Ein leeres Haus | Der Dienstag dichtet

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Da ich kaum Gedichte schreibe, habe ich den Dienstag zum Gedichte-Tag erklärt und veröffentliche wöchentlich ein Gedicht über etwas, das mich gerade bewegt.
Wer sich anschließen will, ist herzlich willkommen. Einfach einen Kommentar schreiben.

Mit von der Partie sind bisher
Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkram
Schaut doch auch bei ihnen vorbei!

Dieses Gedichte hatte ich eigentlich letzte Woche geschrieben, war dann aber nicht zufrieden, weil es schon sehr abstrakt ist. Bin immer noch nicht zufrieden, aber wann ist man das schon?

 

Ein leeres Haus

Kleine unabwendbare Funken folgen ihr
durch die Nacht. Die Schnecke rennt
davon. Der Magen grummelt, der Kopf
ist schwer. Fühler so groß wie Apfelsinen. Sie
stolpert über graue Bordsteine. Ring.
Ein bunter Vogel fährt vorbei, singt,
trällert, lebt. Sie zieht den Kopf ein, ganz
klein, ganz ein. In ihrem kleinen Haus

ist es leer

und voll zugleich. Sie sehnt sich nach
Einsamkeit, aber der Hall des eigenen
Kopfes ist zu laut.