Lyrimo 29 und 30

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Die letzten beiden Gedichte vom Lyrimo. Mir hat der Monat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Ich habe viel rumprobiert und extrem viele tolle Gedichte gelesen. Das war eine wirklich inspirierende Zeit. Danke an die liebe Organisatorin. 🙂

Tag 29 Blinde Begegnung
bis zur dunkelheit. wir sehen
uns nachts. die räume sind
unbeleuchtet. diastole.
systole. dein atem riecht
nach knoblauch. sind wir
dann fishermans friends? du
lachst höflich. sonnenklang.

Tag 30 – Kaffeesatz
der kaffee ist getrunken. die bohnen leer. nur noch der kaffeesatz erzählt von einer schönen zeit.

Acrylic Drops | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*

Die beiden aktuellen Bilder findet ihr hier: *KLICK*

Irgendwie habe ich ewig für das Bild gebraucht und bin immernoch nicht ganz zufrieden. Die schwarze Farbe gibt den Ganzen Ecken und Kanten, aber irgendwie fehlt noch der Wow-Effekt. Ich fürchte ich habe zu lange drauf geschaut und dann wollte das Licht nicht wie ich beim Fotografieren.
Links Stand Freitag. Rechts Stand jetzt.

Lyrimo Tag 15 bis 21

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 15 – Phraseologismus
in der kraft liegt die ruhe. sagst
du. und ich erwidere. ohje, da
ist hoffnung und schmalz
verloren, denn schließlich
müssen wir alle am selben
boot ziehen. zum glück
brauchen wir keine arche.

Tag 16 – Medientransfer
wenn wir ausgedient haben, hängen
wir einfach so rum. oll, unbrauchbar,
nutzlos. da um da zu sein. wenn wir
ausgedient haben, chillen wir einfach
so rum. vielleicht können wir ja etwas
festhalten. anderes olles zum beispiel.

Tag 17 – Dienstag/Akristichon
dicht dichter
ich schreibe
ein gedicht. zeile
nach zeile, wort,
silbe, fragmente. punkt.
trennstrich, komma. ende,
aus. das
gedicht ist leer.

Tag 18 – Radwege
ritter der poolnudel, erhebt
euch! schwingt den langen
gummispeer und räumt die
radwege frei. auf die rösser
ihr mannen. wir werden sie
und ihre blechhöllen richten.

Tag 19 -Triolett
meine herbstkruste
hart und aus stein
so fest und robuste
meine herbstkruste
was ich nicht wusste
lässt niemand rein
meine herbstkruste
hart und aus stein

Tag 20 – Einsilbig
es ist da. schwarz, kalt. still
und leis. es lebt. ein und aus
und ein und. was fragst du
dich. frag ich mich. der hass.
ruft das tor und schluckt all
das, was noch gut ist. es
schmatzt. laut. das buch
schreibt über alt das neu.

Tag 21 – Pantun
ich träume, meine seele fliegt mit
von kirschblüten in rot und in weiß
von gärten, von bergen, ein schritt
auf weite felder aus wind und aus reis

im norden die kälte, im süden ist heiß
auf berge, zwischen stränden lauf ich
halte mit dem shinkansen an jedem gleis
zwei wochentickets für mich und für dich

für eine reise, nur wir zwei, du und ich
ein abenteuer, eine erfahrung, ein ritt
wir erleben, sind ausgelassen, fröhlich
ich träume, meine seele fliegt mit

Lyrimo Tag 1 bis 7

Ich nehme dieses Jahr am lyrimo = Lyric Month teil. alles Wissenswerte dazu findet ihr auf diesem Blog: https://lyrimo.wordpress.com/

Tag 1: November
ein bunter strom fließt ins dunkle
meer.freude verschwindet in
haufen.
haufen verschwinden im
lachen. das plätschern der kälte
lädt zum nachdenen ein. bunt.
strom.

Tag 2: Elfchen
marshmallowwolken
wie schafherden
treibt der herbstwind
himmelswatte vor sich her
fensterchillmomente

Tag 3: Märchen und Sagen
gestern glauben morgen wissen. wir
ziehen spinnfäden durch geschichten.
aschenputtel webt rapunzels tränen. ich
kenne heimdalls namen. und eine virus zerstört
den olymp. heute

Tag 4: Einen Gegenstand zum Leben erwecken
wie ein fleischiges herz. in meiner
hand schlagen schaltkreise im
rhythmus. ungezählte leben
gefangen hinterm touchscreen. free
me. ruft das herzblut. follow me.
ruft die social aorta. nun liegt es da
und pulsiert. noch ein blick.

Tag 5: Es ist Frost angesagt…
es ist frost angesagt. sagte er
eisüberzogen als ihm bereits die
knie zusammenfroren.
das klirren. ein zu spät.
das krachen. die zerbrochene erde.

Tag 6 – Meditationsgedicht
ein und aus und ein und…aus ein aus und einauseinau…
shit. die gedanken flattern. das omm
nervt. ungeduld fließt vom
gehirn in die beine. ich.
trinke tee und streichle die katze.
innere ruhe hat keinen atem. nur
hier und auch jetzt.

Tag 7 – Rondell
eine wand baut sich auf
meine sprache wie spachtel
meine stimme ein stein
eine wand baut sich auf
faktendatenzahlen
empathielogik
eine wand baut sich auf
der vorderzahn fehlt

Die Prophezeiung | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade und Frau Flumsel. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*

Die Prophezeiung

Er kniete vor der Tafel nieder und sprach ein kurzes Gebet, dann warf er sie in das letzte Feuer der Nacht. Heute war es soweit. Diese Nacht hatte er mit seinem Volk gefeiert und heute machte er sich auf dem Weg, um sich dem Biest zu stellen. Er würde es besiegen, doch ob er dafür sein Leben lassen musste, wusste er nicht. Es war unbedeutend. Viel wichtiger war, dass er die Prophezeiung erfüllte und sein Volk rettete. Mit Stolz und Liebe blickte er auf die ruhigen Häuser, dann machte er sich auf den Weg. Der Himmel war wolkenverhangen und am Horizont sah er Blitze. Donner grollte und kündigte die Ankunft des Biestes an. „Götter steht mir bei“, flüsterte er.

Es dauerte zwei Stunden, dann war er am Meer angekommen. Schon von weitem sah er den Stein, der die Stelle markierte, an der das Biest erscheinen würde. Mit Schild und Schwert stand er bereit und wartete. Das Gewitter zog langsam vorbei. Es regnete, hörte wieder auf, fing wieder an, dann verzogen sich die Wolken. Die Mittagssonne wärmte ihn. Langsam schmerzten seine Beine und er setzte sich in den Sand. Vielleicht würde das Biest später erscheinen. Die Priester hatten nur gesagt, er solle in den frühen Morgenstunden aufbrechen und nicht, dass es in den frühen Morgenstunden erscheinen würde.

Weiterlesen „Die Prophezeiung | Impulswerkstatt“

Am See | Schreibarena

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Dies ist ein Beitrag für die Schreibarena von Lyrikfeder.
Hier findet ihr alles zu der Aktion: *Klick*
Mein Beitragssatz stammt aus Neil Gaiman’s American Gods, das ich gerade zum dritten Mal lese.

Am See

Er fragte sich, ob es in Wisconsin noch die Todesstrafe gab. In EU-Ländern wurde das Töten eines Menschen nicht als humane Bestrafung angesehen, aber die USA waren da anders. Er selbst verstand, warum man Mörder töten sollte. Es war eine einfache Art sich gefährlichen Menschen zu entledigen und es war kostengünstig. Im Gefängnis konnte man immer noch andere töten oder entkommen. Die paar Unschuldigen, die fälschlicherweise hingerichtet wurden, fand er vernachlässigbar. Zum einen war niemand wirklich unschuldig, zum anderen interessierte die Menschen das Überleben anderer sonst auch nicht, sonst würde sich niemand betrunken hinters Steuer setzen oder sein Kind nicht impfen lassen. Weiterlesen „Am See | Schreibarena“

Die Masken | Telling Pictures meets Horror

Horrorstories

Dies ist ein Text zu der Aktion „Telling Pictures“ von Caymon. Ziel ist es bis zum 31.06. eine Geschichte zu einem der vorgegebenen Bilder zu schreiben. Ich habe mich entschieden eine Horrorgeschichte aus der Aufgabe zu machen und zu folgendem Bild geschrieben *klick*. Viel Spaß beim Gruseln. 😉

Die Masken

Martina zog den nächsten Papierfetzen durch den Kleister, dann nahm sie den getränkten Schnipsel und klebte ihn auf die Form. Langsam und gekonnt glättete sie die Oberfläche. Noch ein bis zwei Papierfetzen auf die Wange, dann hatte die Maske ihre richtige Form. Zum Abschluss pinselte sie vorsichtig etwas Kleister über alle Enden, dann war auch diese Maske fertig.

Die sechzigste. Was hatte sie sich nur bei diesem Kunstprojekt gedacht? Hätte sie nicht wie ihre Atelierkollegin einfach etwas aus Kunststoff formen können? Nein, es mussten wieder diese Masken sein, die sich durch ihren künstlerischen Werdegang zog, wie sie die Papierschnipsel durch den Kleister.

Martina erschrak als sie ein leises Lachen hinter sich hörte und drehte sich schnell um, doch dort war nichts. Sie atmeten tief durch. Anscheinend war sie überarbeitet und dreht langsam durch.  Kein Wunder, es war 2 Uhr nachts und sie arbeitete bereits seit dreizehn Stunden. Die Masken, die sie eben gefertigt hatte, würden die letzten sein. Sie musste sie noch bemalen, dann hatte sie genug, um ihre Installationen anzufertigen. Aber nun musste sie sie erst einmal trocknen lassen. Weiterlesen „Die Masken | Telling Pictures meets Horror“

Verbrannte Erde | AnthoAlice Utopie

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Dies ist ein Beitrag zu der Blogparade „AnthoAlice“  von Alice. Zum Thema Utopia kann man allen möglichen kreativen outlet bis zum 15.06. beitragen.

Irgendwie hatte ich erst keine Eingebung zu dem Thema. Gestern Abend dann kamen die Worte quasi zu mir. Da ich gleich wegfahre, gibts ein komplett unüberarbeitetes Gedicht von mir.

Die gläsernen Segel waren
gespannt und die moderne
Arche Noah machte sich auf
den Weg in eine freie und
glorreiche Zukunft

als sie merkten, dass
es Zuhause am schönsten
ist, war es bereits zu

spät

verbrannte Erde hatten bereits
die Generationen vor
ihnen befohlen

„Man lebt zweimal“ | AnthoAlice Erinnerungen

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*Dies ist ein Beitrag zu der Blogparade „AnthoAlice“  von Alice. Zum Thema Erinnerungen kann man allen möglichen kreativen outlet bis zum 15.05. beitragen.*

Ich habe vor einiger Zeit auf einem Friedhof ein Grab gesehen, dass wild bepflanzt und dessen Grabstiin mit Graffitti vollgesprüht war. Da ich die wahre Geschichte so bedrückend fand, habe ich beschlossen, eine schönere Geschichte darüber schreiben.
Das verwendete Zitat ist von Honoré de Balzac.

Man lebt zweimal

„Ich bin müde“ sagt er und ging für immer schlafen. Zurück blieben seine Frau Maria, zwei erwachsene Kinder und ein noch junges Kindeskind. Außerdem ein Hund, zwei Katzen, ein altes Haus mit gepflegtem Garten und die Erinnerung an jemand, der jetzt nur als Hülle langsam zu verfallen begann.

„Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.“ stand auf seinem Grabstein. Das fand seine jüngste Tochter so treffend. Maria war es egal, sie hätte auch ein „RIP“ oder ein „In Erinnerung“ hingenommen. Der Stein, auf dem der Spruch stand, war grau und glänzte etwas rötlich in der Sonne. Das fiel Maria nach dem 357ten Besuch auf, bis dahin hatte die ganze Welt sowieso grau gewirkt. Weiterlesen „„Man lebt zweimal“ | AnthoAlice Erinnerungen“

„Von der Wand“ | AnthoAlice – Beobachtungen

Schimmel

*Dies ist ein Beitrag zu der Blogparade „AnthoAlice“ von Alice. Zum Thema Beobachtungen kann man allen möglichen kreativen outlet bis zum 15.04. beitragen.*

Ich habe mich für ein Gedicht entschieden. Da ich das Thema Beobachtungen schon immer faszinierend fand und auch dazu geforscht habe, wollte ich meine Sache besonders gut machen. Habe jetzt ganze 23 Tage an dem Gedicht gesessen. Iregndwann habe ich es nur verschlimmbessert, deshalb hier die dritte Version.

 

Von der Wand

Über Jahre hinweg
war er groß wie
eine Faust geworden

Genährt von nasser
Aussprache und
eifrigem Tun

Er hatte Mitleid
mit den gestressten
Alltagsgebundenen

Sie verschwendeten Zeit
um Gefühle woanders
zu kaufen

Er selbst wuchs und
beobachte, lernte,
streckte seine Fühler aus

Wenn er groß
war, würde er von
der Wand herabsteigen

Er würde Gefühle an
Momente verschwenden und
Zeit kaufen