Feliversum 6 | abc.etüden 45+46

feliversum

Dies ist ein Text zu den abc.etüden von Christiane. Ziel ist es 3 Worte in 300 Zeichen unterzubringen. Die Schreibeinladung für die Wochen 45+46 beinhaltet die Worte „Himmelsleuchten“, „recycelbar“ und „ausreisen“, gesponsert von Meine literarische Visitenkarte.

Ich versuche mich derzeit an einer Etüdenfortsetzungsgeschichte. Die letzten Beiträge findet ihr hier: Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5 und eine Zusammenfassung direkt einen Absatz weiter.

Was in bisher geschah: Marie trägt bei ihrer Arbeit im Freizeitpark ein altertümliches Kleid. Eine schwarze Katze im Hinterhof erklärt ihr, dass Katzen in der Vergangenheit reden können und ihre Zeit durch die Vergangenheit, die am Kleid haftet, gekrümmt wird. Als Marie nach der Arbeit wieder einmal mit der Katze im Hinterhof redet, löst sie aus Versehen die Schnüre ihres Kleides und fällt in Ohnmacht. Ein seltsamer Mann hilft ihr auf und warnt sie. Er verschwindet als Krähen rufen, genauso wie die Katze dies bei ihrer ersten Begegnung getan hatte. Beim Versuch aufzustehen, leert sie ihre Tasche aus Versehen aus.

Nachdem Marie Shirt und Jogginghose übergeworfen hatte, ging sie in den Hinterhof und sammelte den Inhalt ihrer Tasche ein. Nur den recyclebaren Kaffeebecher fand sie nirgends. Sie lief hinter die Mülltonnen, wo die schwarze Katze damit spielte.

Sie fauchte und sprang auf einen Fenstersims, als Marie sich ihr näherte.

„Ich habe so viele Fragen, aber so kannst du mir keine beantworten, oder?“ Marie grübelte. „Sag mal, wie stehst du zu Thunfisch?“

Marie flitzte in ihre Wohnung und kam mit Schälchen und Thunfisch wieder runter. Zunächst gab sie der Katze nur eine kleine Portion. Die nächste gab sie vor ihrer Haustür, die danach auf der Treppe, bis sie der Katze schließlich den Rest in ihrer Wohnung gab. Schnell zog sie das Kleid über.

„So, jetzt führen wir mal eine zivilisierte Unterhaltung.“

„Gerissen.“

Die Katze schien Marie anzugrinsen.

„Bist du sauer?“

„Überrascht. Du scheinst ein recht schlaues Exemplar Mensch zu sein.“

„Na danke. Beantwortest du mir ein paar Fragen?“

Die Katze legte den Kopf schief. „Hast du laktosefreie Milch?“

Marie nickte und füllte ein neues Schälchen, diesmal mit Milch.

„Also, der Mann vorhin. Wer war das? Was meinte er mit ausreisen? Und was hat das mit den Krähen auf sich? Bei unserer ersten Begegnung bist du abgehauen, als du sie gehört hast und jetzt auch der Mann.“ Marie überlegte kurz. „Und warum habe ich dich vorhin doppelt gesehen, obwohl ich das Kleid nicht vollständig anhatte?“

„Das sind viele Fragen.“

„Ich gebe dir ein Woche lang jeden Tag Milch. Versprochen.“

„Und frisches mageres Fleisch.“

„Deal. Schieß los.“

„Wie du willst. Aber beschwer dich nicht, wenn das zu viel Wahrheit für dich ist.“ Die Augen der Katze blitzen auf. Marie hatte das Gefühl, das Himmelsleuchten in ihnen zu sehen, von dem sie in ihrer Ohnmacht geträumt hatte.

9 Gedanken zu “Feliversum 6 | abc.etüden 45+46

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