Eine Kritik an der Kritik

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Es gibt Kunstkritik, Filmkritik, Restaurantkritik, Buchkritik. Kritiken bei Amazon, Facebook, Ebay und Co. Leserbriefe, Plakate, kritische Kunst und künstlerische Kritik. Überall wird kritisiert.

Nur die Kritik. Die wird nie kritisiert.

Wer kennt sie nicht? Diese ewigen Nörgler. Die, die an allem etwas auszusetzen haben und deren ständiger Begleiter das Wörtchen „aber“ ist. Filme haben immer Logikfehler, die Kartoffeln sind ein bisschen zu salzig, der Kuchen etwas trocken und das neue Album der Band XY bis auf den 4ten Song wirklich gut. Was wird aus so Menschen? Richtig! Kritiker.

Oder noch besser Internetkritiker. Während öffentliche Kritik früher hauptsächlich den Kritikern vorbehalten war, ist heute dank dem Internet jeder ein Kritiker. Die direkteste Form der Internetkritik, findet auf der Facebook-Präsens von z.B. Restaurants oder bei Ebay- oder Amazon-Verkäufern statt. Aber nicht nur als direkter Kunde kann man mittlerweile seinen Gefühlen Luft machen, sondern auch einfach so und überall im WWW. Dabei ist Kritik schon lange nicht mehr das was im Lexikon steht: Eine „1. prüfende Beurteilung und deren Äußerung in entsprechenden Worten. 2. kritische Beurteilung, Besprechung einer künstlerischen Leistung, eines Werkes“, sondern ein seinen-Gefühlen-Luft-machen oder, noch schlechter, ein Zustimmung-erhaschen.Weiterlesen »

Zum ersten Mal: Lesung

Ich habe noch nie eine Lesung besucht. Irgendwie ist es immer an etwas gescheiter – meist Zeit und Interesse. Gestern veranstalteten Freunde von mir eine Lesung von Bela B’s mit seinem Debütroman Scharnow und da dachte ich mir: Es wird Zeit.

Ich weiß nicht wie Lesungen für gewöhnlich ablaufen, normal war diese wahrscheinlich nicht, aber das würde man von Bela B nicht erwarten. Bela B selbst war so nahbar und unterhaltsam wie erhofft. Auch wenn es am Anfang eine Barriere zwischen ihm und dem Publikum gab, riss er sie spätestens mit den Gläsern „Mische“ – vier Gläser mit 45% gutem Korn mit 55% Fanta, die er durchs Publikum reichen ließ – ein.

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Collagen – Eine Hassliebe

Pappe schneide ich meistens falsch zu oder mit der Schere mich. Meine FIMO-Kreationen enden bei mir sehr oft an der Zimmerwand und meine Origami-Versuche zusammengeknüllt im Mülleimer. Aber Collagen – die stelle ich gerne her – meistens.

Collagen

Im Prinzip besteht die Technik der Collage daraus, aus unterschiedlichen Einzelteilen etwas ganzheitliches Neues zu schaffen und das dann irgendwo aufzukleben. Genau genommen handelt es sich um künstlerisches Plagiieren auf sehr hohem Niveau. Schließlich verwendet man die Erzeugnisse anderer und fügt sie für seine eigenen Zwecke zusammen. In der Kunst nennt man das Collage, in der Wissenschaft manchmal Doktorarbeit.

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Im Tutorial-Dschungel

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Bremsen reparieren, Haare schneiden, PC zusammenbauen, Haute Cuisine – wer motiviert ist oder kein Geld hat, macht es selbst. Was früher das Fachbuch war, ist heute das Internet und oftmals YouTube-Videos. Das hat so seine Vor- und Nachteile und definitiv auch Gefahren.

Als während einer Weiterbildung die Bremsen meines Fahrrads plötzlich begannen auf der einen Seite zu schleifen, war ich auf dem Höhepunkt des Kein-Geld-Habens. Also beschloss ich, das selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich ist so ein Fahrrad weniger kompliziert als ein PC und an denen bastle ich schon seit der Pubertät rum. Erstmal habe ich es mit Foren probiert, aber die schiere Menge an Information und Widersprüchen ließ mich bereits nach wenigen Minuten verzweifeln. Dazu kamen etliche Fachbegriffe und sehr umständlich beschriebene Anweisungen ohne Bilder.

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Auf der Suche nach dem Puk

Am Freitag habe ich mein zweites Eishockey-Spiel besucht – Derby Kasseler Huskies vs Frankfurter Löwen. Über mein erstes Spiel habe ich einen Text geschrieben.

Huskies

Nach 18 Jahren in Kassel habe ich es endlich zu einem Huskys Spiel geschafft. Gewappnet mit dicker Kleidung, geliehenem Fanschal und zuvor angeeignetem Wikipedia-Wissen habe ich mich auf den Weg gemacht, unbekanntes Eis zu erforschen.

Als Kasseler nicht bei einem Huskies -Spiel gewesen zu sein, ist kein Verbrechen, verstößt aber gegen meinen Anspruch etwas lokalpatriotisch zu sein. Die zentralen Museen und Sehenswürdigkeiten kenne ich, die documenta habe ich jedes Mal besucht und vor drei Jahren war ich auf meinem ersten KSV-Spiel. Nun also ein Huskies-Spiel und dazu noch zum Auftakt der Saison.Weiterlesen »