Aus Taschen | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.
Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens

und diesmal gibt es einen inspirierten Beitrag bei Writing Chills.

Bin derzeit etwas frustriert mit der Politik und mit Menschen überhaupt. Guter Grund ein Gedicht darüber zu schreiben. (wenn ihr in der App lest, einmal Bild drehen, sonst gibts komische Umbrüche)

Aus Taschen

Sie spüren kalten Wind in ihren leeren
Taschen. Ein westerner Staubballen rollt
über das weiche Nappa. Plastik. Blut.
Schweiß. Goldene Leere entsteht. Sie
riechen die heiße Luft auf ihrer untersten
Haut. Verkochte Tropfen. Andere sagen es
sind die Zwiebeln. Doch sie wissen, um die
Tränen, die fruchtbare Gärten weinen. Sie
sind realer als der Wind. Doch sie glauben es
sind nur Träume auf berechneten Seiten.

Die Schweine quieken. Die Bäume seufzen.
Die Luft brennt. In dem weichen Leder
spürt man keine Tränen, hört kein lautes
Hufgetrappel. Aber sie kommen. Die vier
auf der einen Seite und die taschenlosen
auf der anderen. In Leder lässt sich nicht
leben. Auf Schnellstraßen auch nicht.