nach endlos | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Thema: Bist du eher ein Strand- oder Stadttyp? Erzähle von deinem perfekten Sommerurlaub.

nach endlos

zwischen häuserschluchten treibt mich der
wind nordwärts, bläst mich hinaus auf wilde
wogen. ich will mich im sand verbuddeln,
mit muscheln freundschaften schließen. will
wasser zwischen meinen zehen spüren. wie
die sonne meine haut küsst, ohne sie zu
verbrennen. mein haare wehen im wind,
mein herz weht hinterher. vielleicht will
ich mich einfach treiben lassen. von grau
nach blau. von eng nach weit nach endlos.

 

Der Sinn vom Urlaub | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Diesmal mit dem Etüdensommerpausenintermezzo. Ziel ist es mindestens 7 aus 12 Wörtern (siehe Bild) in einem Text unterzubringen und es muss der Satz „Eigentlich ist es schade, wie wenig wir einander kennen.“ vorkommen.

Der Sinn vom Urlaub

Dunja hasste es in aller Herrgottsfrühe aufzustehen, aber ihr Flug würde in vier Stunden gehen und sie mussten noch Frühstücken, zum Flughafen fahren und dieses ganze nervige Eincheck-Prozedere durchlaufen. Dunja hasste auch das Fliegen, aber auf Teneriffa kam man schlecht mit dem Auto. Sie rüttelte Juri wach, der sie müde anblinzelnde und dann gleich lächelte. „Urlaub“, sagte er und sprang auf.

„Nach dem Flug“, erwiderte Dunja und stellte sich vor, wie sie nach dem Einchecken ins Hotel, an den Strand schlenderten und sich in die Wellen stürzten. Dunja war eine klassische Wasserratte, während Juri lieber im Schatten blieb und las. Manchmal fragte sie sich, warum sie überhaupt gemeinsam in den Urlaub fuhren.

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Ein letztes Mal | Impulswerkstatt

Zettel und Federhalter. Über dem Federhalter steht Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu vorgeschlagenen Bildern oder zu einer SChreibaufgabe zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder und Schreibaufgaben zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Diesmal habe ich nur den Anfang der Schreibaufgabe mehrfach verwendet.

Ein letztes Mal …

Ein letztes Mal den Sonnenuntergang am späten Abend genießen. Bald werden die Tage zu früh enden, um das Farbenschauspiel an den Pflichten vorbei genießen zu können.

Ein letztes Mal mit den Kollegen schnacken, den Gang hinuntergehen und ausstempeln. Bald macht man das woanders, wo es andere Kollegen, Gänge und Stempelautomaten gibt. Irgendwie doch das gleiche, nur anders.

Ein letztes Mal das Hotelzimmer kontrollieren, dass man auch nichts vergessen haben. Nachschicken geht, ist aber immer teuer. Außerdem will man noch kurz den letzten Rest Urlaub einatmen.

Ein letztes Mal durch die beleuchtete Einkaufsstraße gehen. Bald hängen die Geschäfte die Lichterketten ab und dann ist der letzte Rest Weihnachten verschwunden.

Ein letztes Mal diesen herrlichen Rosenduft einatmen. Nach dem angekündigten Regen haben die Rosen sicherlich alle Blätter verloren und am Boden zu schnüffeln, ist irgendwie auch nicht dasselbe.

Ein letztes Mal von der süßen Verheißung namens Schokolade naschen. Es sind nur noch wenige Wochen bis zum Sommer. Alles neu kaufen ist ätzend, teuer und man will sich ja auch wohlfühlen, so schwitzend und halbnackt bei vierzig Grad.

Ein letztes Mal vom 5-Meter-Turm springen. Man würde gerne länger bleiben, aber die Eltern werden sauer, wenn man zu spät zum Abendbrot kommt. Nächste Woche dann wieder.

Ein letztes Mal den Tag beginnen. Vielleicht ist es gar nicht das letzte Mal, sondern nur ein mittendrinnen, aber vielleicht kommt heute schon das Ende.

In misslicher Lage | Writing Friday

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Letzte Woche habe ich verpeilt zu poste, daher hier ein Nachzügler für die Juli-Themen.
Thema: Luke ist beim Klettern abgestürzt, berichte von seiner Rettung.

In misslicher Lage

Da lag er nun, vollkommen hilflos auf dem Rücken. Es knirschte und knackte. Sein Körper fühlte sich an, als wäre er tausend Jahre alt. Resignierend entspannte er seine Gliedmaßen. Wenn er sich nicht bewegte, sparte er vielleicht Energie, die er später gebrauchen konnte. Ob sie wussten, wo er sich befand? Sie hatten ihn beobachtet, wie er aufgebrochen war. Zumindest die Richtung, in die er gegangen war, hatten sie mitbekommen. Wenn er nicht zurückkam, machten sie sich vielleicht sorgen. Spätestens beim Abendbrot würde sein Fehlen sicher bemerkt werden. Er verpasste nie ein Abendbrot. Heute Abend würde es wieder dieses leckere Brot und Salat geben. Sie nannten es Slow Sandwich, weil er so lange brauchte es zu essen, aber er wollte jeden Bissen genießen, jeden Moment auskosten und leider auch alles ausprobieren.

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Die Hütte im Wald | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 25 + 26 beinhaltet die Worte „Widergeburt blümerant antanzen“, gesponsert von Onlybatscanhang.

Die Hütte im Wald

Er atmet durch, fühlt sich etwas blümerant, nicht vollständig miserabel, aber auch nicht ausgezeichnet. Er hat auf letzteres gehofft, jetzt wo er endlich ausgebrochen ist. Vielleicht sind ihm die Walderdbeeren nicht bekommen. Er hätte sie erst im Bach abwaschen sollen, oder vielleicht ist es das Wasser vom Bach, das er getrunken hat. Er überlegt sich einen Moment hinzulegen und zu schlafen. Das kann er jetzt einfach so machen. Er hat keine Pflichten oder Termine. Er muss sich fortan nur noch um sich selbst kümmern. Ein Windhauch lässt seine Hütte erzittern.

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Itsemi Mario | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 23 + 24 beinhaltet die Worte „Yachtclub besenrein abspecken“, gesponsert von Annuschkas Northern Star.

Mir war mal danach einen sinnlosen und albernen Text zu schreiben. 😉

Itsemi Mario

„Hey du!“

Mina öffnete kurz die Augen. Sicher war die Katze über die Tastatur gelaufen und hatte ein YouTube-Video gestartet.

„Hey du.“

„Kiki, raus!“ Mina hörte ein Maunzen neben sich und sah, dass sich die Katze neben ihr eingerollt hatte.

„Bist du schwerhörig?“

Mina richtete sich so ruckartig auf, dass Kiki aufgeschreckt aus dem Zimmer rannte. Auf dem Bildschirmhintergrund zwischen all den Ordnern winkte Super Mario.

 „Ich weiß nicht, wer mir hier gerade einen Streich spielt, aber verpiss dich von meinem Rechner,“ schrie sie.

„Itsemi Mario.“

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Dann ging sie | Impulswerkstatt

Dies ist ein Text zu der Impulswerkstatt von Myriade. Ziel ist es etwas Kreatives zu einem oder beiden vorgeschlagenen Bildern zu erstellen. Hier könnt ihr alles darüber lesen: *KLICK*
Die aktuellen Bilder zur aktuellen Impulswerkstatt findet ihr hier: *KLICK*

Dann ging sie

Sie öffnete die Tür. Langsam, so als könnte sie im nächsten Moment etwas von draußen anspringen. In ihren Albträumen waren es Monster, wenn sie tagsüber über ihre Angst nachdachte, waren es meist die Nachbarn. Nur einen Spalt traute sie sich die Tür zu öffnen, dann schloss sie sie wieder und schob die beiden Riegel davor. Zweimal drehte sie den Schlüssel, dann ging sie.

Sie öffnete die Tür. Mit einem Ruck, aber nur ein Stück. Sie dachte, dann fiele es ihr leichter, aber die Angst schlug schneller zu, als sie erwartet hatte und mit ihr schlug dir Tür ins Schloss. Zwei Riegel, zweimal abschließen. Sie ließ sich an der Tür zu Boden gleiten. Die Hände zitterten noch eine Weile, aber die Knie fühlten sich nach einer Atemübung nicht mehr wie Pudding an. Vorsichtig stand sie auf, dann ging sie.

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Gespräche mit Rüdiger – Ein sinnvolles Leben | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Es ist Zeit für eine Extraetüdenrunde: Ziel ist es 5 Worte in 500 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung beinhaltet die Worte „Giraffe, mondsüchtig, suchen, Wetterbericht, ordentlich, irisieren“.

Ich wollte unbedingt mal was zu Hannah Arendt schreiben. Sie ist eine meiner Lieblingsdenkerinnen, aber es ist schwer sie kurz zusammenzufassen. Daher habe ich im Prinzip nur einen winzigen Teilaspekt herausgezogen und am Ende sogar nur 300 Wörter geschrieben. Aber egal, um Arendt gerecht zu werden, bräuchte ich wohl ein ganzes Buch.

Ein sinnvolles Leben

Es ist einer dieser nichts-will-funktionieren-Tage, als mir meine Kette reißt und die Perlen über den Küchenboden kullern. Ich seufze und betrachte die irisierenden Kugeln lustlos, wie sie so daliegen und wollen, dass ich sie wieder einsammle. Plötzlich geraten die Perlen in Bewegung und ich sehe eine Pfote durch die Balkontür schnellen. Rüdiger schiebt einige der Perlen unter den Kühlschrank, andere jagt er aus der Küche hinaus in den Flur.

„Vielen Dank für deine Hilfe. Da suche ich ja wenig, bis ich die wieder zusammen habe.“

„Gerne“, antwortet der kleine Kater und setzt sich demonstrativ vor seinen Napf.

„Du willst eine Belohnung für das Chaos?“

„Chaos?“, antwortet er.

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Erfolgskaffee | Der Dienstag dichtet

Dies ist ein Text zu der Aktion „Writing Friday“ von Elizzy. Jeden Freitag wird zu einem der vorgegebenen Themen veröffentlicht. Die aktuellen Themen und eine Liste aller Teilnehmer findet ihr auf Elizzy’s Seite.

Erfolgskaffee

Der Kaffee war längst kalt, als Juanita den Pinsel weglegte. Eigentlich hatte sie nur kurz einer plötzlichen Eingebung, einem Kreis im Zentrum des Bildes, folgen wollen, doch dann hatte sich der Kreis erweitert und Farbe war wie Adern über das Blatt geflossen. Immerhin hatte sie einmal vom Brötchen abgebissen und einen Schluck vom neuen Kaffee probiert. Köstlich war der eine Schluck gewesen. Jetzt war es zu spät, eine neue Tasse zu machen, aber Morgen würde sie ihm die verdiente Aufmerksamkeit schenken. Sie hatte ihn für zu viel Geld auf einem kleinen Mittelaltermarkt erstanden. Der Verkäufer hatte es als Wundermittel für Erfolg angepriesen und Juanita hatte beschlossen, dass sie das jetzt brauchte. Seit vier Monaten hatte sie nichts mehr verkauft und ihre Reserven schwanden.

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Mondsüchtig | abc.etüden

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 18 + 19 beinhaltet die Worte „Giraffe, mondsüchtig, suchen“, gesponsert von Myriade.

Mondsüchtig

Herbert konnte nicht schlafen. Seit er in Rente war, wachte er jede zweite Nacht um Punk drei auf und fand bis um fünf Uhr nicht mehr in den Schlaf. Er hatte vieles ausprobiert, von mehr Sport und weniger Sport bis hin zu Medikamenten. Nichts half. Auch heute. Der Himmel war sternenklar, also beschloss er eine Weile auf dem Balkon den Nachthimmel zu bewundern.

„Na, auch mondsüchtig?“

Herbert zuckte zusammen. Eine junge Frau winkte von dem Balkon schräg unter seinem. Sie war vielleicht zwanzig und trug einen quietschgrünen Pyjama.

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