeitig hatte ich hinterher eine Menge Fotos, um mich daran zu erinnern. Es ist schon irgendwie eigenartig, dass man den Moment festhalten will und ihn dadurch dann, wenn man es übertreibt, verpasst.

Overload

Einige Momente kann man auch gar nicht so richtig festhalten, z.B. ein Konzert. Ich kann ein Foto machen, aber das fängt nur verschwommen die Bühne ein und eine Videoaufnahme ist meist auch eher lustig, weil man dann merkt, wie schief man selbst oder anderen neben einem mitsingen. Außerdem: Schaut man sich das Video hinterher echt nochmal an? Eines vielleicht, aber die zwanzig, die man gemacht hat? Bilder von meinem Kind schaue ich mir regelmäßig an, aber der Besuch auf einem Stadtfest eher weniger. Vielleicht muss man die Momente, die man festhalten will einfach sorgsamer auswählen, damit die Momente, die einem wichtig sind, nicht in der Masse untergehen.

Ist Vergessen so schlimm?

Wenn ich kein Foto von dem Essen gemacht habe, dass ich an Tag 2 des Urlaubs gegessen habe, werde ich höchstwahrscheinlich vergessen, was es war, zumindest, wenn es sich nicht um etwas super Außergewöhnliches gehandelt ha, wie gebratene Heuschrecke. Wenn ich mir das Bild dann irgendwann mal ansehe, fällt mir vielleicht der Geschmack wieder ein, aber ist es wirklich so wichtig, sich daran zu erinnern? Vielleicht wäre es in dem Augenblick schöner gewesen, den Geruch des Essens auf sich wirken zu lassen oder einfach mal im Hier und Jetzt zu bleiben. Das Handy aufzunehmen und ein Foto zu machen, reißt mich doch immer aus dem Jetzt heraus.

Worauf ich hinaus will

Eigentlich nur ein Plädoyer an mich selbst, diesen Urlaub bewusster Fotos zu machen und dann das Handy wegzulegen, damit ich die Momente in Echt erlebe und nicht über den Bildschirm meines Handys.

kunst ist wichtig | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

kunst ist wichtig

kunst ist wichtig! stand am himmel
geschrieben. wurde mit einem banner
in die wolken gewoben. festgezurrt
mit feinen fäden, die in den zweigen
hoher bäumen hängenblieben. wir
zogen daran und sehen uns nun an
den laufmaschen blutig.

Weiterlesen „kunst ist wichtig | Der Dienstag dichtet“

Das liebe Geld | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Das liebe Geld

Die meisten Menschen finden es komisch über Geld zu reden und ich finde es komisch, dass die meisten Menschen nicht über Geld reden und gleichzeitig will ich nicht komisch sein, also rede ich nicht über Geld. Aber warum eigentlich?

Geld ist unfair

Liegt das daran, dass Gehälter unfair sind? Bei einigen Berufen ist ein Gehaltsunterschied logisch, aber bei vielen ist das Gehalt historisch gewachsen und einfach unfair. Zum Beispiel verdienen einige körperliche Berufe zu wenig dafür, dass man sich durch sie den Körper ruiniert, ebenso alles Soziale und Kunst. Von Kunst darf man eigentlich gar nicht erst anfangen, aber das werde ich separat nochmal tun. Ich lese gerade ein sehr inspirierendes Buch zu. Geld hat selten was mit Fleiß zu tun und leider zu oft was mit Macht und Privilegien. Aber anstatt das totzuschweigen, sollte man doch gerade erst recht darüber sprechen, oder?

Geld macht neidisch

Ich glaube, es ist gar nicht so leicht sich einzugestehen, dass man gerne mehr Geld hätte, z.B. wie diese*r eine Freund*in, der/die mehr verdient oder so viel wie einige Reiche oder abstrakter: Leute, die man auf Social Media sieht. Geld haben zu wollen, ist aber nicht verwerflich. In den meisten Fällen geht es weniger darum, dass man sich bestimmte Dinge dann leisten kann und eher um dieses abstrakte Gefühl, sich keine Sorgen machen zu brauchen, wenn man sich bestimmte Dinge leistet. Ich glaube, das ist ein signifikanter Unterschied.

Geld macht glücklich

Bis zu einem bestimmten Punkt zumindest, und zwar dem, an dem man sich keine Gedanken mehr über Geld machen muss.* Ich finde Einkaufen im Supermarkt so viel angenehmer, seit ich nicht mehr alles nachrechnen muss, so wie zu Unizeiten. Dann nehme ich halt das teure Körnerbrot. Gönn ich mir, macht mich ein bisschen glücklicher. Ich weiß nicht, warum das oft verpönt ist, dass man Geld toll findet und glaubt, dass Geld glücklich macht. Klar, Familie, Freunde, Gesundheit, das kann Geld nicht ersetzen, aber muss man das in Konkurrenz zueinander setzen? Die Korrelation zwischen Gesundheitsversorgung und Geld lasse ich absichtlich raus, weil die zu komplex ist und irgendwie auch wieder in die erste Aussage passt, das Geld unfair ist.

Wir sollten reden

Was passiert denn, wenn wir über Geld reden? Wir stellen fest, dass einige mehr Geld verdienen und andere weniger, dass es oft nicht fair ist, dass Preise oft nicht fair sind, dass Geld keine physikalische Größe ist, sondern etwas, das festgesetzt wird, dass wir alle gerne mehr Geld hätten und dass wir manchmal neidisch sind auf die, die mehr Geld haben. Alles in allem sind das aber Gespräche die wir führen sollten, denn nur wenn man drüber spricht, kann man Ungerechtigkeiten bekämpfen und die gesellschaftliche Stimmung verändern. Wir müssen Fragen stellen wie: Warum kostet das unfair produzierte Designershirt so viel? Warum denken wir, dass jemand im Management härter arbeitet und mehr Verantwortung hat, als jemand in der Pflege? Warum glauben wir, dass Geld nicht glücklich macht? Warum kostet es so viel, Kinder zu haben? Warum kostet es soviel, alt zu sein? Warum kosten gesunde Lebensmittel oftmals mehr als „ungesunde“? Das kann ewig fortgeführt werden.

Lass uns mehr miteinander reden, auch über das Thema Geld.

Quelle zu Geld und Glück:
https://www.psychologie.uzh.ch/de/bereiche/dev/lifespan/erleben/berichte/geld-und-glueck.html

es schmilzt | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

es schmilzt

erst gelb. langsam gleitet ein streusel die
schale hinunter. dann rot, blau, mehr gelb.
ein regenbogen projiziert auf glas. in der
eispfütze lösen sie sich auf. werden erst
farblos, dann flockig, dann teil des ganzen.
eine suppe aus vanilleeis, schokoeis mit
schokopfützchen, die mal splitter waren,
aus flüssiger sahne, weichgewordener
waffel und dem farbschatten der streusel.
ein paar tränen mischen sich dazu. von
dem kind, dem die sonne das eis gestohlen
hat. ob unsere erde auch bald so aussieht?
ob das kind dann noch genug tränen hat,
die geschmolzene erde zu beweinen?

Weiterlesen „es schmilzt | Der Dienstag dichtet“

Alltägliche Momente | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Alltägliche Momente

Habt ihr das auch manchmal, dass ihr einen Moment im Alltag innehaltet und die Eindrücke genießt? Ich glaube so Momente gehen zu oft unter, also habe ich diese Woche Eindrücke gesammelt, die ich besonders genossen habe:

  • Das klackende Geräusch beim Umfüllen der Kaffeebohnen von der Tüte in den Behälter. Es klang wie Regen auf ein Dachfenster und erst der Geruch der Bohnen.
  • Ein plötzlich ruhiger Moment in einem hektischen Dienstagmorgen, an dem ich erst nur die Tauben und dann die Amseln gehört habe.
  • Die Wärme der Sonne auf meiner Haut nachdem ich morgens mit dem Fahrrad aus dem Schatten der Häuser über die Ampel gefahren bin.
  • Der kleine Windhauch beim Zuklappen meiner Abendlektüre.
  • Das an der Luft getrocknete etwas raue Handtuch an meiner Haut, nachdem ich Baden war.
  • Der perfekte Kaffee am Morgen aus der Lieblingstasse und der Schaum, der an der Oberlippe hängen blieb.
  • Der Atem meines Sohnes an meinem Hals als er sich morgens an mich gekuschelt hat.
  • Der Durchzug von kalter Luft nach dem heißen Tag und die Gänsehaut, die sich nach und nach von Kopf bis Fuß ausgebreitet hat.
  • Das Wegstreichen der Radiergummikrümel von meiner letzten Zeichnung, mit der ich sehr zufrieden bin.

es kocht | Der Dienstag dichtet


Der Dienstag ist für mich Gedichtetag. Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben. Die Liste der bisherigen Dienstagdichter findet ihr am Ende.

Mal eine Ode ans Kochen.

es kocht

brutzelt, blubbert, köchelt, dampft.
in kochtopf, pfanne, auflaufform,
wok. mikrowelle, backofen, herd.
es duftet. soße fließt in strömen,
umrandet, kartiert, umschmeichelt.
wenn es die lippen berührt, setzt
die befriedigung ein. aber das schönste
am kochen ist die ruhe nach dem
ausschalten der dunstabzugshaube.

Weiterlesen „es kocht | Der Dienstag dichtet“

Ich werde nie… | Gedankenkritzelei

Das ist kein wissenschaftlicher Text, sondern eine Gedankenkritzelei. Jeden Freitag schreibe ich über etwas, das mir auf dem Herzen liegt. Wenn ich etwas wissenschatftlicher werde, bemühe ich mich keine Falschinformationen auf den Weg zu bringen. Wenn das doch passiert, lasst einen Kommentar da. Ebenso, wenn ihr Lust zu diskutieren habt oder wenn ihr eine virtuelle Umarmung braucht. Die gibt es hier gratis.

Ich werde nie…

Habt ihr das auch, dass ihr vor Jahren gesagt habt, dass ihr bestimmte Dinge niemals tun werdet und dann habt ihr sie irgendwann doch getan? Hier mal meine „Best of Ich-werde-nie’s“:

Ich werde nie…

eine Smartwatch kaufen
…, da werden Daten von mir gespeichert und weitergegeben. Irgendwelche Firmen wissen dann, wieviel ich mich (und am schlimmsten noch wo) bewege. Außerdem will ich nicht immer erreichbar sein und alle Nachrichten vom Handy auf die Uhr geladen bekommen.

Und jetzt habe ich eine am Handgelenk. Das mit dem Schrittzählen ist mir allerdings von Anfang an egal gewesen, nur leider kann ich bei meiner neuen Uhr das Tracking nicht einfach ausstellen. Macht mir immer noch ein mulmiges Gefühl, andererseits habe ich mein Handy auch immer bei mir und so ein richtiger großer Unterschied ist es auch nicht. Ich verwende meine Smartwatch eigentlich auch nur für drei Sachen: Uhrzeit ablesen, Handy suchen (mind. vier Mal am Tag) und Erreichbarkeit für Anrufe (Nachrichten etc leite ich nicht auf die Uhr). Was soll ich sagen, sie ist praktisch und schick.

Heiraten
…, weil das so archaisch ist, heutzutage muss das ja nicht mehr sein und überhaupt sind monogame Beziehungen absolut nichts für mich.

Weiterlesen „Ich werde nie… | Gedankenkritzelei“