Luisa IV | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einer Schreibaufgabe eine fortlaufende Geschichte veröffentlicht. Das aktuelle Thema und die Aufgaben, sowie eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Die Vorgeschichte: *TEIL1*, *TEIL2* und *TEIL3*

Wendung: Luisa ist angekommen. Greife das Gefühl vom Anfang nochmals auf und schreibe ein rundes Ende.

Seit zwei Wochen malte Luisa nun schon die Blumenfrau, deren Namen sie nicht kannte. Bisher hatten sie kaum zwei Worte gewechselt. Irgendwas hinderte Luisa daran mit ihr zu sprechen, stattdessen zeichnete sie ihre Blumenfrau tagein und tagaus. Die Skizzen, die sie tagsüber im Blumenladens zeichnete, flossen abends in ihre Bilder ein.

Nun am vierzehnten Tag war sie fertig. Entstanden waren neun Bilder, was erstaunlich war, weil Luisa sonst viel länger für ihre Gemälde brauchte. Noch erstaunlicher als ihre Produktivität war das Feedback. Von Anfang an hatte sie die Bilder und ihren Entstehungsprozess auf ihre Homepage und Instagram geteilt. Mittlerweile hatte sie hunderte neue Follower und einen ganzen Katalog an Anfragen von Galerien. Es konnte nicht besser laufen. Doch wie sollte es weitergehen? Die Serie war beendet, das fühlte sie.

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Luisa III | Writing Friday

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Hier gibt es den ersten Teil: *KLICK* und hier den zweiten: *KLICK*

Wendung: Ein Bild von ihr landet auf einen Kunstblog.

Luisa III

Nach fünf Tagen war Luisa endlich zufrieden mit dem Ergebnis. Sie hatte viele Anläufe gebraucht die Essenz der Blumenfrau einzufangen und dazu jeden Morgen den Strand besucht. Die Blumenfrau schien auf der Einkaufsmeile zu arbeiten oder zu wohnen, doch wo, hatte Elisa nicht herausfinden können. Immer wieder reichte ein Moment der Unaufmerksamkeit, damit die Blumenfrau ihr entwischte. Doch nun war sie endlich fertig. Sie spielte mit dem Gedanken eine Serie über die Unbekannte anzufertigen, doch verschob die Entscheidung, was sie als nächstes malen würde, auf Morgen.

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Luisa I | Writing Friday

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Thema Januar
Protagonist / Protagonistin:      Luisa 31 Jahre
Ort: Sie kommt aus Berlin / wandert nach Barcelona aus
Zeit: Jahr 2023
Schreibform: Geschichte

Aufgabe 1 (Option1): Luisa ist Künstlerin und möchte mit ihrer Kunst Fuß fassen – beschreibe ihre Arbeit, ihr neues Apartment und welche Ideen sie für ihre nächsten Bilder hat.

Luisa – Part 1

Die Sonne blendete Luisa und die Hitze machte ihr zu schaffen, doch sie genoss den Moment dennoch in ihrem neu gewählten Heimatland Barcelona. Mit zugekniffenen Augen malte sie das Meer. Eigentlich bezeichnete sie sich als abstrakte Künstlerin, aber heute wollte sie diesen Moment hier festhalten. Morgen würde sie ihre eigentliche Arbeit beginnen, mit ihrem Sketchbuch durch die Straßen laufen und schnelle Portraits zeichnen. In ihrem Studio-Apartment würde sie dann im Anschluss diese Portraits in Gemälde verwandeln, die nicht mehr den Menschen an sich, aber dessen Essenz zeigen würde.

Als nach etlichen Stunden ihre Hände blau waren und die Hitze langsam verschwand, war das Bild fertig und sie trug es vom Balkon in ihr Studio-Apartment. Es war im Vergleich zu ihrer Wohnung in Berlin winzig und besaß nur zwei Räume. Einen Raum, der ihr Wohn- und Arbeitsbereich war und einer zum Schlafen. Die Küche war Teil des Wohnbereichs und sehr spartanisch. Luisa liebte alles daran. Sie war hier, um endlich zu „erschaffen“ statt einfach nur so da zu sein und vor sich hinzuleben. Das Problem war nur, damit Geld zu verdienen. Bisher gab es nur eine Galerie, die Interesse an ihr hatte, aber Luisa war optimistisch, dass es mehr werden würde.

Weihnachtsfrau Gisela | Writing Friday

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Thema: Der Weihnachtsmann ist in Wirklichkeit eine Frau – berichte wie es ihr mit der Tatsache geht, dass sie ständig für einen Mann gehalten wird.

WeihnachtsFRAU Gisela setzte sich an ihren Schreibtisch und schrieb eine eigene Liste, nachdem sie den ganzen Tag die Listen anderer gelesen hatte. Sie war müde, genervt, nein, eigentlich war sie sauer. Nach Jahrzehnten musste sie diesen Marketing-Fehler aus der Welt räumen, schließlich konnten in 2022 auch Frauen Führungsrollen übernehmen. Sie schrieb.

Gründe, warum der Weihnachtsmann eine Frau sein muss

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Schnee im April | Writing Friday

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Thema: Erzähle von deiner ersten Erinnerung an Schnee.

Zwei Tage nach meinem Geburtstag beginnt es plötzlich zu schneien. Oma Anni ist in heller Aufregung, weil weder sie noch Oma Anne wissen, wo der Schneeschieber ist und sich der Schnee bereits Zentimeterhoch über den Aufgang zur Haustür ausbreitet. Schließlich geben sie auf und schicken mich zum Fenster, um nach dem Postboten Ausschau zu halten. Ich habe nichts dagegen, kann ich länger den Schnee beobachten, wie er sich langsam über die Landschaft legt. Wenn der Postbote da ist, werde ich meinen besten Freund besuchen und mit ihm einen Schneemann bauen, im April. Oma meint, dass ist ungewöhnlich. Mir ist das egal. Schnee ist toll.

Der Postbote kommt erst eine dreiviertel Stunde später. Damit ich mich nicht so langweile hat mit Oma Anni ein Hörspiel angemacht, während sie und Oma Anne versuchen meine Eltern zu erreichen, um herauszufinden, wo der Schneeschieber und Salz sind. Außerdem wollen sie wissen, ob die bei dem ganzen Schnee überhaupt schon Morgen nach Hause kommen können. Von mir aus können sie noch eine Weile wegbleiben. Klar vermisse ich meine Eltern, aber mit meinen Omas erlebe ich die besten Abenteuer, vor allem solche, von denen ich meinen Eltern nichts erzählen soll.

Als der Postbote da ist, ruft meine Oma ihm aus dem Fenster zu, dass er die Post in den Keller legen soll. Das tut er, dann darf ich endlich los, rüber zum Nachbarsjungen. Wir spielen im Schnee, bis zum Mittag. Ich bin nach dem Essen so fertig, dass ich auf der Couch kurz einschlafe. Als ich wieder aufwache, ist der meiste Schnee schon wieder weg. Den nächsten Schnee werde ich wohl erst wieder in ein paar Monaten sehen, sagt Oma Anne. Oma Anni hingegen grinst. Wenn es Schnee im April geben würde, warum nicht auch mal im Juli.

das bin ich | Writing Friday

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Thema: Wenn du nichts zu verlieren hättest, was würdest du sofort tun?

das bin ich

in einen beutel packen. groß muss er sein. robust,
aber auch weich. reibungslos müssen sie alle
hinein passen. am besten wäre es, sie verheddern
sich nicht. mein beutel muss auch leicht zu öffnen
sein und dann ganz aufgehen. vielleicht sogar
verschwinden. mit einem schnapp sollen sie
nämlich alle hinauspurzeln. meine kreativen
ideen und gedanken. ich würde sie einfach so
der welt zu füßen werfen. hier. da. das bin ich.

Eine gespenstige Nacht | Writing Friday

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Da das Kind jetzt Hand-Mund-Fuß hat, komme ich erst heute dazu die Geschichte zu veröffentlichen. Gibt es halt einen Writing Sunday. 😉

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Gespenster gibt es wirklich, gerade heute…“ beginnt.

„Gespenster gibt es wirklich, gerade heute!“, behauptete Theodora und verschränkte trotzig die Arme. Ihre Eltern nahmen ihre Liebe zum Spirituellen schon wieder nicht ernst, dabei war es keine Phase, sondern eine Gabe, da war sie sich sicher. Nichts auf der Welt gab ihr ein so eigenartiges und zugleich aufregendes Gefühl wie ein Spaziergang über einen Friedhof. Das mussten die Geister der Verstorbenen sein, deren Augen sie auf sich spürte. Nun war endlich Halloween, der beste Tag des Jahres für jemanden wie sie. Der Vorhang zwischen der Welt der Toten und der Lebenden war dünn, hatte sie gelesen und glaubte es auch zu spüren. Überall merkte sie Präsenzen, fühlte Schwingungen. Ein Kribbeln ging bereits den ganzen Tag durch ihren Körper, allerdings wurde es gerade von Wut verdeckt, weil ihre Eltern ihr nicht erlaubten um Mitternacht auf den Friedhof zu gehen. Stattdessen sollte sie ins Bett und schlafen. Sie könne ja von Gespenstern träumen, hatte ihr Vater gesagt. Theordora war außer sich und schimpfte ununterbrochen vor sich her, während sie sich fürs Bett fertig machte. Was ihre Eltern nicht wussten: Sie würde sich einfach rausschleichen! Mit der Ausrede, dass ihr kalt war, hatte sie ihren dicken dunkelgrauen Pyjama mit den Puffärmeln angezogen, der hexenmäßig aussah. Da sie fast schon mit dem „Nein“ gerechnet hatte, hatte sie Gestern heimlich eine Tasche mit Umhang, festen Schuhen, Snacks, einer Taschenlampe und rituelle Kerzen, die sie aus der Tischdeko-Schublade im Esszimmer gemopst hatte, für ihren Spaziergang gepackt.

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Sonnenurlaub | Writing Friday

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Thema: Die Sonne ist weg. Wie sieht das Leben auf der Erde nun aus?

Sonnenurlaub

Alles umwebende Kälte. Eiskristalle reihen sich an Eiskristalle. Die Luft ist so klar, dass jeder der hindurchsieht erfriert. Ich sitze hier unten und sehe dem Wachsen des Eises zu. Schicht um Schicht dringt es in die Erde ein. Jeden Tag kommt es ein paar Zentimeter näher und wir fliehen tiefer und tiefer in die Erde hinein, bis wir ihren Kern erreichen oder uns die Luft zum Atmen ausgeht. Es ist beklemmend und hoffnungslos und trotzdem ist da dieser eine Funke: Was wenn sie wieder aufgeht?

Als die Sonne das letzte Mal unterging, habe ich das nur bemerkt, weil ich das Licht anschalten musste. Ich ging ins Bett, in der Erwartung, dass die Sonne wieder aufgeht und ich im Sonnenschein zur Arbeit gehe. Dreißig Grad waren angesagt und ich habe gedanklich aufgestöhnt, da ich die Hitze nicht gut vertrage. Als mein Wecker um acht Uhr klingelte, wachte ich frierend auf. Es war stockduster und ich irritiert. In den Nachrichten sagten sie, dass die Sonne verschwunden war. Man sah sie von keinem Punkt der Erde aus. Das Chaos setzte in den nächsten Stunden ein. Und nun sind wir hier, unter der Erde. Eine Handvoll Menschen, die nach Wärme und Licht suchen.

Niemand weiß, was passiert ist. Vielleicht hatte uns die Sonne einfach satt. Vielleicht brauchte sie einen Ortswechsel und hat Pflichtvergessen eine Reise in eine andere Galaxie gewagt. Ich weiß nicht wie das Weltall funktioniert, aber ich hoffe, dass sie irgendwo anders eine Welt gefunden hat, die es Spaß macht zu bescheinen, mit Menschen, die ihre Wärme zu schätzen wissen.

Wenn ich groß bin | Writing Friday

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Hatte mal Lust auf ein kleines sprachliches Experiment. 🙂

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Wenn ich groß bin, werde ich… “ beginnt.

Wenn ich groß bin

„Wenn ich groß bin, werde ich glücklich“, sagte er, als er vier Jahre alt war.

„Wenn ich groß bin, werde ich Feuerwehrmann“, sagte er mit fünf Jahren, nachdem das Nachbarshaus gebrannt hatte.

„Wenn ich groß bin, werde ich Tierarzt“, beschloss er mit acht Jahren, als er das erste Mal mit in der Tierklinik war.

„Wenn ich groß bin, werde ich Astronaut“, sagte er schluchzend, nachdem ein halbes Jahr später sein Hund eingeschläfert werden musste.

„Wenn ich groß bin, werde ich Lehrer“, sagte er mit zehn, als er auf der Riesenrutsche feststellte, dass er Höhenangst hatte.

„Wenn ich groß bin, werde ich auf keinen Fall Lehrer“, sagte er als die Pubertät einsetzte.

„Wenn ich groß bin, werde ich auf keinen Fall wie meine Eltern“, schrie er als er sich mitten in der Pubertät befand.

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nach endlos | Writing Friday

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Thema: Bist du eher ein Strand- oder Stadttyp? Erzähle von deinem perfekten Sommerurlaub.

nach endlos

zwischen häuserschluchten treibt mich der
wind nordwärts, bläst mich hinaus auf wilde
wogen. ich will mich im sand verbuddeln,
mit muscheln freundschaften schließen. will
wasser zwischen meinen zehen spüren. wie
die sonne meine haut küsst, ohne sie zu
verbrennen. mein haare wehen im wind,
mein herz weht hinterher. vielleicht will
ich mich einfach treiben lassen. von grau
nach blau. von eng nach weit nach endlos.