orange | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Am 4. März ist Tag der Snacks! Schreibe deinem liebsten Snack zu Ehren einen Liebesbrief.

Vielleicht ist das nicht ganz ernst gemeint. 😉

orange

geliebte,
konisch liegst du da. orange mit grünen enden. leuchtend.
du rufst mir zu, bohrst dich in meinen sehnerv.
reißt mich in andere welten.
ich höre das knacken, rieche die frische, die süße, das unvergleichbare. 
ich entferne deine haut und schneide dich in streifen.
an manchen tagen genieße ich deine rohe form, deinen urgeschmack.
an anderen ummantele ich deine perfekten streifen mit quark, hummus, frischkäse.
erweitere deine aromen.
ist deine existenz in meine übergegangen,
falle ich befriedigt zurück in den alltag.

Die Strickjacke | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 8 + 9 beinhaltet die Worte „Strickjacke, trügerisch, entdecken“, gesponsert von wortgeflumselkritzelkram.

Die Strickjacke

Sie öffnete die Türen vom Kleiderschrank. Alles war sortiert nach Zweck und Farbe, doch die Ordnung war trügerisch. Schon vor Jahren hatte sie den Überblick verloren, was sich in ihrem Kleiderschrank befand. Heute musste sie endlich aufräumen. Ihr blieb sonst nichts mehr zu tun.

Sie begann bei den Shirts, arbeitete sich durch die Pullover, probierte Hosen an und fand mehr Löcher als ihr zuzugeben lieb war. Der Stapel der aussortierten Kleidungsstücke wurde immer größer. Gerne hätte sie mehr in die Kleiderspende gegeben, aber sie trug Kleidung bis sie nicht mehr tragbar war und manchmal noch darüber hinaus. Es fiel ihr schwer sich von liebgewonnen Sachen zu trennen und so hingen in ihrem Schrank ein Duzend Schlafshirts, Malerklamotten und Kleidung, an die sie sich nicht einmal mehr erinnerte.

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dein fenster ist eine wand | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder findet ihr hier: *KLICK*

Der Monat war krass, daher habe ich mir nur ein Bild ausgesucht – das Fenster. Ich habe mich gefragt, wer dort wohl wohnt und mir ist aufgefallen, dass es viele Menschen sind, die genauso ein Fenster jeden Tag sehen.

dein fenster ist eine wand

rechts ein vorhang. deine lider fest
verschlossen. rational siehst du kein
ende. unerreichbar, die rutschpartie
über dächer. ziegel segeln hinab. du
siehst nur schemen deines eigenen
raums. hier eine blume, vertrocknet,
eine schale, etwas das einmal deiner
großmutter gehört hat. du siehst den
erker, spürst seine begrenzende tiefe
nicht. den himmel fühlst du. meistens
bewölkt. wenn du aufstehst, wirst du
feststellen: dein fenster ist eine wand.

Liebe Zahnfee, lieber Zahnfee(rich?) | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Am 28. Februar ist Tag der Zahnfee! Schreibe ihr zu Ehren einen Brief.

Liebe Zahnfee, lieber Zahnfee(rich?),

ich bin Tobias und bin sechs Jahre alt. Mama meint, ich soll dir schreiben, weil ich habe da ein paar Fragen zu dir und deinem Geschäft. Ach so, ich schreibe nicht wirklich, Mama schreibt, aber ich sage ihr, was sie schreiben soll.

Also meine erste Frage ist, ob du männlich oder weiblich bist. Laut den Bildern trägst du ein Kleidchen und lange Haar, aber das trägt Claudios Papa auch, zumindest am Wochenende. Nur damit ich weiß, wie ich dich ansprechen soll, wenn ich nochmal schreiben muss.

Nun die echten Fragen:

  1. Woher hast du das ganze Geld, das du unter die Kopfkissen legst? Hast du einfach so viel Geld oder verdienst du es dir mit einem Nebenberuf oder so? Papa meint, Geld würde man nur kriegen, wenn man arbeitet oder erbt. Hast du vielleicht was geerbt?
  2. Verkaufst du unsere Zähne? Das würde die erste Frage auch beantworten.
  3. Und wenn nicht? Was machst du damit. Justin hat behauptet, du würdest daraus einen Palast bauen, aber das klingt unsinnig. Wie groß soll schon so ein Palast für eine kleine Fee sein? Baust du vielleicht eine ganze Stadt?
  4. Wie kannst du so schnell so viele Zähne sammeln? Mama meint du sammelst überall auf der Welt in jeder Nacht, aber zu Oma alleine fahren wir schon vier Stunden. Wie geht das also? Darfst du den Schlitten vom Weihnachtsmann nutzen?
  5. Sag mal, machst du auch mal Urlaub? Wer ist dann deine Vertretung?
  6. Warum kriegen nur Kinder Geld für ihre Zähne? Erwachsene verlieren die auch. Die Oma von Kai hat nur noch ganz wenige.

Ok, das war‘s. Wäre toll, wenn du alle Fragen beantworten kannst.

Danke.

Grüße, Tobi

Gespräche mit Rüdiger – Philosoph? Wissenschaftler? | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 6 + 7 beinhaltet die Worte Affe, neu, blockieren, gesponsert von wortmann.

Mit der Etüde habe ich mich schwer getan. Zum einen habe ich viel um die Ohren, zum anderen fand ich diesmal die Wortbegrenzung sehr hinderlich. Zufrieden bin ich nicht, aber ich habe zuviel Zeit investiert, um es nicht zu posten. Ggf. gibt es mal ein Update über Karl Jaspers.

Gespräche mit Rüdiger – Philosoph? Wissenschaftler?

Ich werfe den x-ten Notizzettel in die Ecke und beginne mit neuen Blatt. Rüdiger fängt das Bällchen und spielt damit bis es unter dem Kühlschrank verschwindet. „Was liest du da?“

„Irgendwas von Kant. Ich kann mir nicht mal den doofen Titel merken. Ich fühl mich, wie ein Affe, der versucht zu verstehen, warum er die eingeschweißte Banane nicht essen kann.“

„Warum?“

„Weil du mir mit deinem Philosophiegerede einen Floh ins Ohr gesetzt hast, Mister großer Geisteswissenschaftler.“

„Wenn dann Philosoph. Ich finde, Philosophie sollte nie Wissenschaft sein.“


Ich sieht Rüdiger erstaunt an. „Wieso das denn?“

„Ich halte es da wie Karl Jaspers, Philosophie ist Existenzerhellung und soll sich mit dem Sein befassen. Es geht um existenzielle Wahrheit, die die Wissenschaft gar nicht berührt.“

„Hä?“

„Die Wissenschaft ist immer auf bestimmte Gegenstände beschränkt und perspektivisch. Das Sein ist kein Gegenstand und die Gegenstände, die die Philosophie untersucht sind transzendent.“

„Hä?“

„Hast du einen Sprung in der Platte?“

„Nein, mein Gehirn blockiert langsam.“

„Ein Beispiel: Ein Wissenschaftler fällt hin. Er untersucht den Winkel die Aufprallgeschwindigkeit und versucht damit dieses Phänomen zu erklären. Er sucht nach einer Wahrheit. Ein Philosoph fällt hin und erkennt seine Schwäche. Er denkt nach, aber etwas Materielles ergibt sich nicht daraus. Wenn man es genau nimmt, gibt es in der Philosophie nicht einmal Fortschritt.“

„Also wenn Hamlet sagt ‚Sein oder nicht Sein‘ ist das Philosophie, aber keine Wissenschaft, weil nichts Greifbares dabei rumkommt?“

„So in etwa.“

„Also ist man Philosoph, wenn man zum Beispiel über seine Existenz nachdenkt.“

„Ich bin mir nicht sicher, ob ihr Menschen gute Philosophen abgebt.“ Ein Vogel landet auf dem Balkon und Rüdiger pirscht sich heran. Ich werfe ein zerknülltes Paper nach ihm und der Vogel flieht.

„Musste ich aus tierethischen Gründen tun.“

Rüdigers Schwanz zuckt frustriert. „Du lernst schnell.“

Leseempfehlungen:
Hügli, Anton: Jaspers – Stationen seines philosophischen Wegs (Schwabe Verlag)

Jaspers, Karl: Wahrheit und Bewährung. Philosophieren für die Praxis
(Als Audio: Karl Jaspers Stiftung)

Am Abgrund | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz “In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch…” beginnt.

Am Abgrund

In einer so unbequemen Lage war er noch nie, doch er hatte gewusst, dass es eines Tags soweit sein würde. Darius tastete gedanklich seinen Körper ab. Er lag auf dem Rücken und auch wenn der Untergrund nicht bequem war, spendete er etwas Wärme für seinen geschundenen Körper. Woher die Wärme kam, wusste er nicht, aber sie durchfloss seinen Körper und machte seine missliche Lage erträglicher. Seine Extremitäten fühlten sich allesamt heil und gesund an. Nur sein Bauch fühlte sich an, als würde er ein riesiges Loch beherbergen. Zu sehen war sicher nichts, es schien sich um etwas Internes zu handeln. Selbst wenn er gewollt hätte, nachschauen war nicht drinnen. So hoch konnte er seinen Kopf jetzt partout nicht heben.

Er war alleine, auf sich gestellt, hilflos. Panik machte sich n ihm breit und er jammerte etwas. Manchmal half es, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. In diesem Fall nicht. Er fühlte sich nach den Jammerlauten genauso mies wie vorher.

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Rosarote Muffins | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Schreibe eine Geschichte und lasse folgende Wörter mit einfliessen: karamellisierte Erdnüsse, Liebesgeständnis, rosarot, dunkelblau, Kerzenlicht

Die perfekte Valentinstagsgeschichte. 😉

Rosarote Muffins

Die Eieruhr piepste und Jannis nahm die Muffins aus dem Ofen. Sie dufteten herrlich nach Himbeeren. Wenn sie abgekühlt waren, würde er sie mit einer rosafarbenen Topping versehen und mit karamellisierten Erdnüssen verzieren. Die Krönung seiner Schöpfung waren die selbstgebastelten Herzchen, die er mit Zahnstochern auf die himmlische Nascherei stecken wollte. Doch bevor er verzieren konnte, musste er sich für den Abend umziehen. Jannis entschied sich für sine dunkelblaue Jeans und das blassgelbe Hemd, dass Stefano so liebte. Die Haare gelte er sich unordentlich nach hinten und benutzte sein Feiertagsparfum. Nur das Beste für den besten Tag aller Tage: Valentinstag. Jannis hatte diesen Tag schon immer geliebt und nun konnte er ihn endlich mit der Liebe seines Lebens feiern. Das Grinsen wollte gar nicht aus seinem Gesicht weichen, selbst als ihm der Guss für die Muffins nicht so recht gelingen wollte und die Herzchen immer wieder von ihren Zahnstochern rutschten. Er behielt die Ruhe und es lohnte sich. Auf dem Tisch standen nun rote Rosen, ein dreiarmiger Kerzenständer, denn Kerzenlicht machte alles romantischer, und das gute Service. Die Muffins würde er servieren, wenn Stefano da war. Kaum war er fertig, klingelte dieser bereits. Jannis flog regelrecht zur Tür.

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Kartongewitter | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Du bist für einen Tag Wettermoderator/in – Schreibe den Text für deine Wettervorhersage fürs Wochenende – sei dabei möglichst originell – Lügen oder Katastrophenvorhersagen sind erlaubt

Wettervorhersage Wochenende aka „Kartongewitter

Am Wochenende gibt es große Wetterdifferenzen. Besonders im nördlichen Teil der Wohnung sammeln sich mehrere Fronten Kartons und Möbelstücke an und sorgen für plötzliche Kartongewitter. Anders sieht es im südlichen Teil der Wohnung aus, wo eine leichte Brise Chill über die Kissenberge weht.

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Horrorskop | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Zeit für das Jahreshoroskop – schreibt humorvoll und originell ein Jahreshoroskop für euer Sternzeichen.

Widder –  Ein neuer (Lebens-)Abschnitt erwartet Sie

Während des ersten Monats trügt noch die Ruhe. Einige verschobene Herausforderungen werden Andere auf Trab halten, Sie aber können sich erst einmal entspannt zurücklehnen. Mit der aufkommenden Marsbewegung im Februar verändern sich die Planetenkonstellationen allerdings radikal. Dinge, die Sie vorher für unmöglich gehalten haben, passieren gehäuft. Verlassen Sie sich auf Ihr inneres Gespür in der herannahenden Zombieapokalypse. Bisher gewohnte Routinen lassen Sie vorerst unfreiwillig zurück, doch dann stellen Sie fest wie sich Prioritäten verlagern. Neben der Suche nach Unterkunft und Essen, steht nun der Schutz Anderer im Vordergrund. Suchen sie also ruhig Verbündete, um sich auszutauschen. Ein Biss-Check sollte dabei routinemäßig durchgeführt werden.

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Farbparty | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 3 + 4 beinhaltet die Worte „Lautsprecher, orange, erschüttern“, gesponsert von blaupause7

Zum Etüden-Geburtstag gibt es eine…

Farbparty

Ein gechilltes Blau gleitet über die raue Fläche der Leinwand. Nur das vorher aufgetragene Gesso schützt es davor, seine Eigenschaften zu verlieren und in den Fasern des Stoffes zu verschwinden. Wie eine schützende Schichte trägt es die Farbe weiter. Sie fließt gerade aus, zirkuliert in der Mitte und gleitet am Ende über den Rand hinab. Einige Tropfen Blau landen auf dem Maluntergrund. Das Blau ist geduldig, es kennt seine Bestimmung und strömt ihr entgegen. Nun kommt das Gelb. Fröhlich surft es über das Blau hinweg, nimmt es ein, vermischt sich und sorgt so für ein paar grüne Gastmomente. Es folgt den blauen Bahnen, sucht sich neugierig aber auch andere Wege. Unerschrocken schießt es über den Rand hinaus und verewigt sich im Atelier. Auch das Rot macht sich nun auf den Weg. Es ist eine laute Farbe, eine die sich aufdrängt, die warnt. Als würde sie durch Lautsprecher „Feuer“ rufen, nur um dann selbst eines zu legen. Als es auf das Blau trifft erschüttert es seine chillige Natur und wandelt es in ein kräftiges Violett. Fröhlich ist dieses und tänzelt umher. Ein paar Spritzer Violett breiten sich sogar vorwitzig Richtung Gelb aus, doch dort stoppt sie, erschrocken von der komplementären Natur des Gelbs. Das Rot stört das Gelb nicht. Es nimmt sein Temperament und stürzt sich in die gelben Wellen, bis sie orange tanzen. Erst wenn das Weiß vollkommen eingenommen ist, geben die Farben Ruhe. Sie werden langsamer, suchen sich ihre Orte und Nischen, ihre Freiräume und Entfaltungszonen bis nur noch ein paar Spritzer auf dem Boden von der Farbparty erzählen.